Vorbildcharakter

Doris Schröder-Köpf lobt Weyhe für Integrationsbemühungen

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Doris Schröder-Köpf sorgt für ein volles Weyher Rathaus. Für die Gemeinde hat sie nur Lob übrig. Fotos:

Mit einem Lob begann Doris Schröder-Köpf, Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, ihr Referat zur Situation der Lage der Migranten in Niedersachsen: „Wenn es überall so wäre wie in Weyhe, dann hätten wir nur wenige Probleme.“

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Bürgermeister Andreas Bovenschulte hatte Maßnahmen vorgestellt, die in Weyhe bereits greifen. Die dezentrale Unterbringung, die gut geregelte Teilhabe der Kinder in Kitas und Krippen. Einschränkungen machte er beim Spracherwerb: „Das geht nicht so schnell wie gewünscht.“ Die Migration biete Chancen, enthalte aber auch Konfliktpotenzial. Er würde die Chancen in den Vordergrund stellen, hat aber nach der Phase des „Wir schaffen das“ auch eine bis in die Mitte der Gesellschaft reichende Phase des Pessimismus beobachtet. Inzwischen zeige sich jedoch eine positive Entwicklung.

Auch erste positive Ansätze kultureller Teilhabe seien zu sehen, aber bis die Menschen hier eigenständig leben und am öffentlichen Leben teilhaben können, sei noch einiges zu tun. „Wir stehen da als vielfältige, offene, tolerante Gesellschaft. Wir wehren uns gegen jede Form von Ausgrenzung und wollen das Problem positiv, aber auch realistisch sehen“, so Bovenschulte.

Viele Zahlen, keine optische Unterstützung

Doris Schröder-Köpf hatte viel Zahlenmaterial mitgebracht. Es ging um Flüchtlingszahlen, Herkunftsländer und Trends bei der Einwanderung. Auch um Mittel, die für die Förderung der Integration bereitgestellt werden. Leider fehlte eine optische Unterstützung. Die nackten Zahlen, teilweise ohne Bezugsgrößen, wirkten eher ermüdend als informativ.

Die Situation der Migranten hinsichtlich der Bildung sei noch unbefriedigend. Die Teilhabe am Arbeitsmarkt hänge wesentlich vom Grad der Sprachkenntnisse ab. Die von Niedersachsen finanzierten Landessprachkurse, die es in dieser Form nicht überall gibt, hätten sich besser bewährt als die von der BAMF finanzierten Sprachlernkurse.

Doris Schröder-Köpf berichtete über den Beschluss der Landesregierung, alle Anträge auf Basis- und Vertiefungskurse des Landkreises zu bewilligen.

Den gegenwärtig sehr robusten Arbeitsmarkt bezeichnete sie als „ein Geschenk“, die Zahl der versicherungspflichtigen Arbeitsplätze unter den Migranten steige. „Wir sind schon weit gekommen, haben schon viel erreicht und als Wirtschaftsstandort auch davon profitiert“, sagte Schröder-Köpf. Ebenso wichtig sei aber der soziale Aspekt, der ohne das bürgerschaftliche Engagement der Menschen unbefriedigend bleiben würde.

Weyhe eines der besten Beispiele

Leider hätte sich eine fremdenfeindliche Partei die vorhandenen Ängste und Sorgen der Bürger zunutze gemacht, ohne jedoch ein eigenes Programm zu entwickeln. Weyhe sei eines der besten Beispiele, wie das Problem angepackt werden kann, wo alle, auch die Zugewanderten, an einem Strang ziehen.

Aus Zeitgründen war die geplante Diskussion eher begrenzt. Die Zuhörer wollten wissen, welche Möglichkeiten es gibt, den Anteil der Frauen am Spracherwerb zu vergrößern. Doris Schröder-Köpf nannte Angebote der Landfrauen als ein gelungenes Beispiel und gab den Rat, Angebote für Frauen mit einem Betreuungsangebot für Kinder zu verbinden.

Auf den Wunsch, die erforderliche Mindestanzahl an Teilnehmern auf dem flachen Land zu senken, ging sie nicht ein. Schröder-Köpf forderte vielmehr, sich eigene Gedanken zu machen und ihr mögliche Lösungen zu nennen, damit andere Kommunen teilhaben könnten.

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