Schülerin schlägt vor, Waldkater-Radweg zu verlegen / ADFC: Strecke seit Jahren problematisch

Wenn die Angst mitfährt

Nur durch Farbe optisch von der Kreisstraße abgetrennt: Der asphaltierte Weg, den Fußgänger und Radfahrer von und nach Leeste gleichermaßen nutzen.
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Nur durch Farbe optisch von der Kreisstraße abgetrennt: Der asphaltierte Weg, den Fußgänger und Radfahrer von und nach Leeste gleichermaßen nutzen.

Es gibt Fahrer, die am Waldkater in Weyhe von der Bundesstraße 6 in Richtung Leeste abbiegen. Sie kommen teilweise mit ihren Fahrzeugen dem Radweg gefährlich nahe. Eine Schülerin berichtet von ihrer Angst. Ein ADFC-Vertreter sagt, dass dieser Abschnitt des Fahrradwegs nicht rechtmäßig sei.

  • ADFC-Vertreter: Der Radweg am Waldkater ist seit Jahren nicht rechtmäßig. Er befindet sich außerhalb einer Ortschaft und ist nur durch Farbe von der Kreisstraße abgetrennt. Problematisch sei, wenn sich auf der Kreisstraße 116 zwei größere Fahrzeuge begegnen und sich auf gleicher Höhe auf dem Fahrradweg zwei Radler befinden.
  • Eine Schülerin sagt, dass einige Fahrzeuge die Straßenbegrenzungen überfahren und somit auf dem Fahrradweg unterwegs sind.
  • Der Landkreis kündigt an, den Fahrradweg anzupassen.

Weyhe – Es gibt an der Bundesstraße 6 in Melchiorshausen eine Stelle, an der die 16-jährige Evilin stets ein sehr mulmiges Gefühl hat, wenn sie diese passiert: Die Schülerin deutet auf den Fahrradweg, der von der Waldkaterkreuzung nach Leeste führt. Er ist nur durch Farbe abgetrennt. Sie schildert, dass sich nicht alle Fahrer von Lastwagen und landwirtschaftlichen Gespannen an die Regeln halten.

Beim Abbiegen von der B 6 Richtung Leeste würden die Straßenbegrenzungslinien schon einmal überfahren.

Sie selbst habe sich mit der Gefahr arrangiert und passe immer auf. Die Schülerin mag es sich nicht vorstellen, was passiert, wenn ein Fahrer etwa durch die Nutzung eines Smartphones abgelenkt sei. Um die aus ihrer Sicht gefährliche Stelle zu entschärfen, schlägt die junge Sykerin der Politik und Verwaltung vor, den Weg auf einer Länge von etwa mindestens 30 Meter zu verlegen. Ihrem Vorschlag könnten Radfahrer von der B 6-Überquerung lieber ein kleines Stückchen durch den Wald fahren, um später wieder auf den eigentlichen Radweg zu kommen.

Der Weg sollte so geplant werden, dass auch Großfahrzeuge mit ihrer Breite nicht mehr in der Lage sind, auf den Radweg zu kommen. Außerdem sollte er im weiteren Verlauf bis zur nächsten Kurve deutlich von der Straße abgetrennt sein.

Holger Opitz von der Weyher Gruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) kennt die Stelle, die die Schülerin meint, sehr genau. Er könne verstehen, dass Radler Angst haben oder zumindest verunsichert sind.

Diese Abtrennung des Radweges von der Fahrbahn durch simple Linien, die Radler seit Jahren kennen, sei noch nie regelkonform gewesen, lautet das Urteil des ADFC-Vorsitzenden. Das Problem habe die Schülerin gut umrissen. Wenn sich nach der Kreuzung zwei Fahrzeuge und zwei Radfahrer parallel begegnen würden, dann gibt es keinen Seitenabstand mehr zum Auto. 75 Zentimeter zwischen Auto und Radweg müssten sein. „Eine bauliche Veränderung hätte es bereits vor 20 Jahren geben müssen“, so Opitz. Dieser ganze Streifen sei außerhalb geschlossener Ortschaften nicht zulässig. Der ADFC-Vertreter wundert sich, weshalb der Landkreis als zuständige Verwaltung die Strecke von insgesamt rund 250 Meter nicht vor Jahrzehnten schon entschärft hat. Es gebe ein Regelwerk, Opitz zitiert eine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung, wonach Radwege gewisse Vorgaben erfüllen müssten. Es müsse schleunigst gehandelt werden: Im Zweifel müsste man klagen, so Opitz. Wie die Schülerin Evilin möchte sich auch Holger Opitz mögliche Folgen nicht vorstellen. Unfälle seien zumindest nicht bekannt.

Platz für eine Verlegung des Weges sei genug: Die privaten Grundstücke der Anlieger seien weit genug weg. Hinsichtlich der Kreuzungsgestaltung kann sich auch Opitz für den Vorschlag der jungen Frau erwärmen, ein Stück im Wald zu fahren.

Der Landkreis hat das Problem offenbar erkannt: Der Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt hat sich im Rahmen des Kreisstraßenbauprogramms damit befasst. Aus bautechnischen Gründen sei die Erneuerung der Kreisstraße 116 mit dem Radwegbau verknüpft, so Mareike Rein, Sprecherin des Landkreises.

„Derzeit laufen die Vorplanungen für die Gesamterneuerung der K 116 einschließlich Radwegbau. Es habe bereits Gespräche mit der örtlich zuständigen Verkehrsbehörde in Weyhe gegeben, und das Projekt sei im Mehrjahresplan berücksichtigt. „Das Planfeststellungsverfahren soll möglichst noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Wenn die Förderung genehmigt wird und der Grunderwerb gesichert ist, kann von einem Baubeginn im nächsten Jahr ausgegangen werden“, so Rein. „Die Planung für den Radweg sieht eine Breite von 2,50 Metern vor“, ergänzt sie.

„Die Gemeinde Weyhe begrüßt, dass zusammen mit dem Landkreis Diepholz bereits eine Lösung im Sinne der Radfahrerinnen und Radfahrer erarbeitet werden konnte und diese bald umgesetzt werden soll“, teilt Sprecher Sebastian Kelm auf Anfrage mit.

Von Sigi Schritt

Schlägt der Politik und Verwaltung vor, den Radweg ein paar Meter zu verlegen: Eine Schülerin aus Syke, die regelmäßig nach Leeste radelt.

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