Weitere Anwohner erbost

Straßenmeisterei steht weiter wegen Grünpflege in der Kritik

Wolfgang Eichhof ist bestürzt über die Baumfällarbeiten vor seiner Haustür. Foto: Luka Spahr
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Wolfgang Eichhof ist bestürzt über die Baumfällarbeiten vor seiner Haustür.

Kirchweyhe - Die Kritik an der Straßenmeisterei Vilsen reißt nicht ab. Nach Beschwerden von Anwohnern an der B 6 in Barrien und an der Rieder Straße in Ahausen, meldet sich nun auch ein Kirchweyher zu Wort. An der Hauptstraße vor seinem Haus wurden im Auftrag der Straßenmeisterei Vilsen ebenfalls Baumfäll- und Heckenrückschnitt-Arbeiten vorgenommen. Auch dort steht die Kritik im Raum, dass die Arbeiten zu aggressiv, die Bäume und Gebüsche zu kurz geschnitten wurden.

„An der Hauptstraße zur Kirchweyer Seite, parallel zum Handelsweg Richtung Baumarkt Koch, wurde die Bepflanzung abgeholzt/zurückgeschnitten. Bodengleich“, beklagt Wolfgang Eichhof in einem Schreiben an diese Zeitung. Vor rund zehn Jahren haben er und seine Frau Petra sich ein Haus mit einer kleinen Terrasse am Handelsweg gekauft. Eine große Baumreihe am Hang zur höher gelegenen B 6 war den Eichhofs bisher immer ein guter Sicht- und Lärmschutz. Davon ist nun nicht mehr viel übrig. Am 21. Januar seien Männer mit Motorsägen angerückt und hätten sämtliche Bäume zwischen seiner Terrasse und der B 6 abgesägt, erklärt Eichhof, als er zu den Baumstümpfen führt. „Als ob man auf einem Grünstreifen an der Autobahn lebt“, sagt er kopfschüttelnd.

Er habe damals wissen wollen, was es mit den Baumfällarbeiten auf sich habe und die Männer am Straßenrand angesprochen. Sie hätten immer wieder auf die Straßenmeisterei verwiesen. Daraufhin habe er sich bei der zuständigen Stelle in Vilsen gemeldet. Dort erklärte man ihm, dass die Arbeiten aufgrund der Verkehrssicherheit notwendig seien. Eichhof ist sich sicher, dass die Bäume mit einem Stammdurchmesser von 20 bis 50 Zentimetern alle gesund gewesen seien. In der Gemeindeverwaltung sei ihm gesagt worden, dass es sich bei den Bäumen größtenteils um nicht standsichere Pappeln gehandelt habe. Auch dem widerspricht Eichhof. „Es kann keiner sagen, dass die nicht standsicher sind“, erklärt er in Anbetracht der Stammdicke. Er und seine Frau sähen sich nun in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt.

Gemeinde wünscht sich anderes Vorgehen

Bei der Gemeinde Weyhe heißt es auf Nachfrage, dass die Zuständigkeit und die Verkehrssicherungspflicht bei der Straßenmeisterei lägen. „Ökologisch und naturschutzfachlich wünschen wir uns das von der Gemeinde natürlich anders“, sagt Ulf Panten, der Weyher Umwelt- und Naturschutzbeauftragte. Die Verkehrssicherheit gehe jedoch vor.

Ähnlich klingt es seitens der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg, die der Straßenmeisterei Vilsen vorgesetzt ist. Es handele sich um eine „regelgerechte Maßnahme nach den für den Straßenbetriebsdienst geltenden Richtlinien“. Dass die Bäume nur wenige Zentimeter über dem Boden gekappt wurden, „ist unter Fachleuten akzeptiert, da nicht immer eine ‘selektive Bestandspflege’ möglich ist“. Und: „Der alte Baumbestand wies seit Jahren einen hohen Totholzanteil auf. Somit ist die zuständige Straßenmeisterei Vilsen ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen.“

Die Behörde zeigt sich zuversichtlich, dass es innerhalb kürzester Zeit wieder zu einem „vollständigen Bewuchs“ kommen werde. Die Kritik sei nicht neu und tauche regelmäßig auf. 

ls

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