Erster virtueller Bürgerdialog

Weyher machen ihrem Ärger Luft: Kritik an Hundekot und Autorasern

Eine Station hält Beutel für Hundekot vor.
+
So geht es richtig. Viele Weyher beklagen jedoch: Oft landet der Hundekot am Wegesrand und wird nicht vom Frauchen oder Herrchen aufgesammelt.

Weyhe – Die Weyher Verwaltung hat mit dem virtuellen Bürgerdialog ein Format aus dem Boden gestampft, was sicherlich als erfolgreiche Premiere zu werten ist. Die Verwaltung setzt auf das Programm Gotomeeting und schuf damit eine Plattform, die Bürger am Mittwochabend nutzten, um sich ihrem Ärger Luft zu machen. Die Verwaltung hörte nicht nur zu, denn Bürgermeister Frank Seidel und seine Stellvertreterin Ina Pundsack-Bleith versammelten alle Fachbereichsleiter, um Rede und Antwort zu stehen.

Insgesamt mehr als 50 Internet-Nutzer wählten sich in die Gesprächsrunde ein – die Verwaltung inklusive.

Ein Ärgernis sei seit vielen Jahren Hundekot auf öffentlichen Wegen oder gemeindeeigenen Flächen, wo zum Beispiel Kinder spielen. Eine Bürgerin schilderte, wie sie auf dem Gang zum Bäcker insgesamt „zwölf Tretminen“ ausgemacht hätte.

Steffen Nadrowski, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung und Umwelt, glaubt, dass „eine kleine Minderheit von Hundehaltern diesen Ärger verursacht. Aber die versaut das Bild der Gemeinde.“ Er sei sich nicht sicher, ob die Kommune mehr tun könne, als sie schon tut. Die Verwaltung versuche gegenzusteuern, indem sie Beutelspender an den Laufwegen der Hundehalter aufstellt. Allerdings würden sie mal mehr, mal weniger angenommen. Manchmal würden diese Beutel mit gefülltem Inhalt „im nächsten Gebüsch“ landen.

Hundekot, Straßenausbau Böttcherei und Raserei: Das waren Themen des ersten Bürgerdialogs.

Die Gemeinde hatte kürzlich öffentlich gemacht, dass einige Hundehalter ihren Vierbeinern erlauben, sich auf Spielplätzen zu erleichtern. Nadrowski glaubt, dass eine soziale Kontrolle nötig sei, um dem zu begegnen. Das Problem: Beim Hundekot gibt es keine eindeutige Zuordnung. Aus dem Plenum gab es auch Hinweise, was die Gemeinde machen könnte: Sie könnte einen Hundekot-sauger verwenden oder die Haufen mit bunten Kreisen versehen.

Ein anderer Teilnehmer wollte wissen, ob und wann die Straße Böttcherei ausgebaut wird und was man sich darunter vorstellen müsste. Doris Salomé, Fachbereichsleiterin Bau und Liegenschaften, beruhigte, dass das kurzfristig nicht geplant sei. Die Verwaltung arbeite zwar mit einer Prioritätenliste. Die Böttcherei stünde auf Platz 27, aber diese Liste sei noch nicht mit der Politik abgesprochen. Denn in Weyhe seien viele Straßen „in keinem guten Zustand“. Deshalb müsse man eine Reihenfolge bilden, da das Budget begrenzt sei. Ausbauen bedeute in diesem Fall, dass es in die Tiefe gehe, wenn eine oberflächliche Sanierung nicht möglich oder der Untergrund nicht tragfähig sei. Allerdings müsste definitiv kurzfristig eine Mulde im Kreuzungsbereich der Hauptstraße ausgebessert werden. Das sei eine „kleinere Sanierungsmaßnahme“.

Soll die Straße Böttcherei in Weyhe in Kürze ausgebaut werden? Die Gemeindeverwaltung beruhigt: Das Anliegen stehe auf der To-do-Liste sehr weit hinten.

Bei einem weiteren Themenfeld war Salomé erneut gefragt: Es ging um Straßenausbaubeiträge. Ein Bürger merkte an, dass Anliegerbeiträge in anderen Kommunen abgeschafft würden, und er wollte wissen, ob das nicht für Weyhe vorstellbar sei. „Die Verwaltung ist nicht der richtige Ansprechpartner“, so Salomé. „Das entscheidet der Gemeinderat.“ Die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen sei in Kommunen und Ländern umstritten. Allerdings habe Niedersachsen 2019 bereits den Handlungsspielraum der Kommunen erweitert. Diese könnten die Beiträge erheben oder auch nicht oder seit zwei Jahren die Gebühren mit einer sogenannten Erleichterung versehen.

Für die Böttcherei gelte dies: Derzeit müssten die Anwohner die Hälfte der Kosten für den Ausbau bezahlen. Da diese Straße als Durchgangsstraße gelte, sei der Prozentsatz erheblich niedriger. „Ob es aber dabei bleibt, das ist eine Entscheidung der Politik.“

Dazu warf Bürgermeister Seidel ein, dass die Abschaffung dieser Gebühren bedeute, dass die Grundsteuer angepasst werden müsse.

Ein weiteres Thema: Weyher ärgern sich über Raser. Beim Richtweg oder auch auf der Straße Am Marktplatz würden sich Autofahrer nicht an Tempolimits halten. Es wäre für alle einfacher, wenn jeder mehr gegenseitige Rücksicht nehme, so Seidel. Das Rathaus gebe an den Landkreis die Stellen durch, wo er blitzen sollte. Und bei Facebook sei schnell nachzulesen, wo das passiert.

Raserei ist laut einigen Anwohnern immer noch ein großes Problem in der Gemeinde Weyhe. Die Verwaltung möchte dagegen vorgehen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz
Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen
Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben
Filmcrew dreht Musikvideo für „Beast 51“ in Twistringen mit vielen Statisten

Filmcrew dreht Musikvideo für „Beast 51“ in Twistringen mit vielen Statisten

Filmcrew dreht Musikvideo für „Beast 51“ in Twistringen mit vielen Statisten

Kommentare