Junge Union schickt für Kommunalwahl sechs Kandidaten ins Rennen

CDU Weyhe: Ära Dietrich Struthoff endet

Die CDU wird weiblicher: Das zeigt sich zum Beispiel im Haus von Dietrich Struthoff. Seine Ehefrau Birgit kandidiert für den Rat. Dennis Kipker, freut sich, dass sich viele junge Menschen für Politik interessieren.
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Die CDU wird weiblicher: Das zeigt sich zum Beispiel im Haus von Dietrich Struthoff. Seine Ehefrau Birgit kandidiert für den Rat. Ausschuss-Vorsitzender Dennis Kipker, freut sich, dass sich viele junge Menschen für Politik interessieren.

Die CDU Weyhe hat ihre Liste für die Kommunalwahl aufgestellt. Spitzenkandidatin ist Vize-Bürgermeisterin Ingrid Söfty. Sie freut sich, dass es dem Ortsverband gelungen ist, einen echten Generationswechsel zu vollziehen. Sechs Bewerberinnen und Bewerber kommen aus den Reihen der Jungen Union (JU).

Weyhe – Es ist eine Kampfansage, die der langjährige Weyher CDU-Chef und Fraktionsvorsitzende Dietrich Struthoff formuliert: „Wir möchten im kommenden Rat die stärkste Kraft werden.“ Dass der Christdemokrat in der kommenden Legislaturperiode diesem Gremium definitiv nicht mehr angehören wird, mache ihm nichts aus. Im Gegenteil. Er hat auf der internen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend nicht mehr für den Rat kandidieren wollen.

„Die CDU muss deutlich weiblicher und sehr viel jünger werden, um die Menschen zu erreichen.“ Das spiegele die Aufstellung wider. Die Reihe der Kandidaten führt Ingrid Söfty an.

Sieben der ersten zehn Plätze besetzen Frauen. Die Vize-Bürgermeisterin Söfty freut sich, dass sich bei der Mitgliederversammlung so viele junge Menschen erfolgreich um eine Kandidatur bemüht haben und einen Generationswechsel eingeleitet haben. Insgesamt sechs Kandidatinnen und Kandidaten kommen aus den Reihen der von Yasmine Goldschmidt angeführten Jungen Union (JU).

Wie die Mitglieder der CDU-Fraktion Ingrid Söfty, Dietrich Struthoff und Dennis Kipker weiter berichten, hätten sich einige Christdemokraten in einem Saal der Tanzschule Nadine Reiners ein Rennen geliefert. Die rund 50 Mitglieder hätten nichts anderes gemacht, als in drei Stunden teilweise in einem hitzigen Wortgefecht Platz für Platz abzustimmen. Es hätten sich sogar bis zu drei Christdemokraten für einen Listenplatz für Rat und Kreistag beworben. Zweimal musste sogar das Los entscheiden, berichtet Struthoff. Das zeige, dass die CDU Weyhe sich mitten in einem Prozess der Verjüngung und Veränderung befinde.

Auch wenn im Rat die fast drei Jahrzehnte umfassende Ära Dietrich Struthoff enden wird, so würde der Fraktionsvorsitzende auf Politik nicht ganz verzichten wollen. Er bewirbt sich nur für den Kreistag. Dort sei er auf Rang vier, vor dem Spitzenkandidaten Kurt Meyer sowie Ingrid Söfty und Marisa Wessel. Dietrich Struthoff sieht trotzdem eine Chance, in den Rat einzuziehen, wenn ihm viele Wähler ihre Stimme geben. Gleiches gelte für seine Frau Birgit, Leiterin des beruflichen Gymnasiums in Syke. Sie kandidiert für den Rat auf Rang 9 und wirbt für eine Politik, in der die besseren Argumente zählen. Als Politik-Lehrerin habe sie viele Schüler motiviert, sich sozial und politisch zu engagieren. Sie will mit allen Parteien zusammenarbeiten.

Dietrich Struthoff sieht für die nächste Legislaturperiode große Herausforderungen, die das neue CDU-Team meistern werde. Die finanzielle Situation werde nicht mehr so sein wie in den vergangenen zehn Jahren. Es gelte also, mit den beschränkten Mitteln, das Optimum herauszuholen. Deshalb repräsentiere die Kandidaten-Liste laut Stuthoff Kompetenz auf vielen Feldern, zum Beispiel Finanzen, Wirtschaft, Recht und Bildung.

Durch Corona und die finanziellen Probleme von manchen Betrieben würde die Gewerbesteuer nicht mehr so kräftig wie in der Vergangenheit fließen, erklärt der Fraktionsvorsitzende. Trotzdem gebe es Wünsche: Ein neuer Kindergarten, die Beendigung der Leester Ortskernsanierung, den Bau weiterer Fahrradparkhäuser sowie die Schaffung von Sporteinrichtungen. Dazu habe die CDU einen Antrag gestellt. Sie spricht sich für einen Sportgarten aus, den jedermann besuchen kann. „Man muss Begegnungsstätten für Jung und Alt schaffen“, erklärt Struthoff. Dieser Antrag muss eine Mehrheit finden, dann muss ein pädagogisches und finanzielles Konzept entwickelt werden. Struthoff rechnet mit Kosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

„Außerdem sind die Straßen in einem katastrophalen Zustand.“ Wegen Corona und dem fehlenden Geld sei das Budget für den Straßenbau von zuletzt einer Million auf 800 000 Euro gesunken, erläutert Dietrich Struthoff. Die CDU will dabei das Fahrradwege-Netz weiter ausbauen. Struthoff denkt dabei an die neuen Verbindungen, die in dem Gebiet zwischen Schulstraße und Leester Straße entstehen sollen. Da die jungen Christdemokraten den ÖPNV nutzen würden, würden sie gute Argumente für den Ausbau finden, ist er sich sicher.

Von Sigi Schritt

Kandidaten

Gemeinderat:

1. Ingrid Söfty (70, Kirchweyhe)
2. Dennis Kipker (34, Leeste)
3. Janine Greulich (43, Leeste)
4. Claus-Peter Wessel (52, Kirchweyhe)
5. Helgard Struckmeier (58, Dreye)
6. Yasmine Goldschmidt (24, Lahausen)
7. Anja Kappler (46, Leeste)
8. Christine Burda (56, Sudweyhe)
9. Birgit Struthoff (62, Leeste)
10. René Wientjes (31, Leeste)
11. Frank Drewes (48, Melchiorshausen)
12. Kurt Meyer (74, Kirchweyhe)
13. Mathias Lipp (37, Kirchweyhe)
14. Marcel Eils (23, Kirchweyhe)
15. Frank Schwarz (61, Lahausen)
16. Ulrich Trempel (67, Leeste)
17. Peter Schüre (78, Leeste)
18. Sophie Malina (24, Melchiorshausen)

(Die fett markierten Namen sind Bewerberinnen und Bewerber, die dem aktuellen Rat nicht angehören.)

Kreistag:

1. Kurt Meyer
2. Ingrid Söfty
3. Marisa Wessel (27, Kirchweyhe)
4. Dietrich Struthoff (65, Leeste)
5. Dennis Kipker
6. Anja Kappler
7. Christine Burda
8. Yasmine Goldschmidt
9. Helgard Struckmeier
10. Janine Greulich
11. Frank Schwarz
12. René Wientjes
13. Sophie Malina
14. Marcel Eils

(Die fett markierten Namen sind Bewerberinnen und Bewerber, die dem aktuellen Kreistag nicht angehören.)

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