Weniger Verletzte

Polizeistatistik: 1 372 Verkehrsunfälle im Jahr 2020

Der Vergleich zeigt es: Nach Jahren steigender Verkehrsunfallzahlen ist das Ergebnis von 2020 wieder auf einem Niveau von 2013. Grafik: Polizei /
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Der Vergleich zeigt es: Nach Jahren steigender Verkehrsunfallzahlen ist das Ergebnis von 2020 wieder auf einem Niveau von 2013. Grafik: Polizei /

Weyhe – „Weniger Unfälle, weniger Verletzte“. Das ist die Kernaussage der Polizei, die am Mittwoch die Verkehrsunfallstatistik für Stuhr und Weyhe für 2020 vorgestellt hat.

Wie Bastian Wollering, Leiter Einsatz- und Streifendienst, berichtet, registrierte das Leester Polizeikommissariat insgesamt 1 372 Karambolagen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einen Rückgang um 15,72 Prozent. Im Langzeitvergleich haben die Beamten nur in den Jahren 2011 bis 2013 Unfallzahlen registriert, die sich zwischen 1 266 und 1 351 bewegt hatten. Der Spitzenwert betrug 2019 insgesamt 1 628 Unfälle.

Insgesamt 294 Verkehrsteilnehmer haben sich laut Bastian Wollering und Thorsten Strier, Leiter des Polizeikommissariats, verletzt. Die Polizei sei bestrebt, schwere Verkehrsunfälle zu vermeiden. Das sei ihr 2020 gelungen. Tote gab es nicht zu beklagen. Waren es 2019 45 Menschen, die sich schwer verletzt hatten, waren es 2020 42. Und auch die Zahl der Leichtverletzten sank von 281 auf 252. „Im Zehnjahresvergleich sei das der zweitniedrigste Wert“, so Strier.

Dass Fahrradfahren und Touren mit dem E-Bike beliebter werden, lasse sich ebenfalls in den Zahlen ablesen. An 104 Unfällen waren Radfahrer beteiligt. Dabei seien 82 Personen verletzt worden – 13 schwer. „Fahrradfahrer sind bei einem Verkehrsunfall besonders gefährdet, verletzt zu werden“, so Strier. „Wir werden in diesem Jahr erneut bei Überwachungsmaßnahmen einen Fokus auf Radfahrer legen“, so Bastian Wollering. Er richtet einen Appell an die Radler: „Ich kann nur jedem raten, freiwillig einen Helm zu tragen, um beispielsweise schwere Kopfverletzungen zu verhindern.“

Als Hauptunfallursache sehen die Ordnungshüter mangelnde Sicherheitsabstände. Doch es gebe noch weitere Faktoren, die zu einem Unfall führen: Vorfahrtsverstöße, Fehler beim Abbiegen und eine Geschwindigkeit, die nicht der Situation angepasst gewesen ist. Alkohol- und Drogen-Konsum seien ebenso Gründe.

Viele Unfälle dürften laut Strier und Wollering auch etwas mit Ablenkungen zu tun haben. Allerdings sei es nicht immer beweisbar, dass der Blick aufs Handy sowie das Lesen oder Verfassen einer Nachricht einen Unfall ausgelöst hat.

Wo hat es stärker gekracht: Innerhalb oder außerhalb von geschlossenen Ortschaften? Die Statistik zeigt, dass die Polizei Unfälle außerhalb der geschlossenen Ortschaft in 19 Fällen der Kategorie mit schweren Verletzten zugeordnet hat. Innerhalb von geschlossenen Ortschaften seien es 23 schwere Fälle gewesen. Bei den Karambolagen mit leicht Verletzten war es umgekehrt: 148 befanden sich innerhalb geschlossener Ortschaften, 104 außerhalb.

Die Beamten führten die Entwicklung der Unfallzahlen auf die Pandemie zurück. Der Lockdown vor einem Jahr spiegele sich in den Zahlen der Statistik wider, zumal erheblich weniger Menschen als sonst mit ihren Fahrzeugen unterwegs waren.

Die Polizei hat Risikogruppen ausgemacht: Zum einen geht es um die Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Im Jahr 2020 seien jene Fahranfänger bei 238 Unfällen beteiligt gewesen. Das entspricht einem Anteil von 17,4 Prozent. Neben Problemen mit Sicherheitsabständen und überhöhten Geschwindigkeiten führten laut Polizei insbesondere Fehler beim Rückwärtsfahren und Wenden zu Zusammenstößen.

Senioren ab 65 Jahren hätten einen Anteil von mehr als einem Viertel. Diese Gruppe sei in 353 Unfällen verwickelt gewesen. Allerdings sank die Zahl der schwer verletzten Rentner von 15 auf 10. Bei den leicht verletzten stieg die Anzahl von 16 auf 72.

Mehr als ein Viertel aller Verkehrsunfälle in Weyhe und Stuhr entfallen auf Parkplatz- (300) und Wildunfälle (90), teilt die Polizei mit.

Ein aus Sicht der Polizei erfreuliches Ergebnis sei der Rückgang der Zahlen hinsichtlich der Verkehrsunfallfluchten. Die Anzahl der Fälle sank gegenüber dem Vorjahr um 28 auf 339 Fälle. Etwa die Hälfte davon konnte aufgeklärt werden, sagt Polizeioberrat Strier. „Im Vorjahr lag die Quote noch bei 40,9 Prozent.“ Unfallflucht sei eine Straftat, erklärt der Leiter des Leester Polizeikommissariats.

Weshalb sich die Quote gebessert hat? Das liege an den „präzisen und guten Zeugenaussagen, die letztendlich zur Ermittlung der Unfallverursacher führten, erklärt Thorsten Strier. Er fordert die Bevölkerung auf, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen, wenn man einen Zusammenstoß beobachtet hat.

Von Sigi Schritt

Besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer: Radfahrer.

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