Weyher Bohrlöcher 1972 bis 1994 23 Mal „gefrackt“

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Das Unternehmen Wintershall will derzeit Rohre hinter dem ehemaligen Meyer-Lankenau-Areal an der Produktionsstätte Barrien 8 T auswechseln. Fracking war an dieser Stelle in der Vergangenheit kein Thema. Das soll auch zukünftig so bleiben, sagt ein Sprecher. ·

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die BASF-Tochter Wintershall hat das Erdgasfeld Barrien an drei Stellen in Weyhe „gefrackt“.

Das hat Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski während der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt am Dienstagabend verkündet. Damit beantwortete er eine Anfrage des Ratsherren Rudolf Dyk (SPD). Der Fracking-Zeitraum umfasst zehn Tage in den Jahren 1972 bis 1994 für die Bohrlöcher Barrien 3 T (Melchiorshauser Straße), Barrien 5 T (Am Hauskamp) und Barrien 9 T (Am Weißen Moor).

Fracking ist der Begriff für ein umstrittenes Verfahren der Bohrtechnik, bei dem durch hydraulischen Druck und mit Hilfe spezieller Chemikalien Risse im Untergrund erzeugt werden, um anschließend Gas zu fördern.

Aus einer kürzlich vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie veröffentlichten Liste geht hervor, dass das Unternehmen Wintershall in Weyhe insgesamt 23 Mal seine Felder mit dieser sogenannten „Hydraulischen Bohrlochbehandlung“ stimuliert hat. Das war laut Pressesprecher Mark Krümpel im Feld Barrien in den Jahren 1972 und 1974 auf drei Produktionsstätten (1972 in den Bohrungen Barrien 5 T und 9 T und 1974 in der Bohrung Barrien 3 T). Abschließend gab es im Jahr 1981 Nachbehandlungen in der Bohrung 9 T sowie 1994 in der Bohrung 3 T.

Zulieferbetriebe hätten Wasser mit Zusatzstoffen vermischt und diese dann in die Tiefe auf 2 200 bis 2 600 Meter gepumpt. Diese Vorgehensweise sei nach dem jeweils aktuellen Stand der Technik erfolgt und in enger Abstimmung mit den Behörden genehmigt. „Zu Beeinträchtigungen von Grundwasser oder der umliegenden Umgebung ist es dabei nicht gekommen“, sagt der Sprecher. Das sei auch nicht zu erwarten gewesen. Denn „die konventionelle Erdgaslagerstätte im Buntsandstein ist durch mehrere undurchlässige Gesteinsformationen sicher vom Grundwasser getrennt“.

Auf dem Bohrungsplatz Barrien 8 T (hinter dem ehemaligen Meyer-Lankenau-Areal), auf dem nun der Wechsel der Produktionsrohre ansteht, sowie an der Bohrstelle 15 T, in der im vergangenen Jahr vergeblich versucht wurde, ein Förderrohr zu verlegen (wir berichteten), sei das Fracking-Verfahren nicht angewendet worden. Das sei auch für die Zukunft nicht geplant. Gleiches gelte für alle anderen Bohrungen in diesem Erdgasfeld, da der natürliche Druck der Lagerstätten für die Produktion ausreichend ist, so der Unternehmenssprecher.

Offen bleibt allerdings die Frage, welche Stoffe in den Boden eingebracht worden sind. „Fracking-Fluide werden für jede Bohrung individuell zusammengestellt“, sagt ein Bergamt-Sprecher. Eine konkrete Antwort vermochten kurzfristig weder die Behörde noch Wintershall zu geben. Das bedürfe einer längeren Recherche, hieß es.

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