Weyher Firma gibt nach sechs Jahrzehnten in den 1990er-Jahren auf

„Frost-Warneke“: 18 Mitarbeiter in Spitzenzeiten

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Das erste Taxi von Johann Warneke war ein „Essex“. Das Bild entstand am 9. Mai 1936 am Papenkamp, als der zukünftige Ehemann Walter Wunderlich seine Braut Karola Fick abholte. Neben der Taxe steht der Firmengründer Johann Warneke. Repro: Meyer

Weyhe - Von Wilfried Meyer. Jahrzehntelang gehörten die Busse der Kirchweyher Firma „Frost-Warneke“ zum Straßenbild der Region. Mittlerweile ist selbst das Wohnhaus mit den Garagenanlagen an der Querstraße verschwunden und hat Platz für Neubauten gemacht.

Viele frühere Schulkinder erinnern sich noch gut an die Busreisen mit Frost-Warneke zu den Klassenfahrten, ebenso die Sportler zahlreicher Vereine, wenn die Chauffeure des Unternehmens sie zu Wettkämpfen oder Auswärtsspielen fuhren.

Die Anfänge des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1931 zurück. Johann Warneke, gelernter Schlosser aus Leeste, wagte als „Droschkenfahrer“ den Schritt in die Selbstständigkeit. Vorher hatte er schon Möbel- und Lastwagen der Kirchweyher Firma Ernst Linz über die Landstraßen gesteuert. Eine gebrauchte Limousine, Marke „Essex“, war sein erstes Fahrzeug. Später kam ein Bus hinzu, ein „Opel“. Ab 1937 fuhr Johann Warneke auch im Fernverkehr.

Der Zweite Weltkrieg machte aber weitere Pläne zunichte. Das Militär hatte seine Autos eingezogen. Außerdem musste der Firmengründer als Soldat an die Front – er fiel 1944 in Lettland. Seine Ehefrau Thea stand mit der 14-jährigen Tochter Inge und dem zweijährigen Sohn Werner vor dem Nichts. Sie gab aber nicht auf. Gleich nach dem Krieg, noch während der Besatzungszeit, führte sie das Taxigeschäft weiter. Ab 1950 half Tochter Inge mit und auch Eduard Frost aus Brinkum. Er heiratete Thea. Beide bauten ab 1951 zusammen das spätere Unternehmen „Frost-Warneke“ an der Querstraße auf.

Nachdem ab 1967 auch die Schulbusfahrten hinzukamen, stieg die Zahl der Busse von acht auf 14 im Jahr 1981. Das Unternehmerpaar gründete sogar eine Busfahrschule. Als Edu Frost 1981 starb, beschäftigte das Unternehmen 16 Mitarbeiter und zwei Fahrlehrer. 1990 vergaben der Landkreis und die Gemeinde ihre Schülertransporte neu, und in der Folge musste die Firma schließen.

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