Friedliches Fest, Nazis „weggeschickt“

Weyhe feiert mit „Aufmucken gegen Rechts“ Jubiläum

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Blick von der Bühne ins Publikum.

Kirchweyhe - Von Tobias Kortas und Yasmine Goldschmidt. Als die „Watch out Stampede“-Frontmänner Andreas Hildebrandt und Dennis Landt kurzerhand ihr Publikum auf die Bühne rufen, sind viele ihrer Fans begeistert und strömen hinauf: Zu ihrer erfolgreichen Cover-Version von Keshas „Die Young“ feiert die Band mit ihren Zuhörern das gelungene Ende eines intensiven und klanggewaltigen Auftritts.

Mit den eindringlichen „Shouts“ von Hildebrandt, Landts Gesang und Gitarrenriffs, unterstützt durch den Bassisten Stefan Poggensee, den Gitarristen David Werner und Drummer Tolga Özer hatte die „Post-Hardcore“-Band mit ihrem satten Gitarren-Sound zuvor für eine Riesenstimmung gesorgt.

Die Bremer Gruppe war einer von fünf Acts, die das „Aufmucken gegen Rechts 2014“ zu einem friedlichen Festival mit harter Musik machten. Zu den mehrheitlich jugendlichen Gästen gesellten sich auch einige Leute mittleren Alters, so dass auf dem Marktplatz generationenübergreifend gefeiert wurde.

Das antifaschistische Zeichen, das das „Aufmucken gegen Rechts“ setzt, erfuhr nicht nur durch die Ereignisse nach dem Tod von Daniel S. in Weyhe eine besondere Aktualität. „Der Nationalstolz während einer Fußball-WM führt schnell zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der Leute wie Fußballer Mesut Özil nicht als richtige Deutsche angesehen werden“, erklärte Tim von der antifaschistischen Gruppe Weyhe in seiner Rede. „In jedem steckt rassistisches Potenzial, so dass man seine Anhängerschaft für das DFB-Team nicht mit Nationalismus begehen darf. Letztlich ist die Nationalität Zufall, man könnte genauso gut in einem anderen Land geboren sein.“

Das Logo des „Aufmuckens“ zeigt eine E-Gitarre, die ein Hakenkreuz zertrümmert. Mit dieser Einstellung etwa ging die Weyher Punkrock-Band „The Awake“ zu Werke. Mit ihrer energetischen Gitarren-Musik bereitete sie dem Festival einen impulsiven Beginn. Als Sänger und Gitarrist Dominik „Mick“ Heins seine Gitarre in die Höhe streckte, erntete er einen deftigen Applaus. „Weg mit dem Nazi-Dreck“ war darauf zu lesen. „Es ist schön, dass sich so viele Leute unterschiedlicher Musikstile hier versammelt haben“, rief Heins.

"Aufmucken" in Weyhe

Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
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Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
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Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
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Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt
Nach einem Jahr Pause wechselte das Aufmucken-Festival zum Weyher Marktplatz. © Mediengruppe Kreiszeitung / Yasmine Goldschmidt

Eine ganz andere Machart als „The Awake“ bevorzugen die Bremer Ravepunker „Alltag“. Die Kombination aus Synthesizer-Musik und der punkigen Stimme von Sänger Nicolai Gonther ging direkt in die Beine. Wie das auszusehen hatte, machte Gonther mit seinem ausgefallenen Tanzstil vor. Für ihren Song „Auf harte Tage folgen gute Nächte“ gab es reichlich Applaus. „Weil wir ziemlich früh dran waren, war es schwierig, die Veranstaltung zum Kochen zu bringen“, erklärte Gonther. „Wir haben aber die professionelle Tontechnik sehr genossen, die wir von den kleinen Clubs, wo wir sonst spielen, nicht kennen.“

Höhepunkt des Programms war die Weyher Band „Schwarz auf Weiss“, die sich vor kurzem neu formiert und bereits beim ersten „Aufmucken“-Festival 2001 gespielt hatte. Ihre Songs wie „Weg von Plastik (Zurück zur Musik)“, „Als ich noch so war wie ich heute bin“ oder „Zu lange her“ feierte das Publikum frenetisch. Zu dem Crossover aus Deutschrock, Ska, Soul und Wave füllte sich das Zelt merklich. Am Ende sprang Sänger Malte Prieser ins Publikum und legte einen „Stagedive“ hin.

Zum Abschluss schlug die Combo„AElement“ eine gehörige Lautstärke an. Ihren Punkrock reicherte sie mit schmetternden Drums und viel Energie auf den E-Gitarren an. Mit ihrem feurigen Klang samt Rap-Einlagen erinnerten „AElement“ etwas an die US-Rocker „Linkin Park“.

Das „Aufmucken 2014“ lief zwar friedlich ab. Doch Tim, der seinen Nachnamen zum Schutz vor Rechtsextremen nicht nennen wollte, berichtete von Neonazis auf dem Gelände. „Die führen Register über antifaschistische Aktivitäten. Die Security-Leute kennen sich aber gut in der Szene aus und haben die gleich weggeschickt.“

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