Institut prüft 10 Todesfälle nach Impfung

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Impfung gegen Corona
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Der Rettungsdienst war schnell vor Ort, die Hilfe kam für die Seniorin aber zu spät.

Wenige Stunden nach ihrer Impfung gegen Corona ist eine 90-Jährige in einer Weyher Seniorenresidenz gestorben. Laut Obduktionsergebnis gibt es keinen Zusammenhang zwischen Impfung und Tod der Frau.

Update vom 16. Januar, 14.49 Uhr: Wie der Landkreis Diepholz am Samstag mitteilt, hat die Staatsanwaltschaft Verden das Obuktionsergebnis der in einem Seniorenheim in Weyhe kurz nach der Impfung gegen Covid-19 verstorbenen Seniorin bekanntgegeben. Laut Rechtsmedizin konnte kein Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung und dem Tod der 90-jährigen Frau festgestellt werden. „Eine abschließende Bewertung durch das Paul-Ehrlich-Institut bleibt abzuwarten“, teilt der Landkreis mit.

Update vom 16. Januar: Das Ergebnis der Klärung der Todesursache der 90-Jährigen aus dem Seniorenheim in Weyhe bleibt weiterhin abzuwarten. Die Seniorin war zunächst von den Behörden fälschlicherweise als 89-Jährige beschrieben worden, wie der NDR berichtet. Der Landkreis Diepholz hatte nach dem unerwarteten Todesfall in der Senioreneinrichtung das Land Niedersachsen sowie das Paul-Ehrlich-Institut informiert.

Ursprungsmeldung vom 13. Januar: Landkreis  Diepholz – „Es gibt im Augenblick nur einen zeitlichen Zusammenhang“, erklärte Landrat Cord Bockhop am Mittwoch in einer Pressekonferenz im Diepholzer Kreishaus zu dem tragischen Fall – und drückte den Angehörigen sein tief empfundenes Beileid aus.

Fachinstitut soll Todesursache nach Impfung ermitteln

Der Landkreis hat ein Fachinstitut beauftragt, die genauen Ursachen dieses Todesfalls zu ermitteln. Ob die 89-Jährige an Vorerkrankungen litt, konnte der Landrat aus Datenschutzgründen nicht sagen. Die Sachlage schilderte Cord Bockhop so: Am Mittwochmorgen hatten gegen 9 Uhr die Vorbereitungen und die Impfungen in dem Weyher Seniorenheim am Richtweg begonnen. Zwei Ärzte waren vor Ort, „obwohl formal nur einer notwendig gewesen wäre“. Die 89-Jährige sei „gut orientiert“ gewesen zum Zeitpunkt der Impfung. Danach habe sie, so hieß es, mit einer Angehörigen telefoniert. Nach der Impfung sei die Frau noch 15 bis 20 Minuten in Beobachtung gewesen: „Es hat keine Auffälligkeiten gegeben und auch keine allergischen Reaktionen wie zum Beispiel Schwellungen.“

Zwei Ärzte waren direkt vor Ort

Gegen 12.45 Uhr kollabierte die Seniorin. „Zwei Notfallsanitäter und zwei Ärzte waren vor Ort und haben sofort mit den Reanimationsmaßnahmen begonnen“, berichtete der Landrat. Parallel sei die Rettungsleitstelle alarmiert worden, die sofort den Rettungswagen und eine Notärztin aus Leeste zum Heim am Richtweg geschickt hätte. Nach einer halben Stunde sei der Einsatz beendet worden, die 89-Jährige war nicht zu retten.

Ob ein Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod der betagten Dame besteht, soll mithilfe des Fachinstituts so schnell wie möglich geklärt werden. Für alle Beteiligten ist der Fall umso tragischer, als es bei den bisherigen Impfungen in den Seniorenheimen des Landkreises keine Zwischenfälle oder Auffälligkeiten gegeben habe, wie es am Mittwoch ausdrücklich hieß.

Impf-Aktion in Seniorenheimen wird fortgesetzt

Seit dem 5. Januar sind zwei mobile Impfteams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Einsatz. Von den 36 Senioren- und Pflegeheimen im Landkreis Diepholz mit insgesamt 2 414 Plätzen haben sie bisher 1 371 Seniorinnen und Senioren in 16 Einrichtungen geimpft. Den Mitarbeitern und den Hausärzten dieser Einrichtungen zollte der Landrat seine Anerkennung für ihr Engagement und ihre Kooperation bei den Vorbereitungen der Impfungen. Voraussichtlich bis Ende Januar seien alle Senioren in den 36 Einrichtungen mit der ersten Impfung versehen.

Bisher 64 Menschen an oder mit Corona gestorben

Am Donnerstag werden die Impfungen in den Seniorenheimen fortgesetzt. „An der Notwendigkeit hat sich nichts geändert“, so der Landrat. Dass gerade die Menschen in Seniorenheimen – oft hoch betagt und unter Vorerkrankungen leidend – besonders gefährdet sind in der Corona-Pandemie, hatte das Infektionsgeschehen in verschiedenen Einrichtungen gezeigt. Viele der 64 Menschen, die bisher mit einer Covid 19-Erkrankung gestorben sind, gehörten dieser Personengruppe an.

Institut prüft 10 Todesfälle nach Corona-Impfung

Das Paul-Ehrlich-Institut prüft bislang zehn Todesfälle kurz nach einer Corona-Impfung - ein Zusammenhang gilt den Experten zufolge aber als eher unwahrscheinlich. Schwer kranke Menschen waren innerhalb von vier Tagen nach der Immunisierung gestorben, berichtete das für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständige Bundesinstitut im hessischen Langen am Donnerstag. „Aufgrund der Daten, die wir haben, gehen wir davon aus, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind - in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung“, sagte Brigitte Keller-Stanislawski, die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Tod nach Corona-Impfung: Schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen

Über Einzelfälle könne sie aus Gründen des Personenschutzes nichts sagen, aber es handele sich um sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen. Manche seien palliativ behandelt worden. Bislang haben in Deutschland mehr als 800.000 Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hatte schon vor der EU-Zulassung des Biontech-Präparats darauf hingewiesen, dass aufgrund der statistischen Wahrscheinlichkeit „Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung versterben werden“ - etwa weil zuerst alte Menschen geimpft würden, die aufgrund ihres Alters allgemein ein höheres Risiko hätten zu sterben. Das Paul-Ehrlich-Institut will künftig wöchentlich über die gemeldeten Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung informieren. Bis vergangenen Sonntag waren 325 Verdachtsfälle mit 913 Nebenwirkungen eingegangen, darunter 51 Verdachtsfälle mit schwerwiegenden Nebenwirkungen. (dpa)

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