Einsatzkräfte hinterfragen sich selbst / Politik soll 2021 über Brandschutzbedarfsplan entscheiden

Wenn wirklich alles auf dem Prüfstand steht

Nur dieses Gebäude entspricht den Vorschriften: Das Feuerwehrgerätehaus in Leeste.
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Nur dieses Gebäude entspricht den Vorschriften: Das Feuerwehrgerätehaus in Leeste.

Weyhe – Es ist für die Feuerwehr ein brisantes Thema: Die Ortswehren suchen Antworten auf viele Fragen wie diese: Was passiert zukünftig mit den Feuerwehrgerätehäusern, die den Vorschriften nicht genügen? Ist die Praxis richtig, dass betagte Feuerwehrfahrzeuge stets nur durch moderne Varian-ten ersetzt werden? Sind die Weyher Strukturen und die Ausrüstungen für die wachsenden Herausforderungen angemessen?

Fragen über Fragen, die ein Ingenieurbüro aus neutraler Sicht in einem Gutachten klären soll. Das Gemeindekommando will im Rahmen eines Brandschutzbedarfsplans alles auf den Prüfstand stellen, wie Vize-Gemeindebrandmeister Folkard Wittrock ankündigt. Die Ergebnisse sollen im kommenden Jahr im zuständigen Ausschuss diskutiert werden.

„Wir sind uns bewusst, dass die Ergebnisse und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen Konsequenzen haben werden, wie die Gemeindefeuerwehr in den nächsten Jahren aufgestellt sein wird“, erklärt Wittrock. Wenn die betagten Gerätehäuser in den Ortsteilen nicht mehr den Vorgaben entsprechen, müsste gehandelt werden. Sanierungen oder Neubauten kämen ebenso in Betracht wie Zusammenlegungen von Wehren. Allerdings könnte eine Zusammenlegung Nachteile bei der Alarmierung nach sich ziehen, glaubt Folkard Wittrock. Bei der engen Bebauung in den Ortsteilen und auch wegen der Verkehrsdichte würde ein Fahrzeug zum Beispiel für den Weg von Leeste nach Sudweyhe nicht acht Minuten, sondern eine Viertelstunde benötigen. Entscheidet sich die Politik für eine Reduzierung von Standorten, würde sie sich gegen eine zeitnahe Hilfe für die Bürger aussprechen. „In Langwedel hat man aus sechs Wehren drei gemacht“, äußerte sich Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen.

Die fachliche Meinung des Gutachters werde aber nicht zu 100 Prozent umgesetzt, kündigt Wittrock an. Vielleicht müsse ein Teil der Ausrüstung ergänzt oder gar an einen anderen Ort gebracht werden. Die Feuerwehr werde ebenso eine Stellungnahme abgeben wie die Verwaltung. Und auch die Parteien hätten ihre Sichtweisen.

Ein anderes Thema: Verbessern soll sich grundsätzlich die Reinigung der Einsatzkleidung. Nach mehreren Beschwerden habe die Feuerwehr testweise die Aufgabe einem Anbieter aus dem Kreis Oldenburg überlassen. Die Waschergebnisse hätten sich nicht nur verbessert. Es sei auch möglich, die Bekleidung mit einem Barcode zu versehen, so dass laut Bernd Scharringhausen eine Nachverfolgung möglich sei. Ein Programm behalte für jedes Bekleidungsstück den Überblick, wann es gewaschen worden ist. „Auch Reparaturen sind mit diesem neuen Dienstleister möglich.“

Eine weitere Neuerung ist geplant: Atemschutzträger sollen sandfarbene Einsatzkleidung bekommen. „Damit kann man Verschmutzungen besser erkennen“, so Bernd Scharringhausen.

Von Sigi Schritt

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