Mittagsverpflegung an Schulen und Kitas

Europaweite Ausschreibung für Weyhe: Caterer soll täglich 2. 000 Essen zubereiten

Das Essen in der Mensa „schmeckt gut“, lobt Julia Schindler von der SV der KGS Leeste.

Die Mensa der KGS Leeste zur Mittagszeit: Es ist sehr voll. Mädchen und Jungen verschiedener Jahrgänge sitzen an den einen Tischen, Lehrer an anderen. Drei Hauptgerichte stehen diesmal zur Auswahl: Burger mit Pommes, eine Fischpfanne sowie eine Tomatencreme-Suppe mit Grießklößen. Dazu gibt es Beilagen. Das kommt an. Schüler bedienen sich an einer Salatbar ebenso am Wagen für die Nachspeise. Jeder nimmt die Menge, die er mag.

Weyhe - „Das Essen schmeckt gut“, lobt Julia Schindler von der G9b. Die Schülervertretung (SV) der Schule hat die 14-Jährige zur Mensa-Beauftragten erkoren. Die jungen Nutzer „sind sehr zufrieden mit dem Konzept“, das im Oktober 2016 eingeführt worden ist, berichtet das SV-Mitglied. Davor war der Mittagstisch weniger beliebt. In den Augen Schindlers sei der Korrekturbedarf jetzt nur marginal.

Die SV beschäftigt sich deshalb mit dem Thema Schulverpflegung, weil Verwaltung und Politik einen einzigen Caterer suchen, der nach den Sommerferien Schulen wie Kitas täglich mit rund 2.000 Essen versorgt. Weiterhin soll er mit seinem Personal – zu Unterrichtszeiten – den Leester Schulkiosk betreiben.

Die Küche hat den Andrang bewältigt. Fotos: Sigi Schritt

Wie Rathausmitarbeiter Michael Fütterer vom Fachbereich Bildung und Freizeit dazu ausführte, erfordern neue Wertgrenzen erstmals eine europaweite Ausschreibung. Interessierte Caterer haben die Möglichkeit, die Bewerbungsunterlagen von einem niedersächsischen Vergabeportal herrunterzuladen und das für Weyhe maßgeschneiderte Konzept bis zum 29. Oktober abzugeben.

Julia Schindler will ambewährten Verpflegungskonzept der KGS Leeste festhalten. Sie findet es gut, dass sich das Unternehmen Vita Catering aus Wardenburg, dessen Team sie von der Mensa in Leeste kennt, sich für die Ausschreibungsunterlagen interessiert.

Das Wardenburger Unternehmen Vita Catering bereitet das Essen in der Mensa der KGS Leeste zu. Foto: Sigi Schritt

Die junge Gymnasiastin Sie beteiligt sich am Beratungsprozess und saß deshalb kürzlich im Rathaus im Schulausschuss am Tisch. Denn Politik und Verwaltung wünschen sich den großen Wurf. Wie berichtet, möchte die Verwaltung ein Unternehmen finden, dass nicht nur in der KGS Leeste Essen kocht, sondern mit seinem Team in der KGS Kirchweyhe eine zweite Zentralküche einrichtet. Die Speisen sollen nicht nur an die Grundschulen transportiert werden, sondern auch an die Kindergärten gehen, die in ihren Häusern nicht die Möglichkeit haben, selbst Speisen vorzubereiten. 

So haben die Kitas Lahausen und Weyhe-Mitte eigenes Küchenpersonal, ergänzt der zuständige Fachbereichsleiter Fabian von Weyhe. Daran wollen Politik und Verwaltung künftig festhalten. Aus rechtlichen Gründen könne die Gemeinde den Vertrag mit der Wardenburger Firma kein weiteres Mal verlängern. Nach vier Jahren müsse zwingend neu ausgeschrieben werden. Nicht nur dieser Vertrag, sondern auch ein Kontrakt mit einem Unternehmen aus Wildeshausen, das einige Kitas versorgt, könne aus dem gleichen Grund nicht mehr verlängert werden.

Diese Nachspeisen warten auf Abnehmer. Foto: Sigi Schritt

Die Mittagsverpflegung ist laut Fütterer und von Weyhe „hochsubventioniert“. Ein Essen würde regulär etwa sechs bis sieben Euro kosten. Eltern bezahlten etwa die Hälfte des Betrages. Diese Summe gehe laut von Weyhe direkt an den Caterer. Den Rest schieße die Gemeinde zu. So stelle der Schulträger die Räume und die Arbeitsgeräte einer modernen Zentralküche zur Verfügung, wie die Bürgermeisterstellvertreterin Ina Pundsack-Bleith ausführte. Große Investitionen für Kirchweyhe seien nicht nötig. Dort stehe schon fast alles.

30 Cent pro Essen entfallen auf die Energiekosten, weitere 30 Cent sei der Anteil an den Großküchengeräten. Es sei aber schwer, eine Vollkostenrechnung zu machen, da zum Beispiel Hausmeisterstunden ebenfalls reingerechnet werden müssten.

Die Speisen werden im Rahmen eines Büfetts gereicht. Foto: Sigi Schritt

Die Subvention lohne sich. „Der Gemeinde ist es ein großes Anliegen, eine vernünftige Mittagsverpflegung anzubieten“, so Ina Pundsack-Bleith. Für Michael Fütterer ist das Geld gut angelegt. Er findet, dass in die Bildung investiert wird. Da in vielen Familien meist nur noch am Wochenende gekocht wird, lernen die Kinder in Kita und Schule „gutes Essen“ kennen, das zur Gesundheit beiträgt. Was die Mädchen und Jungen jetzt gut finden, werden sie später als Erwachsene mögen, ist sich Fütterer sicher.

Caterer soll keine neuen Süßigkeiten anbieten

Die Schülerin Julia Schindler sieht allerdings noch kleinere Verbesserungen. So möchte die SV ein Feedback-System in den Mensa-Betrieb einbinden, damit Schüler das Essen direkt bewerten können. Schindler lobt, dass das Personal des Caterers stets auf die Wünsche der Mensa-Nutzer eingegangen sei. Das soll auch nach den Sommerferien so geschehen, wünscht die 14-Jährige. Außerdem sollten keine Süßigkeiten mehr verkauft werden. Die Gymnasiastin berichtet von einem Beschluss der SV, der kürzlich getroffen worden ist. Es sei jedoch völlig in Ordnung, wenn derCaterer seine Restbestände abverkauft, er sollte nur keine neuen Süßigkeiten mehr anbieten. Das sollte auch nicht im neuen Kiosk geschehen.

So soll der Kiosk der KGS Leeste aussehen. Foto: Sigi Schritt

Wie berichtet, soll der neue Vertragspartner während der Unterrichtszeit auch die derzeit von Eltern ehrenamtlich organisierte Cafeteria übernehmen. Die Schüler wünschen sich, dass die Preise weiter moderat bleiben. Die die Qualität der angebotenen Produkte dürfe sich im Vergleich zu jetzt nicht verschlechtert, fordert die 14-Jährige. Die Jugendliche hofft, dass der Tresen durchgängig und nicht nur während der Pausen besetzt ist.

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