Bürgermeister ehrt Manfred Soboll und Verein Bahnhof Sudweyhe

Goldenes Buch hat fünf neue Unterschriften

Trägt sich in das Goldene Buch der Gemeinde Weyhe ein: Manfred Soboll, Weyher des Jahres 2019.
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Trägt sich in das Goldene Buch der Gemeinde Weyhe ein: Manfred Soboll, Weyher des Jahres 2019.

Manfred Soboll aus Kirchweyhe und der Verein Sudweyher Bahnhof wurden im Rathaus in Weyhe ausgezeichnet. 80 Gäste verfolgten die Feier.

Weyhe – Über das „ungewohnte Bild“, das der Ratssaal erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie bot, hat Bürgermeister Frank Seidel am Donnerstagabend sehr gestaunt: Alle Stuhlreihen waren voll besetzt. Rund 80 Gäste verfolgten die verspätete Feier zur Auszeichnung der Weyher des Jahres 2019.

Manfred Soboll erhielt ebenso jene Auszeichnung wie der Verein Bahnhof Sudweyhe. Anschließend trugen sich Soboll, Christine Burda (Vorsitzende), Sönke van Horn, Antje Kiel und Andreas Gründemann vom Verein ins Goldene Buch der Gemeinde ein.

Seit Frühjahr 2020 hätten sich nicht mehr so viele Gäste gleichzeitig bei einer Rathaus-Veranstaltung aufgehalten, freute sich Frank Seidel, dass in der Gemeinde ein Stück Normalität zurückkehrt sei. Damit sich die Gäste auf dem oberen Rathausflur ohne Maske frei bewegen durften, hatten sie aber zuvor nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Diesen 2-G-Status prüften Helfer am Eingang und an einer Einlasskontrolle akribisch ab.

Diese kleine Hürde nahmen die Gäste sehr entspannt und gelassen. Schließlich galt es auch, auf vertraute Gesichter zu treffen, mit Bekannten und Freunden zu klönen.

Der Bürgermeister berichtete den Zuhörern, dass das Rathaus viele gute Vorschläge aus der Bevölkerung erhalten habe. Er listetete die Vorschläge auf und erklärte kurz, weshalb sie diese Auszeichnung verdienen würden.

Bunter Hund, Bürgerbus-Fahrer und Weißer-Ring-Mitarbeiter

Weshalb sich die Jury für Manfred Soboll und für den Verein Sudweyher Bahnhof entschieden hat? Manfred Soboll engagiere sich gleich auf mehreren Gebieten ehrenamtlich: Der 70-Jährige fungiere als Ansprechpartner der Nachbarschaft in einem der Weyher Quartiere und dürfe laut Bürgermeister Seidel ganz offiziell bunter Hund genannt werden. Er habe lange den Bürgerbus gefahren und auch als Vize-Vorsitzender fungiert. Herausragend sei seine ehrenamtliche Tätigkeit beim Weißen Ring. Dort helfe er Opfern von Straftaten, das Leben neu zu ordnen. Der Geehrte erläuterte, dass dieser Vereinigung bundesweit 44 000 Mitglieder angehören. Insgesamt 2900 ehrenamtliche Helfer gebe es. „Einer davon bin ich“, sagt er.

Kirchweyher hilft Opfern einer Straftat

Seit 2004 gehört er diesem Verein an und hilft Opfern. Sein Bezug zu Straftaten? Ich war 16 Jahre lang Justizvollzugsbeamter und zuletzt in Bremen als Personalrat zuständig für den Kontakt zur Staatsanwaltschaft und zu den Gerichten.“

Die Anzahl der Fälle habe er nicht von Anfang an gezählt. Eine Zahl gibt der Kirchweyher aber doch: In den vergangenen anderthalb habe er 19 Fälle bearbeitet. Tötungsdelikte, versuchte Tötungsdelikte und Körperverletzungen. Was ihm besonders zu schaffen macht: Missbrauchsopfer. „Täter bekommen eine zeitliche Strafe, das Opfer leidet ein Leben lang“, lautet seine Erkenntnis. Es sei auch sehr erschütternd zu hören, wie sich Erwachsene fühlen, die in der Jugend missbraucht worden seien. Es gebe geeignete Therapieformen. Er und die anderen Mitglieder des Weißen Rings würden sich dahinterklemmen, dass Opfer schneller Plätze bekommen.

Christine Burda erklärt die Verwandlung des Bahnhofs Sudweyhe

Eine emotionale Rede hielt Christine Burda, Vorsitzende des Bahnhofs-Vereins. Sie erzählte den Zuhörern, dass beim Projektstart vor fünf Jahren viele nicht an einen Erfolg geglaubt hätten. Doch die Macher um Burda und Sönke van Horn wollten ihren Traum leben und kämpften darum, den heruntergekommen Sudweyher Bahnhof in eine Kulturstätte mit Café und Standesamt zu verwandeln. Es sei damals klar gewesen, dass das nur mit Fördermitteln gehen würde. Der damalige Bürgermeister Andreas Bovenschulte habe dazu geraten, ein kluges Konzept zu erstellen. Die Mittel von Gemeinde, Land und Europäischer Union ergaben schließlich rund zwei Drittel der benötigen Summe.

„Ich widme die Auszeichnung den vielen Helfern, die immer wieder ihre Talente auf der Baustelle eingebracht haben“, sagte sie. Dieses Projekt zeige, dass Träume Wirklichkeit werden, wenn man für sie kämpft. Der Bahnhof sei schließlich der beste Beweis.

Von Sigi Schritt

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