Felicianuskantorei probt für Haydns Schöpfung / Chor sucht neue Stimmen

Ein Werk für den Frühling

Elisabeth Geppert, Rüdiger Engler, Kathrin Stoll und Silke Osterloh-Engler bei der Vorstellung des neuen Projekts der Kantorei: Die Schöpfung von Haydn ist auch für Menschen ohne große Neigung zur Klassik geeignet, sagen sie.  J Foto: Ehlers

Weyhe - Von Janna Silinger. Das Werk gehört in den Frühling. Es thematisiert die Erschaffung der Welt, die Entstehung von Himmel, Erde und Leben und – die Liebe. Elisabeth Geppert, Leiterin der Felicianuskantorei Weyhe, hat gestern in der Pfarrscheune mit Unterstützung von drei Chormitgliedern das Projekt für dieses Frühjahr vorgestellt: die Schöpfung von Joseph Haydn.

Haydn widmete sich eigentlich in hohem Maße der instrumentalen Musik: Sinfonien, Klaviersonaten und Streichquartetten. Er schrieb auch 24 Opern. Doch die Schöpfung ist wohl sein bekanntestes Werk mit Gesang.

Der Österreicher begann mit der Komposition des Oratoriums 1796. Zwei Jahre arbeitete er daran, bevor es in Wien uraufgeführt wurde. Und das sei ein Spektakel sondergleichen gewesen: „Es gibt bis heute überlieferte Zitate, die das Publikum von sich gegeben haben soll, etwa ,Es lebe Papa Haydn’ oder ,Es lebe die Musik’“, erzählt Geppert. Sie ist überzeugt von ihrer Entscheidung, dieses Werk nun erneut in Angriff zu nehmen.

Im Mai geht es in Weyhe zum dritten Mal nach 2006 und 2013 über die Bühne. Zwei Stunden dauert die Aufführung, also nicht zu lang und nicht zu kurz, sagt die Kantorin.

Den instrumentalen Part übernimmt die Kammer-Sinfonie Bremen. „Die Kombination aus hauptberuflichen Musikern und Laien gefällt mir besonders gut“, meint Rüdiger Engler, der als Pilot eines Rettungshubschraubers arbeitet. Sein Job fordere zwar viel Zeit, doch der Chor sei ihm wichtig. Er gebe ihm Kraft. Das Musizieren sei befreiend.

Die Sängerinnen Kathrin Stoll und Silke Osterloh-Engler teilen diese Auffassung. „Musik wäscht die Seele vom Staub des Alltags rein“ – zitieren sie den Schriftsteller und Kulturpolitiker Berthold Auerbach. Wenn man im Zuge dieses Hobbys auch noch einem Profiorchester bei der Arbeit zuschauen kann, „ist das jedes Mal total spannend. Zu sehen, wie die arbeiten, sich vorbereiten und kommunizieren“, sagt Osterloh-Engler.

Die Schöpfung besteht aus Rezitiven (Gesang, der dem Sprechen nahekommt), Chören und Arien. Es sei ein musikalisches Bilderbuch. „Es geht im Text zum Beispiel um den Sonnenaufgang und die Noten sind aufsteigend. Man sieht in der Partitur, worüber man singt“, erläutert Geppert. Das Werk drücke Lebensfreude aus: überschwingliche, mitreißende Melodien, fröhliche Klänge, teils sogar amüsante Texte.

Besonders Teil drei, der im Garten Eden spielt. Er erzählt von glücklichen, romantischen Stunden zwischen Adam und Eva. In dieser Aufführung singen ihn Guido Weber (Bass) und Magdalene Harer (Sopran).

„Das sind beides sehr talentierte Musiker“, meint Geppert. Harer habe eine feine, klare Stimme. Die Kantorin hat die junge Sopranistin einmal auf der Bühne gesehen und war sofort überzeugt.

Bariton Weber sei nicht nur ein wunderbarer Sänger, sondern auch „etwas fürs Auge“ sind sich alle Anwesenden einig. „Vielleicht lockt das ja noch eine andere Zielgruppe“, sagt Osterloh-Engler lachend. Alles in allem handele es sich um ein sehr vielseitiges Werk. Es eigne sich auch für Menschen, die den Zugang zur Klasssik bisher nicht gefunden haben, betont Geppert. Es sei einfach fröhlich. Wie der Frühling.

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