Bauausschuss gibt grünes Licht

Rhythmischer Applaus für „Ja“ zur KGS-Sanierung

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Bürgermeister Andreas Bovenschulte (l.) verdeutlicht in der Ausschusssitzung im großen Forum der KGS Leeste, dass Bildung für die Gemeinde Weyhe höchste Priorität hat.

Weyhe - Von Katharina Schmidt. Das gab es in Weyhe laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte noch nie: Mit langem, rhythmischem Applaus reagierten am Dienstagabend rund 200 Einwohner auf einen Beschluss des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt. Dessen Mitglieder stimmten im großen Forum der KGS Leeste geschlossen dafür, die Pläne zur Sanierung der Gesamtschule (wir berichteten) umzusetzen.

„Es ist die beeindruckendste Kulisse, die ich persönlich bei der Sitzung eines Fachausschusses erlebt habe“, sagte Bovenschulte zum Beginn der Veranstaltung und blickte in die Runde. Im Forum saßen Vertreter aus Politik und Verwaltung, Schüler, Eltern, Lehrer sowie Anwohner.

Die außergewöhnliche Kulisse passte zu der außergewöhnlichen Herausforderung, welche die Sanierung der KGS darstellt. Bovenschulte führte aus, dass das letzte Projekt dieser Größe in der Gemeinde der Bau der KGS Kirchweyhe vor rund 20 Jahren gewesen sei.

Unterm Strich kostet die Sanierung und die Neuordnung der Leester Gesamtschule voraussichtlich etwa 16,6 Millionen Euro. Die Gemeinde muss rund 12,5 Millionen davon zahlen. Der Rest der Summe kommt durch diverse Zuschüsse zusammen.

Der Bauausschuss hat mit seiner Entscheidung grünes Licht dafür gegeben, die Kosten in die Haushalte bis 2022 einzuplanen. Bis zu dem Jahr sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen werden.

Anschließend auf dem neuesten Stand

Laut den Planungen des Architekturbüros „Remke Partner“ soll eine Schule entstehen, die sowohl energetisch, pädagogisch als auch in Sachen Brandschutz auf dem neuesten Stand ist. „In den 1970er-Jahren gab es offensichtlich andere Brandschutzbestimmungen als heute“, merkte Architektin Tanja Remke zum Status quo an. Sie stellte in der Sitzung die Planungen zur Erneuerung, bei der Schüler kräftig mitgewirkt hatten, vor.

Ihr zufolge haben die vorgesehenen Materialien zur Gestaltung der Innenräume – dazu zählen Holz, Glas und betonähnliche Fliesen – einen „robusten Werkstattcharakter“.

Viele Sitzgelegenheiten sollen die Flure in Lern- und Aufenthaltsräume verwandeln. „Im Moment sitzen alle auf Heizkörpern oder auf dem Boden – das wollen wir ändern“, so Remke. Die Arbeiten beginnen in den Herbstferien am großen Forum. Wenn alles klappt, können dort spätestens im Sommer 2019 wieder Veranstaltungen über die Bühne gehen.

Die Zuschauer verfolgten Remkes Ausführungen aufmerksam – und bekräftigten, dass etwas getan werden muss. Eine Lehrerin bezeichnete den gegenwärtigen Zustand als „grottenschlecht“. Eine andere klagte darüber, dass Naturwissenschaftsräume derzeit nicht wärmer als 14 Grad würden. „Ich muss mich richtig fremdschämen, wenn ich neue Kollegen durch die Räume führe“, ergänzte eine dritte Lehrkraft.

Schüler äußern auch Kritik

Kritische Stimmen kamen auch aus den Reihen der Schüler. Sie monierten, dass die Einrichtung im Wesentlichen noch so aussehe, wie zu den Schulzeiten ihrer Eltern.

Unter den Ausschussmitgliedern gab es keine Zweifel, dass die Sanierung der richtige Weg ist. In den Augen von Frank Seidel (SPD) handelt es sich um einen „historischen Beschluss“. Er forderte alle Anwesenden mit den Worten „Wir sind alle KGS“ auf, weiterhin an einem Strang zu ziehen. Auch Ingrid Söfty (CDU) hob die gute Zusammenarbeit zwischen Architekten, Verwaltung, Schülern und anderen Beteiligten hervor. Annika Bruck (Grüne), Mutter von mehreren KGS-Schülern, meinte: „Jeder der die KGS kennt weiß, dass sie saniert werden muss.“ Sie dankte besonders den jungen Leuten, die Ideen bei den Planungen eingebracht haben, obwohl sie die Schule bald verlassen. Antje Sengstake (FDP) schloss sich den positiven Äußerungen an.

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