Werkstätten für Menschen mit Behinderung feiern 40-jähriges Bestehen

„Glück auf, Delme!“

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Applaus für die Delme-Werkstätten: Da machen auch Cornelia-Rundt (3.v.r.), Andreas Bovenschulte (2.v.r.) und der stellvertretende Landrat Werner Schneider (r.) mit.

Weyhe - Seit 40 Jahren „kämpfen“ die Delme-Werkstätten für eine vollständige Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Vieles ist schon geschafft, vieles ist aber auch noch zu tun. Trotzdem haben es sich alle Beteiligten nach vier Jahrzehnten verdient, dass ihnen einmal für das Geleistete auf die Schulter geklopft wird. „Happy Birthday Delme-Werkstätten“, hieß es nicht nur aus einem Munde der Gastredner zum Festakt gestern im Weyher Theater.

Vor der großen Party mit allen Mitarbeitern und Beschäftigten wurde gestern der Festakt gefeiert. Dazu waren unter anderen Sozialministerin Cornelia Rundt und Weyhes Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte eingeladen. Während Nahid Chirazi, Geschäftsführerin der Delme-Werkstätten moderierte eröffnete Claus Vocke, Verwaltungsvorsitzender, die Veranstaltung mit einem Rücklick auf die Entstehungsgeschichte.

„Die ersten Ehrenamtlichen haben noch den Krieg erlebt, die damalige Euthanasie, und das es üblich war, ein behindertes Kind zu verstecken“, betonte Vocke. Seitdem seien Meilensteine passiert. Aber: „Inklusion fängt im Kopf an, wir haben noch ein gutes Stück des Weges vor uns.“ Den Gründern sei schon die Wichtigkeit der Arbeit bewusst gewesen: Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit, das seien die zwei wesentlichen Aspekte, die durch Arbeit entstünden. Und mittlerweile „ist Delme eine Marke, ein Qualitätsversprechen“. Für die Zukunft wünschte er:

Sozialministerin Cornelia Rundt bedankte sich zunächst im Namen der Politik, dass die Delme-Werkstätten das Ziel der vollständigen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verfolgten.

Das sei auch Ziel in der Politik. Bis Ende des Jahres würde die Landesregierung einen praktikablen Aktionsplan Inklusion erarbeiten und vorstellen. „Wir alle können nur gewinnen, wenn jeder die Chance hat zu zeigen, was in ihm steckt“, so Rundt.

Der stellvertretende Landrat Werner Schneider dankte allen Verantwortlichen im Namen des Landkreises und betonte, dass es wichtig sei, auch weiterhin „ein Stück Lebensqualität zu vermitteln“. Genauso kurz hielt es auch Dr. Bovenschulte: „Ich unterschreibe alles, was meine Vorredner gesagt haben, möchte noch einmal betonen, dass die Gemeinde Weyhe voll und ganz hinter den Delme-Werkstätten steht und wünsche weiterhin eine erfolgreiche Arbeit.“

Zum „Geburtstag“ wollten die Verantwortlichen der Delme-Werkstätten auch etwas verschenken – in diesem Falle Gedankengut – und luden dazu den Kreativcoach Nils Bäumer ein. Der brachte es auf den Punkt: „Fördern bedeutet Fordern. Inklusion heißt: Was kann der andere?“

sig

Die Delme-Werkstätten: Gründung: Am 27. Juni 1975 trafen sich Vertreter der Lebenshilfe Delmenhorst, Grafschaft Hoya, Diepholz, des Vereins zur Förderung spastisch gelähmter und anderer körperbehinderter Kinder in Diepholz und der Albertus Gesellschaft in Groß Ippener zur Gründungsversammlung der „Delme-Werkstätten für Behinderte gGmbH“. Namensgeber ist der Fluss Delme, der in Sulingen entspringt und das Einzugsgebiet der Delme-Werkstätten, die Landkreise Diepholz, Oldenburg, Weser-Marsch und die Stadt Delmenhorst durchfließt.

Zuvor hatte die Lebenshilfe am 15. September 1969 in den Räumen der alten Schule in Holzkamp (Ganderkesee) eine „Beschützende Werkstatt“ eröffnet.

Heute: Mittlerweile sind die Delme-Werkstätten ein Verbund in den Landkreisen Diepholz, Oldenburg und der Stadt Delmenhorst. Mit über 1350 Arbeitsplätzen an insgesamt 14 Standorten sind sie der größte Arbeitgeber für Menschen mit Behinderung in der Region. Sie bieten ein breites attraktives Betreuungs-, Förder-, Bildungs- und Arbeitsangebot. Menschen mit einer überwiegend geistigen, geistig-mehrfachen oder psychischen Beeinträchtigung finden dort berufliche Bildung, Arbeit und Assistenz und somit Teilhabe an Arbeit und gesellschaftlichem Leben. Etwa 400 Mitarbeitende qualifizieren und betreuen die Beschäftigten an den Standorten in Bassum, Delmenhorst, Diep-holz, Ganderkesee, Sulingen, Syke, Urneburg und Weyhe.

Die Werkstätten bieten verschiedene Leistungsbereiche. Von der Keramikmanufaktur über Gastronomie bis hin zur Tischlerei.

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