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Weyhe: Buntspecht beschädigt Meisen-Häuschen von Waldemar Miske

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Von: Sigi Schritt

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Hängt mit einer Teleskop-Stange Nistkästen auf: Waldemar Miske. Dieser Kasten kommt an einen Baum, der sich auf dem Mühlenkamp-Gelände in Leeste befindet.
Hängt mit einer Teleskop-Stange Nistkästen auf: Waldemar Miske. Dieser Kasten kommt an einen Baum, der sich auf dem Mühlenkamp-Gelände in Leeste befindet. © Sigi Schritt

Unzählige selbst gebaute Vogelhäuschen für Meisen hat Waldemar Miske in der Gemeinde Weyhe und darüber hinaus verteilt. Ein übereifriger Buntspecht hat sich allerdings an denen zu schaffen gemacht. Gerade rechtzeitig zur Brutsaison sind die beschäftigten Unterschlüpfe repariert und aufgehängt.

Weyhe – Der Ärger ist längst verflogen. Waldemar Miske hat es rechtzeitig vor Beginn des Brutgeschäfts der Meisen geschafft, viele Nistkästen zu kontrollieren und die letzten auszubessern. Die Meisen können also kommen und in wenigen Tagen und Wochen in den selbst gebauten Kästen Junge bekommen und aufziehen. Der 79-Jährige hat eine Methode gefunden, wie er einen ungebetenen, gefiederten Gast loswird.

Was Waldemar Miske auf seinen Kontrollgängen erlebt und ihn sprichwörtlich auf den Baum gebracht hat? Rund die Hälfte aller künstlichen Brutstätten, die er gebaut und auf dem Gelände des Mühlenkamps in Leeste verteilt hatte, seien den Attacken eines Buntspechts zum Opfer gefallen. Waldemar zeigt auf ein Stück Holz, das einmal zum Kasten mit der Nummer 37 gehörte. Es sei nicht mehr zu gebrauchen, so Miske. Ein Buntspecht habe nicht nur das Loch zum Ein- und Ausfliegen der jungen Meisen vergrößert, sondern auch weitere in das Holz geschlagen.

Teleskop-Stange statt Leiter

50 Nistkästen hängen allein auf dem Gelände des Mühlenkamp-Parks. Doch dabei ist es im Laufe der Jahre nicht geblieben. Waldemar Miske hat innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte eine große Anzahl an Kästen hergestellt und sie im Nordkreis verteilt. So befinden sich seine kleinen Häuschen an weiteren Standorten in Weyhe – etwa bei Mitgliedern seiner Heigel-Gruppe. Es befinden sich auch welche in den privaten Gärten seiner Sportkameraden des Vereins FTSV Jahn Brinkum sowie auf dem Gelände des DRK-Seniorenheims in Barrien. Zwischen Bassum und Twistringen habe er auch eine zweistellige Anzahl von Kästen verteilt.

Alle Nisthilfen befinden sich in einer Höhe zwischen vier und fünf Metern, dort seien sie vor Vandalismus geschützt.

Ob er eine Leiter verwendet? Nein, er benutze eine Teleskop-Stange, an deren Ende der Kasten hängt, sagt er. Die Stange lasse sich auch prima mit dem Fahrrad transportieren.

Loch vergrößert, neue sind hinzugekommen: Die vielen Nistkästen, die auf dem Mühlenkamp-Areal in Weyhe platziert sind, zeigen die gleichen Schäden: Löcher wurden systematisch vergrößert.
Loch vergrößert, neue sind hinzugekommen: Die vielen Nistkästen, die auf dem Mühlenkamp-Areal in Weyhe platziert sind, zeigen die gleichen Schäden: Löcher wurden systematisch vergrößert. © Sigi Schritt

Um einen Kasten herzustellen, benötigt es nicht viel: Holz, Dachpappe, Nägel, Schrauben sowie Scharniere. Die Löcher für Blaumeisen müssten 28 Millimeter groß sein, die für die Kohlmeisen aber 32.

Um aber einen Kasten gegen Buntspecht-Attacken zu schützen, müssen seine Seiten entweder mit Lochblechen oder anderen Blechen verstärkt werden. Der Weyher habe diese Verstärkungen vor der jetzt bevorstehenden Nistsaison angebracht. Die Hälfte der Kästen am Mühlenkamp würden jetzt einen Panzer aus Metall tragen.

Viele Meisen in der Region ein Verdients von Waldemar Miske

Der Naturschützer aus Leeste wünscht sich, dass so manch alter Baum trotz möglicher Schäden bleiben darf. Dort würde ein Buntspecht genügend Futter finden. Wegen der Schäden am Stamm komme solch ein Baum aber eher weg, kritisiert der 79-Jährige.

Weshalb sich Waldemar Miske für Meisen starkmacht? Er mag diese Tiere, sagt er. Dass es von denen so viele in der Region gibt, liege sicherlich zum Teil an seinen Nistkästen, sagt Miske. In dreißig Jahren habe er in seiner Werkstatt eine dreistellige Anzahl gebaut. Ein Freund aus Leeste, der ihm bei diesem Nistkasten-Projekt hilft, hat eine andere Idee umgesetzt, um den Buntspecht von dem Kasten abzuhalten: Er verwendet Holzbeton. Miske: „Da steckt viel mehr Arbeit drin, und die Kästen sind auch schwerer.“

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