Pilotprojekt ab Oktober

Weyher Mia-Einwohnerticket bietet 15 Prozent Ersparnis

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Stellen das Weyher Einwohnerticket in Bremen vor: Susanne Krebser, Christof Herr, Andreas Bovenschulte und Rainer Counen (v.l.n.r.).

Weyhe - Von Sigi Schritt. Normalerweise kennen Ticketpreise für den Öffentlichen Personennahverkehr üblicherweise nur eine Richtung – sie klettern nach oben. Das soll sich ab 1. Oktober durch einen Modellversuch ändern. Es geht um ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Kommunalverbund Niedersachsen Bremen sowie der Gemeinde Weyhe. Es wird finanziell durch den Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) unterstützt.

Profitieren sollen alle Weyher Bürger, die bereits ein Mia-Abo-Ticket oder ein Mia-Plus-Abo-Ticket besitzen oder ab dem Stichtag eines dieser beiden Varianten erwerben. Im Rahmen einer Cashback-Aktion zahlt die Gemeinde 15 Prozent des Preises zurück. In der Preisstufe C ist der Betrag der Rückerstattung immerhin 160/172 Euro, der maximale Betrag liegt bei 375 Euro. 

Diese übertragbaren Abo-Tickets gibt es nicht nur in den Kundencentern der BSAG, Anträge dazu sind im Internet und auch im Bürgerbüro der Gemeinde erhältlich. Die Abwicklung ist einfach: Die BSAG stellt als Vertragspartnerin eine Bescheinigung aus und versendet sie an die Kunden, die diese am Ende im Rathaus vorlegen. Erst dann wird das Geld ausgezahlt. 

Das ist „norddeutschlandweit ein einzigartiges Projekt“, sagt Rainer Counen, um Bus- und Bahnfahren preislich attraktiver zu machen. Der VBN-Geschäftsführer sagt, dass die preisliche Ermäßigung an die eines Jobtickets angepasst worden ist.

Einwohnerticket Weyhe - VBN startet Modellprojekt

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Um laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte eine Ungerechtigkeitslücke zu schließen, habe er sich das Einwohnerticket einfallen lassen. Es gebe viele Bremen-Pendler, die nicht bei Mercedes, Airbus, Atlas oder im Öffentlichen Dienst arbeiten, sondern in kleineren Betrieben, für deren Mitarbeiter es keine rabattierten Jobtickets gibt. Der Bürgermeister hofft, dass das Projekt „einschlägt“ und viele Autofahrer die Vorzüge des übertragbaren Einwohnertickets schätzen werden und auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen.

In Weyhe hätten bereits 400 Bürger ein Jobticket und rund 520 seien Mia-Abonnenten. Rainer Counen hofft, dass 140 neue Kunden dazukommen. Die Projektpartner sehen ein großes Potenzial und hoffen auf einen großen Erfolg. Täglich fahren laut Counen 116. 000 Pendler aus allen Umlandgemeinden nach Bremen, 45.  000 täglich aus der Stadt heraus. Weyher würden jährlich rund eine halbe Million ÖPNV-Fahrten unternehmen.

Um den ÖPNV attraktiver zu machen, stehen laut ZVBN-Geschäftsführer Christof Herr „stattliche Finanzmittel“ zur Verfügung. Aus diesem Topf wird das Weyher Pilotprojekt finanziert. Insgesamt geht es um eine Kofinanzierung des jährlichen Betrags in Höhe von 90.000 Euro – 25 Prozent gibt die Gemeinde Weyhe dazu. Der Löwenanteil, 75 Prozent, kommt vom ZVBN.

Andere Kommunen seien interessiert, sagt Susanne Krebser, Geschäftsführerin des Kommunalverbundes. Bevor das Mia- oder Mia-plus-Ticket anderswo als Einwohnerticket eingeführt werde, wollen die Projektpartner die nach zwei Jahren gewonnen Erkenntnisse auswerten.

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