Coronakrisen-Lösung gesucht

Weyher des Jahres: Nachgeholte Ehrung unter freiem Himmel?

Eine Open-Air-Veranstaltung zur Auszeichnung des Weyher des Jahres könnten sich die Grünen an der Wassermühle vorstellen.
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Eine Open-Air-Veranstaltung zur Auszeichnung des Weyher des Jahres könnten sich die Grünen an der Wassermühle vorstellen.

Wer wird Weyher des Jahres 2019? Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Verleihung vergangenes Jahr áusgesetzt werden. Trotzdem soll der Preis vergeben werden.

Weyhe – Nach dem Motto „Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben“ will die Gemeinde Weyhe weiterhin den Preis Weyher des Jahres sowie Organisation des Jahres 2019 als Anerkennung für außergewöhnliches Engagement vergeben. Einen Termin gibt es bislang nicht. An Vorschlägen für 2019er-Preisträger hatte es nicht gemangelt: 17 Personen und neun Organisationen seien aus der Bevölkerung als potenzielle Kandidaten benannt worden.

Das Pandemiegeschehen hat nach Auskunft des Gemeindesprechers Sebastian Kelm „eine Sitzung der Auswahl-Jury“ zuletzt nicht zugelassen und macht „eine Zusammenkunft aktuell unmöglich“. Schließlich gelte es, auf solche verschiebbaren Treffen im Sinne der derzeit gebotenen Kontaktreduzierungen zu verzichten. Eine lebhafte Diskussion über die Vorschläge würde digital vermutlich nur bedingt zustande kommen, was angesichts der Bedeutung dieser Verleihung bedauerlich wäre. Sobald eine „physische“ Jury-Sitzung wieder vertretbar sei, werde diese auch tagen, sagt Kelm.

Virtuelles Treffen als Lösung?

Aber müsste seit der ersten virtuellen Ausschusssitzung Ende Januar nicht ein virtuelles Jury-Treffen möglich sein? Die Auszeichnung Weyher des Jahres sei eine besondere Würdigung von Leistungen von Bürgern und Gruppen, sagt Rainer Zottmann, Fraktionsvorsitzender der SPD. Es gebe „hohe Erwartungen und Ansprüche“ an die Auswahl und die zu kürenden Personen. Daher sei eine Präsenzveranstaltung „immer geeigneter, weil direkter und unmittelbarer. Da wir aber durch den erneuten Lockdown Zeit verloren haben, wäre eine Videokonferenz zu prüfen.“

Die Kommunalpolitiker hätten viele Erfahrungen mit virtuellen Konferenzen machen müssen. „Daher sind wir geübt, und ich bin sicher, wir kämen zu einem angemessenen Ergebnis“, so Zottmann. Allerdings sollten Auswahl und Ehrung zeitlich nicht zu weit auseinander liegen. „Wenn wir erst im Sommer ehren könnten, sollte die Auswahl entsprechend spät stattfinden.“ Bei einer frühzeitigen Auswahlentscheidung bestehe das Risiko, dass Einzelheiten durchsickern.

Die Auswahl sei stets ein aktiver Prozess. Dabei komme es darauf an, „ein einstimmiges Ergebnis zu finden“, sagt Hannelore Roitsch-Schröder, die für die Grünen in der Jury sitzt. Eine neue Form – nämlich eine digitale Tagung – auszuprobieren, fände sie „spannend und könnte zumindest einen Versuch Wert sein“, sagt sie. „Die Jury sollte nicht digital tagen, da in einer digitalen Sitzung nicht alle Gedanken und Meinungen ausgetauscht werden“, sagt Dietrich Struthoff, Fraktionsvorsitzender der CDU.

Antje Sengstake, Fraktionsvorsitzende der FDP, findet, dass es mit oder ohne Präsenzsitzung schwierig sei, eine lebhafte Diskussion zu führen, da „gefühlt jedes Jahr die gleichen Kandidaten auf der Liste stehen und somit die Diskussion bereits geführt wurde“. Die Liberale glaubt, dass es von Jahr zu Jahr schwieriger werde, „einen geeigneten Kandidaten“ zu finden.

Politik will Ehrung als Präsenzveranstaltung beibehalten

Die Politik will zumindest die Praxis beibehalten, die Kandidaten in einer repräsentativen Veranstaltung zu ehren. „Ich halte eine Präsenzveranstaltung vor Publikum für richtig. Sie wird den zu Ehrenden gerecht“, sagt Zottmann. Ein Livestream könne niemals „die herzliche Freude“ der Preisträger so vermitteln. „Wenn das Pandemiegeschehen das alles nicht zulässt, könnten wir ein Jahr, und ich glaube, das akzeptieren alle, aussetzen. Letztlich wird es ja auch so sein, dass einige der vorgeschlagenen Personen/Gruppen in der Pandemie aufgrund des Lockdowns gar nicht arbeiten/wirken können.“

Für Dietrich Struthoff sollte die Ehrung wie bisher im Rathaus ablaufen. „Nur so kann eine wirkliche Würdigung der zu Ehrenden erfolgen“, findet der Christdemokrat. „Eine Ehrung sollte immer an einem Präsenztermin stattfinden“, findet Antje Sengstake. Eine komplett virtuelle Veranstaltung sei zu unpersönlich.

Hannelore Roitsch-Schröder könnte sich vorstellen, dass die Gemeinde eine Veranstaltung zum Beispiel im Sommer unter freiem Himmel „in einem schönen Rahmen“ gestaltet. Die Außenanlagen der Wassermühle seien dafür geeignet. Einigkeit herrscht unter den Parteien, dass die nächsten Preisträger für 2020 mit denen von 2019 zusammen ausgezeichnet werden sollten. „Die Pandemie ist eine Herausforderung und zwingt zu Kompromissen“, so Zottmann.

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