„Sendung mit der Maus“-Reporterin gibt Eltern Tipps

Wenn Nachrichten Kindern Angst machen

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So kennen Kinder in allen Bundesländern Malin Büttner: Die 41-Jährige mit Weyher Wurzeln erklärt den jungen Zuschauern für die Sendung mit der Maus und den ARD-Kindernachrichten die Welt. In diesem Fall beschäftigt sie sich mit Kartenmaterial. 

Wehye / Berlin / Köln - Von Sigi Schritt. " „Bitte sprecht mit euren Kindern und versucht ihnen zu erklären, was passiert ist“, lautet der Ratschlag der „Maus“-Reporterin Malin Büttner an Eltern. Es sei völlig falsch, Nachrichten etwa vom jüngsten Anschlag in Berlin vor dem Nachwuchs zu verbergen. Tausende Kinder kennen die 41-jährige dreifache Mutter mit Weyher Wurzeln beispielsweise von der „Sendung mit der Maus“ sowie dem ARD-Format „neuneinhalb“, einer Nachrichtensendung speziell für Kinder, und von Moderationen im Kinderkanal.

Schlimme Nachrichten von Kriegshandlungen, Terror und Gewalt machen Menschen Angst – auch den jüngsten. Gerade sie suchen laut Büttner händeringend nach einer Einordnung, insbesondere wenn Informationsfetzen – beispielsweise von älteren Schülern – auf sie einprasseln.

„Mich hat das Attentat an der Gedächtniskirche ziemlich aus der Bahn geworfen“, gesteht Büttner, auch wenn sie längst in Köln lebt und arbeitet. „Ich habe lange in Berlin gewohnt. So saß ich nun morgens am Tisch und habe um Fassung gerungen. Das sehen mir die Kinder doch an.“ Deshalb habe sie entschieden, mit ihren Mädchen zu reden. „Ich habe gesagt, dass ich auch nicht weiß, weshalb ein Mensch so etwas gemacht hat.“ 

Genauso könnten andere Mütter ihre Kinder informieren. Aber man könne auch sagen, dass es ein singuläres Ereignis gewesen und nicht damit zu rechnen sei, dass ein Anschlag ausgerechnet auf dem Weyher Weihnachtsmarkt passiere. Sie sei zwar keine Lehrerin, wisse aber aus Erfahrung, dass einfache Erklärungen gut ankommen. „Die Feuerwehr kommt sofort. Rettungskräfte bringen Verletzte ins Krankenhaus. Die Polizei fahndet nach dem Täter, und wir alle helfen mit. Menschen zünden Kerzen an und gedenken der Opfer.“

Den Fragen Raum geben

Kinder hätten ihre eigene Sicht und eigene Fragen, deshalb sollte man ihnen Raum geben und sie nicht gleich abbügeln. „Ist Onkel Sascha auch in Berlin gestorben?“, lautete eine Frage. Büttner klärte auf und sagte, dass er zur fraglichen Zeit nicht in der Stadt gewesen war. Im Nachhinein sei das Gespräch „ein guter Moment zwischen Mutter und Kind“ gewesen. Das Schöne ist, dass „im nächsten Moment alles vorbei ist. Dann gehen die Mädchen und Jungen spielen. Doch sie sind gestärkt und werden nicht später verunsichert.“ Verschiedene Medien helfen laut Büttner, die Nachrichtenwelt der Erwachsenen zu verstehen.

Den mehrfachen Mord auf dem Breitscheidplatz hätte sicherlich die Sendung „neuneinhalb“ am nächsten Wochenende thematisiert, so Büttner, doch an Heiligabend und Weihnachten laufe ein anderes Programm als sonst. „Die Feiertage bilden eine Ausnahme“, sagt die 41-Jährige. Büttner hätte sich als sie klein war selbst mehr kindgerechte Nachrichtenpräsentation gewünscht. Junge Menschen hätten ein Recht auf seriöse Informationen. Herbert Grönemeyer hätte sie mit dem Lied „Kinder an die Macht“ inspiriert. „Da kommt ein Erwachsener und sagt, Mädchen und Jungen hätten etwas drauf und man müsse sie ernst nehmen.“ Genau das machen die Kindersendungen.

Interesse an Menschen

Geboren 1975 in Bremen und aufgewachsen in Weyhe, studierte Büttner im Anschluss an ihr Abi an der KGS Leeste (1994) verschiedene Fächer, und schloss die universitäre Ausbildung mit einem Diplom in Publizistik und Geschichte ab. „Mich haben bereits im Studium immer die Geschichten von Menschen interessiert.“ Sie absolvierte Praktika in kleineren Unternehmen, die beispielsweise Beiträge für Arte produzierten. 

Von einer Freundin hörte sie, dass der WDR ein neues Kindernachrichtensendung plante. So zog die Weyherin nach Köln und baute vor 13 Jahren das bei Kindern beliebte Format auf. Außerdem folgte sie dem Ruf, als „Maus“-Reporterin neue Lach- und Sachgeschichten zu erzählen. Als Kind habe sie schon die Beiträge von Armin Maiwald und seinem Team verfolgt, jetzt arbeitet sie mit ihnen zusammen. So beschäftigte sich zuletzt mit Elektromotoren, Atlanten, besuchte mit dem Kamerateam eine Alm im Allgäu und schaute auf einem Parteitag vorbei. „Wir begleiteten das Flüchtlingsmädchen Tiba und berichteten aus seinem Alltag.“

Infos finden Sie auch auf den Internetseiten des Kika und der "Sendung mit der Maus".

Lesen Sie auch:

Die Maus-App für Lach- und Sachgeschichten

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