Wendeplatz nicht mehr für Elterntaxis?

FDP sieht Gefahren vor der Feuerwehr in Lahausen

Auf diesem Lahauser Gemeindegelände befinden sich eine Zufahrt, zwei Parkplätze und am Ende ein Wendeplatz. Daran grenzen ein Fahrradstand, ein Feuerwehrgerätehaus sowie die Grundschule und Kita an.
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Auf diesem Lahauser Gemeindegelände befinden sich eine Zufahrt, zwei Parkplätze und am Ende ein Wendeplatz. Daran grenzen ein Fahrradstand, ein Feuerwehrgerätehaus sowie die Grundschule und Kita an.

Feuerwehrhäuser in der Nähe von Schulen sorgten früher für größere Sicherheit, da die Wege im Falle eines Einsatzes sehr klein waren. Wie zuvor in Leeste vor dem Bau des Gerätehauses in Angelse zeigt sich, dass Lahausen das gleiche Problem hat: Eltern blockieren mit ihren Fahrzeugen immer wieder die Ausfahrt der Lahauser Feuerwehr. Die Gemeinde hat bereits den Verkehr von und zur Schule entzerrt, aber für die FDP bleibt das ursprüngliche Problem bestehen.

Weyhe – Es ist eine außergewöhnliche Anordnung von Gebäuden um einen Wendeplatz herum. In Lahausen befindet sich das Feuerwehrgerätehaus zwischen dem Fahrradständer der Grundschule und der Grundschule selbst. Ein Stückchen weiter ist eine Kindertagesstätte. Dass diese Konstellation ungewöhnlich sei, darüber herrschte bei den Mitgliedern des Ausschusses für Ordnung und Soziales noch Einigkeit.

Allerdings bewerten die Parteien die Situation völlig anders, wenn die Feuerwehr ausrücken muss, aber zum Schulbeginn und zum Ende hin dort viel Verkehr herrscht.

Die FDP sprach am Dienstagabend im Rathaus von einer „sehr gefährlichen Situation“. Die Grünen bewerten das Geschehen als „problematisch“, solange es nicht an einer anderen Stelle ein neues Feuerwehrhaus gibt, sagt Hannelore Roitsch-Schröder.

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Antje Sengstake habe bereits 2017 ihre Sicherheitsbedenken vorgetragen. Es sei unübersichtlich, wenn ein Omnibus zwar seine Parktasche angesteuert habe, aber der Bus mit seinem Heck mitten im Wendeplatz stehen bleibe. Dazu gebe es zahlreiche Elterntaxis, die ihre Kinder hinbringen oder abholen wollen. Die Autos stauten sich. Wenn zusätzlich Schüler auf dem Weg vom Schulhof bis zum Fahrradstand vor der Feuerwehr vorbeilaufen, sei ein Ausrücken wie vor mehreren Wochen nach einem stillen Alarm unmöglich.

Sengstake berichtete im Ausschuss, dass man in den Feuerwehrwagen die Kinder, die mal gerade so groß seien wie die Reifen der Fahrzeuge, nicht gut sehe. Die FDP hatte mehrere Ideen geäußert, wie die Gemeinde die Situation auf ihrem Areal verbessern könnte (wir berichteten): Fahrradständer neben der Kita positionieren, den Busparkplatz verlegen, eine Hol- und Bring-Zone auf dem neuen, länglichen Parkplatz einrichten sowie den alten Parkplatz künftig nur für Kita- und Schulpersonal verwenden, den Wendekreis schließen sowie die Ausfahrt für die Feuerwehr verlegen.

Die Schließung des Kreises sei die schnellste, preiswerteste und effektivste Lösung, so Sengstake. Für Hannelore Roitsch-Schröder wäre die Gemeinde gut beraten, wenn sie gemeinsam mit der Feuerwehr, dem Kindergarten und der Schule eine gemeinsame Lösung finde. Die Liberale Sengstake sagt, dass Gespräche nichts nützen. Jedes Jahr würden Eltern und Schüler aufgeklärt. Steine würden bemalt und Broschüren verteilt. „Einige Eltern würden aber am liebsten noch in die Schule hineinfahren“, sagt Sengstake.

„Was bekommst du für die Projektarbeit? Das sollte man der Verwaltung überlassen“, kommentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Zottmann den FDP-Vortrag. So gefährlich sei das dort nicht. Er schloss auch ein Risiko für die Feuerwehr aus. Sein Fraktionskollege Jürgen Borchers wurde deutlich: „Die Sperrung des Wendekreises ist völliger Quark, weil es nicht geht.“ Er kenne sich da aus und würde dem auch nicht zustimmen. Weitere Argumente, die dagegen sprechen, nannte er nicht. Bürgermeister Frank Seidel legte nach und bemängelte, dass die FDP keinen konkreten Antragstext vorgelegt habe. Auch der Sozialdemokrat Borchers hielt Sengstake diese Formalie vor: „Ich sehe nur ein Schreiben, in dem gemault wird.“ Dazu könne er nicht abstimmen.

Die Verwaltung hatte indes schon Vorschläge erarbeitet, wie der zuständige Fachbereichsleiter Udo Petersohn berichtete. Eine Sperrung des Wendekreises sehe er nicht, aber er glaubt, dass die Schülerverkehre entzerrt würden, wenn es im nördlichen Bereich eine neue weitere Zufahrt gebe. Außerdem könnte der Fußweg verlegt werden. Dann werde sich eine Art Einbahnstraße ergeben, wenn sich die Nutzer daran halten.

„Eine zweite Ausfahrt könnte helfen“, glaubt Heino Hildebrand von der CDU. Auch Rainer Zottmann hatte spontan Vorschläge geäußert: Wenn die Feuerwehr nach einem stillen Alarm ausrücken will, könnte man einen Ton durch eine Anlage abspielen lassen. „Den Kindern könne man das beibringen.“ Außerdem könnte man eine Tabufläche farblich markieren. Feuerwehrleuten könnte man zumuten, um ihre Fahrzeuge herumzugehen, um zu schauen, ob sich dort keine Menschen aufhalten.

Obwohl die SPD sich massiv gegen eine Sperrung des Wendeplatzes ausgesprochen hat, will die FDP daran festhalten. „Das Gelände gehört der Gemeinde und ist eben keine öffentliche Fläche. Die Gemeinde kann aus Sicherheitsgründen so etwas tun“, sagt Sengstake.

Mit diesem Thema wird sich der nächste Ausschuss beschäftigen, kündigte der Vorsitzende an. Er wertete die Ideen der Liberalen als Anträge.

Mehrheitlich votierten schließlich die Vertreter der Grünen, der CDU und der FDP dafür, dass die Verwaltung die Vorschläge prüfen möge. Die SPD enthielt sich bei diesem Thema komplett.

Von Sigi Schritt

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