Brot & Rosen: Einsatzkräfte am Limit

Wie wichtig Notfallseelsorge bei der Feuerwehr ist

Das Gemeindehaus in Leeste: Pop-Kantor Sören Tesch, Pastor Holger Hiepler, Bernd Scharringhausen und Folkard Wittrock gestalten kirchlichen Livestream.
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Die Feuerwehrführung der Gemeinde Weyhe auf den roten Sesseln der Kirchengemeinde Leeste. Pastor Holger Hiepler (2.v.l.) interviewt Bernd Scharringhausen (2.v.r.) und Folkard Wittrock (r.). Pop-Kantor Sören Tesch sorgt für den musikalischen Rahmen.

Weyhe – Das Social-Media-Team der Leester Kirchengemeinde hat am Donnerstagabend ihre Brot-&-Rosen-Reihe im Facebook-Livestream fortgesetzt.

Nach dem ehemaligen Bremer Senatspräsidenten Henning Scherf und dem Europapolitiker David McAllister empfing das Team nun Vertreter der Weyher Feuerwehr. Zugesagt hatten Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen und sein Stellvertreter Folkard Wittrock. Beide nahmen Platz auf den roten Sesseln und stellten sich den Fragen von Pastor Holger Hiepler. Sie gaben unter anderem darüber Auskunft, welche Herausforderungen Feuerwehren unter Corona-Bedingungen zu bewältigen haben.

Folkard Wittrock und Bernd Scharringhausen sprachen unter anderem auch über ein Thema, das Kirchen und Feuerwehr gemeinsam angehen: Notfallseelsorge. Das sei ein wichtiger Baustein, so Wittrock. Alle Führungskräfte in der Feuerwehr wissen, dass sie jederzeit bei besonderen Einsatzlagen die Unterstützung der Geistlichen anfordern können. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Feuerwehr zu einem Suizid gerufen wird. Es gehe dabei um den Schutz der Opfer und den Angehörigen.
Pastoren würden ebenso gerufen, wenn zum Beispiel ein Haus droht, komplett abzubrennen und die Familie ihr gesamtes Hab und Gut verliert. Da ist Notfallseelsorge laut Bernd Scharringhausen „megawichtig“. Er berichtet auch von Situationen, in denen die Wohnungen von zwei Feuerwehrleuten abgebrannt seien. Beide hätten in einem Dachstuhl gewohnt „und die Wohnungen waren komplett hin.“ Scharringhausen: „Das geht unter die Haut.“

Außerdem sprach das Führungstrio über Gaffer, Frauen in der Feuerwehr und Wege, die man gehen kann, um selbst Brandbekämpfer zu werden.

Es gebe aber auch Dinge, die keinen Platz in der Feuerwehr haben: Pastor Hiepler zitierte Medien, die von einem Rassismus-Skandal in einer Wache der Bremer Feuerwehr berichtet haben. Folkard Wittrock sieht bei der Feuerwehr aber kein grundsätzliches, strukturelles Problem. Dennoch könne niemand in die Köpfe hineinschauen. Das sei weder bei den Einsatzkräften in Bremen möglich, noch bei den rund 500 aktiven aus Weyhe. Allerdings würden alle Führungskräfte in Weyhe sehr sensibel für das Thema sein. Sie würden zum Beispiel etwaige rassistische Äußerungen nicht dulden, sondern sofort unterbinden. Die Feuerwehr Weyhe sei sensibel dafür, ob bestimmte Witze die Runde machen. „Extremismus in welcher Form auch immer hat in der Feuerwehr keinen Platz“, betont Folkard Wittrock.

Pop-Kantor Sören Tesch sorgte beim Livestream für die musikalische Untermalung.

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