Bauausschuss stimmt über Rahmenplan für Leester Ortskernsanierung ab

Gleisquerung: Diskussion nicht am Ende

Die Gemeindeverwaltung und Politik wollen daran festhalten: An einer Gleisquerung für einen Fahrradweg, der die Leester Marsch stärker an den Ortskern Leeste anbindet.
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Die Gemeindeverwaltung und Politik wollen daran festhalten: An einer Gleisquerung für einen Fahrradweg, der die Leester Marsch stärker an den Ortskern Leeste anbindet.

Weyhe – Wie kann die neue Leester Mitte aussehen? Viele Antworten auf diese Frage gibt der Rahmenplan für das Sanierungsgebiet „Ortskern Leeste“, den die Verwaltung erarbeitet hat. In der Vorlage, die der Bauausschuss am Dienstagabend diskutierte, geht es auf mehr als 70 Seiten darum, für ein Gebiet einer Größe von 40 Hektar Projektempfehlungen für die Ortsentwicklung zu geben.

Die Gemeinde soll die Chance bekommen, mit einer Kombination aus verkehrsorientierten, städtebaulichen und gestalterischen Projekten den Ortskern Leeste aufzuwerten. Die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes mit einer Gleisquerung ist eines von ganz vielen Vorhaben. Weitere: So soll aus dem Schulumfeld ein Quartierspark werden. Durch die Verlagerung des Busbahnhofs soll an alter Stelle ein Platz entstehen. Zu diesem Sanierungsgebiet gehört zum Beispiel auch die Modernisierung der Alten Wache sowie der Bau des neuen Kultur- und Bildungszentrums in Leeste. Rathausmitarbeiter Christian Silberhorn erläuterte den fast 60 Zuhörern, was dieser Plan überhaupt soll: Dieses Papier bündle eine Vielzahl von Maßnahmen und Chancen für diesen Weyher Ortsteil, so Silberhorn. Dieses Papier würde konkrete Planungen vorbereiten. Silberhorn betonte aber, dass jedes einzelne Projekt separat abgestimmt und beschlossen werden müsse, denn es gehe um Entwicklungsziele. „Ohne Rahmenplan gibt es keine Städtebauförderung mehr“, sagte Silberhorn. Er sei also „extrem wichtig“ für die Finanzierung einzelner Projekte.

Der online tagende Bauausschuss unter Vorsitz von Volker Greulich (SPD) hat im Rahmen einer Videokonferenz einstimmig dem Rat empfohlen, den vorgelegten Rahmenplan als städtebauliches Entwicklungskonzept zu beschließen. Das beinhaltet auch Reaktionen auf die Vorschläge der sogenannten Träger öffentlicher Belange.

Details erläuterte Kathrin Kleinfeld vom Büro Cappel und Kranzhoff aus Hamburg: Die Gemeinde Weyhe habe insgesamt 85 Behörden und Trägern öffentlicher Belange die Möglichkeit eingeräumt, sich zu beteiligen. Insgesamt 33 Stellungnahmen seien eingegangen, referierte sie. „Das komplette Betriebsgelände der BTE“ werde weiter als Bahngelände betrachtet. Außerdem halte die Gemeinde an den Plänen fest, eine Rad- und Fußverbindung über die Gleise zu ermöglichen, um den Leester Ortskern besser an die Leester Marsch anzubinden. Ein zu schaffender Weg übers Gleis sei eine „sehr wichtige Verbindung“ und habe „eine hohe Bedeutung für den Ortskern“, erläuterte Kleinfeld. Dem Hinweis der Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE), der Bau eines Weges solle aus dem Plan gestrichen werden, weil die Kostenaufstellung nicht berücksichtigt worden sei, wollten die Planer nicht folgen.

Die SPD-Fraktion stimme dem Rahmenplan zu, erläuterte der Vorsitzende Rainer Zottmann. Er sagte, dass die Diskussion um die Schienenquerung noch nicht am Ende sei. Das sei ein echtes Problem, aber auch ein zentraler Punkt. Die Sozialdemokraten hätten ein Interesse, dass man mit dem Rad von der Leester Mitte gut in die Leester Marsch kommen kann. Zottmann kündigte an, dass man an diesem Thema weiterarbeiten würde.

„Die Ortskernsanierung ist ein Mammutprojekt“, sagte Anjte Sengstake. Die Vorsitzende der FDP-Fraktion führte aus, dass früher Leeste „stiefmütterlich“ behandelt worden sei. Sie fand für den Plan lobende Worte: „Daumen hoch.“ Die Liberale signalisierte Zustimmung. Aber sie merkte beim Punkt Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes an, dass die Planungsgrundlagen für die Straßenbahn veraltet seien. Auf diese Unterlagen würde jedoch der Rahmenplan Bezug nehmen. Außerdem plädierte Sengstake dafür, das Straßenbahn-Projekt auch so zu benennen, wie es die Bürger sehen. Es geht darum, dass die Gemeinden Weyhe und Stuhr durch die Anbindung an das Straßenbahnnetz der BSAG besser mit dem Oberzentrum Bremen verknüpft werden. Es würden also Straßenbahnen fahren und nicht Eisenbahnen, die wie Straßenbahnen aussehen. Damit spielte sie auf die unterschiedlichen Rechtsgebiete an, die im Genehmigungsverfahren bestritten wurden: Personenbeförderungsrecht und Eisenbahnrecht.

Außerdem kommentierte Sengstake die Eingabe der BTE, die eine Überführung für das Leester Gleis ins Spiel brachte. Die BTE müsse sie ja nicht bezahlen. Die Liberale rechnete vor, dass es von Leeste bis zur Haferflocken-Kreuzung in Moordeich 29 querende und zwölf Hauptstraßen gebe. Wenn die Gleise an allen Stellen überführt werden müssten, „dann mal gute Nacht“.

Auch die CDU-Fraktion werde den Beschlussvorschlag mittragen, kündigte Ingrid Söfty an. Der Plan sei gut geworden. Dass es an einigen Stellen haken könne, sei normal. Die Christdemokratin setze auf eine gute Bauleitplanung, die das Problem der Schienenquerung mit Sachverstand lösen werde.

Er sei zwar Sudweyher, sagt Elmar Könemund von den Grünen, dennoch freue er sich für die Leester. Sie seien auf einem guten Weg, einen schönen Ortsteil zu bekommen. Der Vertreter der Grünen erinnerte daran, dass es auch seine Fraktion war, die das Projekt Ortskernsanierung angestoßen hatte.

Von Sigi Schritt

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