WE STAMP beim Bahnhofsfest

Musiker Sören Tesch: Nur „I love you“ reicht nicht

Die Gruppe WE STAMP hat 30 Titel im Repertoire. - Fotos: Jantje Ehlers

Weyhe - Die Gruppe WE STAMP tritt Sonntag auf dem Bahnhofskulturfest auf. Der Pianist Sören Tesch ist Chef der Formation. Redakteur Sigi Schritt will mehr über das Musikprojekt wissen.

Was hören die Besucher auf dem Bahnhofskulturfest von euch?

WE STAMP steht für einen musikalischen Querschnitt der Vorlieben aller beteiligten Musiker. Es gibt Popsongs, Soul, eine Preise Rock und eine ordentliche Portion Gospel. Vorgetragen von jungen Musikern der Leester Kirchengemeinde in klassischer Besetzung. Den ersten Teil des Konzertes (13.30 bis 14 Uhr) werden unsere Sänger Marie, Joselin, Annika, Kris, Ray und Jason mit einem eher ruhigerem Programm gestalten. Ab 15.45 Uhr spielen wir alles von Shawn Mendes bis zu den Temptations, von Adel Tawil bis Philipp Poisel.

Seit wann gibt es die Band?

Die Band gibt es seit Anfang 2016. In den Anfängen waren wir nur acht junge Ex-Konfirmanden, mit dem Wunsch, zusammen Musik zu machen. Mit der Anschaffung der Gesangsanlage und einiger Spenden in Form von Verstärkern und des Drumsets, konnten wir anfangen, ‘richtig loszurocken’. Mittlerweile sind wir quasi eine Bigband mit 14 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren.

Sören Tesch

Wer bestimmt die Auswahl der Lieder?

Die Auswahl bestimmen die Musiker in Absprache mit mir. Popsongs aus den Charts schaffen es dabei nur, wenn die Texte etwas Sinnvolles hergeben. Nur ‘I love you’ reicht da nicht. Mittlerweile verfügen wir über ein Repertoire von rund 30 Titeln.

Wie haben sich die Musiker seit dem ersten Konzert beim Weihnachtsmarkt 2016 entwickelt?

Zusammengewürfelt aus Jugendlichen mit musikalischen Vorkenntnissen, Anfängern und ‘Fast-Profis’ musste am Anfang erst einmal ein gemeinsamer Nenner gefunden werden. Dank Paul Stoll am Schlagzeug und Nils Momot am Bass hatten wir aber ziemlich schnell eine solide Basis. Bis jetzt haben wir etwa zwölf Gigs absolviert und dadurch ein gewisses Maß an Professionalität erlernt. Die Spielfreude ist bei den Proben greifbar, und durch die Anzahl von talentierten Stimmen ist es mittlerweile ein Leichtes, schwerere Projekte anzugehen.

Wo und wann wird geprobt?

Wir proben wöchentlich dienstags von 18.30 bis 20 Uhr im Gemeindehaus. WE STAMP ist ein kirchliches Projekt.

Geht es auch um Werbung für die Kirche?

Das ist meine Intention! Musik spielt seit jeher für mich eine der wichtigsten Rollen im kirchlichen Leben. Wenn es nun möglich wäre, vom Kinderchor bis hin zur Kantorei oder Posaunenchor, nahtlos ein musikalisches Angebot bei uns zu finden, dann ist das ein guter Baustein für eine solide Bindung an die Gemeindearbeit. Ich betreue und leite in Leeste zudem die Chorwürmer (ein Chor mit jungen Sängern von fünf bis zehn Jahren), die Band, den Kirchenchor und gestalte den Orgeldienst. Abgesehen von der Musik, die wir zusammen machen, bilden sich Gruppen, die für mich ein gutes Beispiel an Zusammenhalt und christlicher Nächstenliebe sind.

Sind die Mitglieder alle in der Kirche?

Auch wenn einige in den Gruppen sonst ‘nicht viel mit Kirche am Hut haben’, so merken sie schnell, dass es bei uns eine Möglichkeit gibt, sich einzubringen und zu gestalten.

Wie wichtig sind solche Projekte für die Kirche?

Unerlässlich! Kirche muss im ‘Hier und Jetzt stattfinden. Da ich von Haus aus auch leidenschaftlicher Organist bin, versuche ich jeden Sonntag, einen musikalischen Querschnitt anzubieten, aus alten Chorälen und modernen Elementen. Da sagen einige ‘Huch, das hab ich hier gar nicht erwartet’, und die Vorstellungen, was Kirche ist, kippen. Wir müssen mit moderner Musik weitermachen, um auch alle heranwachsenden Generationen mitzunehmen, denn da spiegelt sich die Aktualität der Lebensumstände am besten wider. Zwar haben Gospel und Popsongs auf Trauungen Einzug gehalten, im Kirchenalltag allerdings wird doch zu oft auf ‘Folklore’ zurückgegriffen. Die Bewahrung des historischen Kirchenmusikschatzes darf aber nicht vergessen werden.

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