Demos in Weyhe und Syke

Fridays for Future: „Wer, wenn nicht wir?“

Die Klimakrise macht keine Covid-19-Pause: Die 19-jährige Studentin Jorunn May findet es wichtig, politisch aktiv zu sein.
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Die Klimakrise macht keine Covid-19-Pause: Die 19-jährige Studentin Jorunn May findet es wichtig, politisch aktiv zu sein.

Weyhe/Syke – „Klima retten! Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier?“, „Stoppt den Kohleabbau“, „Die Klimakrise macht keine Covid-19-Pause“, steht in großen Lettern auf Pappschildern geschrieben.

Circa 200 Schüler, Studenten, Erwachsene und Rentner haben am Freitag beim globalen Klimastreik von Fridays for Future in Weyhe und Syke teilgenommen – das erste Mal seit Beginn der Corona-Krise. „In Weyhe ist es die vierte Demo“, erzählt Malina Uhlhorn vom Organisationsteam.

Was jeder tun kann, um die Umwelt zu schützen? „Fahrrad fahren, viel mehr Fahrrad fahren“, sagt Sarah Weyd, ebenfalls vom Orgateam. Uhlhorn ergänzt: „Man kann darauf achten, nicht alles wegzuschmeißen, sondern auch Sachen zu reparieren. Den ÖPNV nutzen und Plastik vermeiden.“

Rund 120 Demonstranten haben sich nach und nach mit ihren Fahrrädern gegen 12 Uhr auf dem Parkplatz der KGS Leeste versammelt – mit Mund-Nasen-Bedeckungen. „Wir haben ein Hygienekonzept entwickelt. Beim Start sollen alle eine Maske tragen. Beim Fahren dürfen sie abgenommen werden. Mit den Fahrrädern kann man auch gut den Abstand einhalten“, so Weyd. Pia Steinke, Mitorganisatorin, ist „absolut zufrieden“ mit der Teilnehmerzahl. „Ich hätte gedacht, dass es wegen Corona weniger sind. Es ist aber toll, dass jede Altersgruppe vertreten ist.“

Klimaschutz gehe nicht nur junge Leute etwas an. „Es geht uns alle etwas an“, findet Elke Steding.

Der Weyher Marktplatz ist das Ziel des Zuges. „Da wird die Demo aufgelöst. Es wir auch keine Abschlusskundgebung geben“, kündigt Weyd an.

Ein paar Schritte weiter steht Jorunn May. Ihr Schild, das sie an ihrem Fahrrad befestigt hat, mit der Aufschrift „Die Klimakrise macht keine Covid-19-Pause“, ist kaum zu übersehen. Die 19-jährige Studentin findet es wichtig, politisch aktiv zu sein. Sie sagt: „Man sollte auf Kurzstreckenflüge verzichten, den Fleischkonsum reduzieren und mit dem Rad fahren.“ So könne jeder seinen Beitrag leisten. „Die globale Erderwärmung darf nicht steigen. Das 1,5-Grad-Ziel muss eingehalten werden“, betont Pia Steinke.

„Es gibt kein einheitliches Konzept. Da muss mehr passieren“

Um 12.16 Uhr geht es dann los. Ein Polizeiwagen fährt vorweg. Die Radler folgen ihm. „Insgesamt sind wir mit drei Autos da“, erklärt Thomas Gissing, Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz.

Der Platz vor Syker der Olympiahalle sieht kurz vor Beginn wesentlich leerer aus. „Wir haben 100 Leute angemeldet“, so Dominik Stege, einer der Organisatoren. Er wünsche sich, dass für Radfahrer in der Stadt mehr getan werde. „Es gibt kein einheitliches Konzept. Da muss mehr passieren.“ Nach und nach trudeln jedoch immer mehr Radler ein. „Um die 60 müssten es sein“, schätzt ein Polizist.

FFF in Syke: „Wo sind denn die jungen Leute?“

Aber: „Wo sind denn die jungen Leute?“, fragt eine Frau die anderen Demonstranten. „Hier sind ja fast nur alte“, sagt sie. Ratlose Blicke. Elke Steding vom Biolandhof Steding in Bassum vertritt dazu eine klare Haltung: „Der Weltklimatag ist für alle.“ Junge Leute hätten zwar die Bewegung ins Leben gerufen, aber „das Thema geht uns alle etwas an und es ist wichtig, dass viele Menschen kommen“. Sie sei bei fast allen FFF-Demos dabei.

Rena Ziegler aus Bassum ist ebenfalls eine „Wiederholungstäterin“. „Ich bin bei fast allen Demos dabei.“ Es sei wichtig, sich für den Klimaschutz einzusetzen. „Wenn sich das Klima verändert, verändert sich auch das soziale Klima.“

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