Ab in den Wahlkampf

„Weyhe-verliebt“: SPD-Bürgermeister-Kandidat Frank Seidel will parteiübergreifend überzeugen

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Frank Seidel ist Bürgermeisterkandidat der SPD.

Für Kenner der politischen Szene ist das Ergebnis keine Überraschung: Einstimmig haben die Sozialdemokraten in Weyhe Frank Seidel zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten erkoren (wir berichteten) – und damit einen Genossen, der seit 1998 Mitglied der SPD ist und sich seit 2001 ehrenamtlich im Gemeinderat engagiert. Seit 2011 repräsentiert er als stellvertretender Bürgermeister die Gemeinde.

Weyhe - Warum der 50-jährige Prokurist der Sparkasse Immobilien Bremen GmbH die Nachfolge von Andreas Bovenschulte antreten will, der nun Bürgermeister in Bremen ist, begründet Seidel mit fünf Buchstaben: „W-E-Y-H-E.“ Und signalisiert, dass er seine Kandidatur ein Stückweit auch als Verpflichtung empfindet: „Selbst meine Kinder und meine Frau sind angesprochen worden, und zwar unabhängig von Parteipräferenzen: Der soll das machen, der kann das machen.“

Frank Seidel ist in Weyhe aufgewachsen und wirbt deshalb mit dem Slogan „Einer von uns“. Außerdem betont er: „Ich bin Weyhe-verliebt!“ Die Gemeinde ist sein Lebensraum und seine Lebenswelt, die er mit Ehefrau Heike (49) und den drei Kindern Chantal (24), Fabienne (22) und Pascal (20) teilt.

„Vor meiner Kandidatur habe ich alle anderen Fraktionsvorsitzenden informiert“, betont Seidel, der seit 2006 die SPD-Fraktion im Gemeinderat führt – und weiß, dass Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik ein wichtiger Faktor ist.

Seidel lobt „gutes Zusammenspiel“ im Amt

Das gilt auch für sein Amt als ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister mit vielen Terminen, vor allem am Wochenende. Seidel lobt das „gute Zusammenspiel“ mit der 2. stellvertretenden Bürgermeisterin Ingrid Söfty (CDU) und der Ratsvorsitzenden Astrid Schlegel (SPD), die auch Termine übernehmen.

Und das Hauptamt? „Der Bürgermeister ist überparteilich“, betont Seidel. „Er kann viele Ideen haben. Aber er braucht den Gemeinderat, der sie mit ihm umsetzt.“ Und er braucht eine Verwaltung: „Unser Rathaus ist richtig gut aufgestellt“, stellt der SPD-Kandidat fest.

Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, was wäre seine erste Amtshandlung? „Ich würde ins Rathaus gehen und mich vorstellen“, betont der 50-Jährige, der das Rathaus doch gut kennt – und sagt über die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith: „Sie ist eine richtig gute Vertreterin.“ Seidel signalisiert eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit ihr: „Ich verstehe das als Tandem.“

Und was will Frank Seidel politisch in Weyhe bewegen? „Wir haben gemeinsam eine Menge auf die Schiene gestellt“, erinnert er an die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern Frank Lemmermann (bis 2014) und Andreas Bovenschulte. „Das, was angeschoben worden ist, muss fortgesetzt werden“, betont Seidel – und nennt die Rekommunalisierung der Netze, die Ortsentwicklung Leeste und die Sanierung der KGS Leeste. Die Schulpolitik ist ihm enorm wichtig: „Das Schulsanierungskonzept war 1998 einer der ersten Anträge, die ich gestellt habe.“

Bezahlbarer Wohnraum im Blick

Aktuelle Aufgaben seien aber genauso die Ortsbildprägung („Was kann man wo wie bauen?“) und bezahlbarer Wohnraum, ganz sicher auch der Klimaschutz. Wichtig, so fügt er hinzu, sind ihm ebenfalls das Ehrenamt, der Sportbereich und die Feuerwehr sowie die Bürgerbeteiligung. Und er stellt klar: Er denkt nicht in Gemeindegrenzen, sondern in Regionen: „Die gute Zusammenarbeit mit Bremen muss fortgesetzt werden!“ Mit Stuhr und Syke will er eng kooperieren.

Immerhin für sieben Jahre wird der neue Bürgermeister gewählt. Welche Visionen hat Seidel für diese Zeit? „Die möchte ich mit den Bürgern entwickeln“, antwortet er – und will Workshops organisieren wie „Weyhe 2030 und Weyhe 2040: Wo wollen wir stehen?“ Ein Bürgermeister der Alleingänge will Frank Seidel nicht sein. „Aber ich kann auch Entscheidungen treffen, selbst wenn sie unangenehm sind“, versichert er.

Seit 2011 ist Seidel Kreistagsabgeordneter und Vize-Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Sollte er am 10. November zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Weyhe gewählt werden, müsste er seine Kreistagsämter abgeben.

Stichwahl in Weyhe: 24. November

„Die Stichwahl findet am 24. November statt“, nennt der SPD-Bürgermeister-Kandidat ein wichtiges Datum. Denn außer ihm bewerben sich noch Annika Bruck (Grüne) und Torsten Kobelt (Die Partei) um das Amt. Rechnet Frank Seidel noch mit einem Kandidaten der CDU? Diese Frage lässt der 50-Jährige offen, lenkt das Thema auf die SPD und darauf, nun gemeinsam Ideen für den Wahlkampf sammeln zu wollen.

Bleibt die Frage: Bürgermeister werden, war das immer schon Frank Seidels Traum? Mit einem Schmunzeln blickt der 50-Jährige zurück: „Ich wollte Fußball-Profi werden, aber das hat nicht geklappt.“

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