Kreisverkehr oder Ampelanlage?

Politik will in Sudweyhe eine Unfallgefahr entschärfen

Bei einer Sache sind sich im Weyher Gemeinderat alle Parteien einig: Sie wollen die Unfallgefahr an dieser Kreuzung in Sudweyhe minimieren.
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Bei einer Sache sind sich im Weyher Gemeinderat alle Parteien einig: Sie wollen die Unfallgefahr an dieser Kreuzung in Sudweyhe minimieren.

Weyhe – Alle Fraktionen im Weyher Rat wollen die Verkehrssituation insbesondere für Radfahrer an der Kreuzung Dreyer Straße / Sudweyher Straße verbessern. Rückenwind bekommen sie von der Verkehrsunfallkommission, die diese Stelle als Unfallschwerpunkt gekennzeichnet hat. Doch wie könnte eine Entschärfung gelingen? Die SPD hatte im Bauausschuss, der am Dienstag online getagt hat, die Errichtung eines Kreisverkehrs vorgeschlagen.

Im Rahmen eines Prüfauftrags sollte die Weyher Verwaltung auch erörtern, ob eine Ampelanlage infrage kommen kann. Der von Rainer Zottmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, vorgestellten Vorschlag, schmeckte aber den Parteien nicht auf Anhieb.

„Dort gibt es viele Beinahe-Unfälle“, kommentierte Rainer Zottmann die Situation. Der SPD sei klar, dass nicht die Gemeinde Weyhe für die Landesstraße zuständig sei, sondern das Straßenbauamt Nienburg. Trotzdem müsse etwas getan werden, denn es sei schwer, die Straße zu überqueren. Er habe auf den SPD-Vorschlag, dort einen Kreisverkehr oder eine Ampelanlage zu installieren, sehr viel positive Resonanz bekommen. „Viele Menschen wünschen sich eine Querungshilfe“, so Zottmann. Radler, die von Sudweyhe zum Wieltsee wollen, müssen diese Landesstraße überqueren. Wie Doris Salomé, zuständige Fachbereichsleiterin der Weyher Gemeindeverwaltung, sagt, hätten Fachleute sich für eine Lichtsignalanlage ausgesprochen. Kurz vor der Bauausschuss-Sitzung habe die Verkehrsunfallkommission getagt und eine Ampelanlage favorisiert.

Annika Bruck, Fraktionsvorsitzende der Grünen, störte sich an einer Formulierung des SPD-Antrags, der zwar einen „ergebnisoffenen Prüfauftrag“ zum Ziel hat, aber so würde sie es sich nicht herauslesen. Annika Bruck betonte, dass der SPD-Antrag vorrangig ausloten sollte, ob vorrangig ein Kreisel die Lösung des Verkehrsproblems sein könnte. „Ginge es nur um den Kreisverkehr, würde ich den Antrag ablehnen.“ Annika Bruck kritisierte, dass an dieser Stelle ein Kreisel eine Flächenverschwendung darstellen würde.

Jürgen Borchers (SPD) warf in die Diskussion ein, dass gerade ein Kreisverkehr die Standzeiten des motorisierten Verkehrs reduzieren würde. „Die Radler könnten den Kreisverkehr gemeinsam nutzen.“ Der Sozialdemokrat erinnerte daran, dass es in anderen Ländern an jeder Ecke einen Kreisverkehr gibt. „Wenn nur eine wunderschöne Ampelanlage möglich ist, würde ich auch zustimmen.“ Allerdings merkte die Verwaltungsvertreterin Salomé an, dass sich die Fachleute einschließlich der Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs festgelegt hätten: „Radfahrer würden von einem Kreisverkehr nicht so profitieren wie von einer Ampelanlage.“

Ingrid Söfty von der CDU-Fraktion machte deutlich, dass es ihr um die Sicherheit der Radler ginge. Man sollte auf die Fachleute hören. Außerdem handle es sich nicht um eine Gemeindestraße, sondern um eine Landesstraße. Die Kreistagsmitglieder im Rat wüssten, wie die mittelfristige Planung zum Straßenausbau aussieht. Ein Kreisel sei offenbar nicht vorgesehen. Deshalb wäre es laut Söfty besser, sich für eine Ampel auszusprechen.

Antje Sengstake, Fraktionsvorsitzende der FDP, ordnete sich in die Reihe der Kreisverkehr-Skeptiker ein. Würde dort einer gebaut, wäre dieser nicht so dimensioniert wie der in Brinkum vor dem Bäckerei-Café Brüne-Meyer. Der in Sudweyhe wäre erheblich größer. Die Liberalen plädieren für eine Bedarfsampel.

„Ich merke schon, Kreisverkehre werden in Weyhe nicht gerne gesehen“, kommentierte Rainer Zottmann die Äußerungen der Ausschuss-Kollegen. Schließlich änderte die SPD ihren Antrag dahingehend ab, dass die Verwaltung die vorgeschlagenen Varianten gleichrangig prüfen soll.

Vor der Abstimmung schaltete sich noch mal Ingrid Söfty ein. Die Christdemokratin betonte, dass dort ein Unfallschwerpunkt festgestellt worden sei. Die CDU wolle die Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer gestärkt wissen. Es sei jetzt Handlungsbedarf. Für einen größeren Kreisel müsse Land erst noch gekauft werden. Am Ende gaben alle Parteien grünes Licht für den Prüfauftrag an das Rathaus, sowohl den Bau eines Kreisels als auch die Errichtung einer Ampelanlage zu untersuchen. Das Votum müsse jetzt noch der Rat bestätigen.

Von Sigi Schritt

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