Erstmals Tablets in allen siebten Klassen: KGS Leeste setzt auf innovativen Unterricht

Direktor fordert Schulgesetz-Änderung

Geben iPads aus: der KGS-Direktor Michael Krutschke (l.) und Falk Brozio, Vorsitzender des Förderkreises.
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Geben iPads aus: der KGS-Direktor Michael Krutschke (l.) und Falk Brozio, Vorsitzender des Förderkreises.

Weyhe – Die Kooperative Gesamtschule (KGS) Leeste schreibt weiter an ihrer Erfolgsgeschichte: Vor 14 Jahren wurden die ersten Laptop-Klassen eingerichtet. Seit dieser Zeit hat sich mit dem Einzug von Laptops und Tablets der konventionelle Unterricht verändert: Schüler recherchieren im Internet, sichten Quellen, bewerten diese und erarbeiten gemeinsam neues Wissen.

Die Schule hat laut ihrem Direktor Michael Krutschke so gute Erfahrungen gemacht, dass der Gebrauch dieser Rechner nicht mehr wegzudenken sei. Die KGS Leeste war bei der Einführung des innovativen Unterrichts Vorreiter in Niedersachsen. Es sei überfällig, dass die Laptops oder Tablets wie bestimmte Taschenrechner offiziell als Lernmittel in das Schulgesetz aufgenommen werden, so Krutschke.

Die Landesregierung sei an dem Thema dran, sagt der Schuldirektor. Entsprechende Signale gebe es aus Hannover. Wenn die Gesellschaft den Weg der Digitalisierung gehen soll, müssten Schüler dazu befähigt werden, und die entsprechenden Rechtsgrundlagen müssten in den Landesgesetzen angepasst werden.

Die Gründe, weshalb die Schule den Einsatz der elektronischen Geräte favorisiert, liegen laut Michael Krutschke auf der Hand. „Es ist zeitgemäß, mit digitalen Endgeräten zu arbeiten. Sie öffnen neue Türen.“ Außerdem stießen sie auf eine breite Akzeptanz und bahnten der Digitalisierung einen Weg. Die Gesamtkonferenz der Schule habe sich darauf geeinigt, Tablets in allen Fächern zu benutzen. In der Regel würden Schüler das Gerät gerne als digitales Notizheft nutzen. Wenn sie Papier verwenden, fotografierten sie das Blatt ab.

Das Netzwerk würde die Mädchen und Jungen, die sich in das WLAN-Netz einwählen, zumindest in Leeste nicht ausbremsen. „Wir haben superschnelles WLAN und einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss“, sagt Krutschke stolz.

„In Sachen Netzwerktechnik werden nicht viele Schulen in Niedersachsen uns das Wasser reichen können.“ Diesen Status habe sich die KGS Leeste erarbeitet. Gab es vor mehr als einem Jahrzehnt nur einzelne Klassen eines Schulzweigs (Gymnasium, Real- und Hauptschule), die davon profitierten, so wurde im Laufe der Zeit der Gebrauch der mobilen Rechner für ganze Jahrgänge ermöglicht.

Seit diesem Schuljahr stehen erstmals allen Schülern des siebten Jahrgangs Tablets zur Verfügung, die für den Einsatz im Unterricht bestimmt sind und die vom Lehrer auch in den Schulstunden überwacht werden könnten.

Insgesamt 117 Geräte wurden jetzt durch den Förderkreis und der Schulleitung verteilt. Ziel ist es, dass künftig jeder Schüler Tablets oder Laptops zur Verfügung hat. Lehrer, die sich mit den Geräten nicht auskennen, werden geschult, kündigt der Direktor an.

Seit Einführung der Laptop-Klassen setzt die KGS Leeste auf Apple-Rechner. Jetzt lösen die iPad die Macbooks ab. Sie seien etwa zu einem Drittel des Preises eines Laptops zu haben. Sollten Eltern diesen Betrag finanziell nicht selbst schultern können, dann gebe es Möglichkeiten, wie diese entlastet werden könnten.

Die meisten Mütter und Väter hätten Geräte über einen Händler bestellt, den die KGS empfohlen hat. „Der ist auf die iPads in Schulen spezialisiert, bietet eine Finanzierung an und sorgt dafür, dass die Geräte in das Administrations-System der KGS überführt werden“, erläutert der Direktor Krutschke.

Einige Eltern hätten bereits geeignete Geräte im Haushalt gehabt. Die mussten die Geräte kurzfristig abgeben, damit diese in das Schulsystem integriert werden. Zudem gab die KGS Leihgeräte für jene Schüler aus, die einen Bildungs- und Teilhabe-Anspruch haben. Krutschke wies darauf hin, dass der Förderkreis der Schule eine Finanzierung anbietet.

Für den Förderkreis-Vorsitzenden Falk Brozio sei der erste iPad-Jahrgang der KGS ein Meilenstein in der Schulentwicklung. „Wir haben eine topmoderne Schule mit modernster Technik und mit engagierten Lehrern. Die Schüler haben jetzt alles für eine richtig gute Vorbereitung auf Beruf und Gesellschaft.“

Von Sigi Schritt

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