18 Monate Haft auf Bewährung

Zusteller bunkert 334 Pakete - Gericht spricht Urteil

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Weyhe - Von Dieter Niederheide. Einen ehemaligen Paketfahrer (45) aus Weyhe verurteilte das Schöffengericht des Amtsgerichts Syke wegen Verletzung des Postgeheimnisses, Unterschlagung und Diebstahls in zwölf Fällen zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Dem zuvor unbestraften Mann wurde eine Bewährungsfrist eingeräumt und ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Mit dem Urteil kam das Schöffengericht dem Antrag von Oberstaatsanwalt Frank Lange nach.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 45-Jährigen vorgeworfen, in 48 Fällen von 2013 bis Anfang 2014 als Paketfahrer eines für die DHL arbeitenden Subunternehmens 334 Pakete nicht weitergegeben, sondern in seiner Wohnung in Weyhe gestapelt zu haben. Der Wert der Paketinhalte betrug laut Anklage mehr als 54.600 Euro.

In der Urteilsbegründung merkte der Vorsitzende Richter an, dass seitens der Staatsanwaltschaft und der Polizei in dieser Sache eine hervorragende Ermittlungsarbeit geleistet worden war. Dass der Strafprozess erst jetzt, nach fast vier Jahren angesetzt worden sei, habe an der langwierigen Ermittlungsarbeit gelegen. Der Vorsitzende Richter: „So viele Einzeltaten, das braucht Zeit bis zur Aufklärung.“ Bei einer Hausdurchsuchung im Januar 2014 hatte die Polizei in dem Haus in Weyhe die Pakete sichergestellt. Die Transportfirma hatte ihn daraufhin sofort entlassen.

Während der Beweisaufnahme zeigte sich der Angeklagte den Ermittlern gegenüber kooperativ und geständig. Im Gerichtssaal stand der Mann ebenfalls zu den Straftaten, fand allerdings keine rechte Erklärung dafür, warum er in einer derart hohen Zahl Pakete gestohlen hatte.

„Er geriet in eine Spirale“

Seinem Mandanten sei es auch sehr leicht gemacht worden, gab Verteidiger Rene Lancker zu bedenken. „Er geriet in eine Spirale“, und es sei letztlich gut gewesen, dass die Polizei dem Tun Einhalt geboten habe.

Keine geldwerten Vorteile erzielt

Oberstaatsanwalt Frank Lange und das Schöffengericht einigten sich schließlich darauf, eine große Anzahl der 48 Anklagen mit einer Verfahrenseinstellung strafrechtlich abzuschließen. Geldwerte Vorteile, so war zu hören, habe der Mann mit seinen Straftaten nicht erzielt. Die schwerste angeklagte Einzeltat umfasste 42 Pakete, deren Inhalt einen Gesamtwert von rund 4540 Euro hatte.

„Es war meine Idee alleine“, sagte der Weyher. Seine mitangeklagte Ehefrau wurde beschuldigt, in etwa zehn Fällen Beihilfe geleistet zu haben, als sie ihrem Mann beim Auspacken der Pakete aus dem Wagen geholfen hatte. Das Verfahren gegen sie wurde auf Kosten der Staatskasse eingestellt.

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