„Uralte Geschichten“ in Sudweyhe

Welche Wirkung Märchen haben: Schauspielerin Janette Rauch im Interview

Janette Rauch möchte Menschen mit ihrem Märchenkosmos berühren. Foto: Karena Kanamüller

Sudweyhe – Schauspielerin Janette Rauch ist mit ihrer Lesung Märchenkosmos an diesem Samstag im Kulturcafé im Sudweyher Bahnhof. Sie möchte den Gästen an diesem Abend Einblicke in fremde Kulturen gewähren und sie durch Raum und Zeit reisen lassen. Unser Redakteur Sigi Schritt hat mit der Schauspielerin gesprochen.

Sieben Jahre lang gehörten Sie zum festen Team der ZDF-Vorabendserie Notruf Hafenkante. Dort stießen Sie – in der Mitte der fünften Staffel – dazu. Wie gefiel Ihnen die Rolle als Polizeihauptmeisterin Claudia Fischer?

Ich habe diese Figur sehr gerne gespielt. Sie hatte etwas sehr bodenständiges und war ein starker Charakter.

Was denken Sie über den Alltag der Polizei? Wäre das jemals ein Job für Sie gewesen?

Seit ich bei der Hafenkante gespielt habe, hat sich meine Sicht auf die Polizei sehr verändert. Ich habe Hochachtung vor dem, was dort geleistet wird. Es ist ja nicht wie im Fernsehen. Es wird viel Sozialarbeit geleistet.

Die Liste der Filme und Serien, in denen Sie mitgespielt haben, ist lang. In welcher Rolle waren Sie am Liebsten?

Ach, in fast allen, da ich ja nicht immer das selber gespielt habe, sondern viele verschieden Charaktere füllen durfte. Mein ganz persönlicher Lieblingsfilm ist „Die Oma ist tot“, an der Seite von Hape Kerkeling.

Im vergangenen Jahr drehten Sie fürs ZDF eine Inga Lindström-Folge und mimten eine strenge Professorin. Auch in diesem Jahr standen Sie vor der Kamera. Wie geht es weiter?

Was an Rollen noch fürs Fernsehen kommt, weiß ich nicht. Leider gibt es kaum Rollen für die Frauen ab 50. Was aber auch nur in Deutschland so ist. Ich hoffe und wünsche mir, das noch etwas Schönes kommt. Ansonsten konzentriere ich mich auf meinen Märchenkosmos und auf meine Ausbildung zur Theaterpädagogin.

Das ehrenamtliche Engagement ist Ihnen wichtig. So waren Sie zwölf Jahre lang Schirmherrin im Kinderhospiz Löwenherz. Für welches Projekt brennen Sie jetzt?

Für mich ist es jetzt die Arbeit mit jungen Menschen. Über die Arbeit mit Theater kann man vieles in sich entdecken, und das möchte ich gerne weitergeben.

Sie leben in Hamburg. Was verbindet Sie mit der Region um Bremen?

Ich liebe Bremen nach wie vor und bin auch immer wieder gerne da.

Was zieht Sie nach Weyhe?

Der Märchenkosmos.

Ihr Erzählprojekt „Der Märchenkosmos“ ist ein künstlerischer Herzenswunsch, heißt es. Weshalb?

Es macht mir einfach Freude, Menschen zu berühren, durch das, was ich mache. Und ich stehe gerne auf der Bühne.

Sie entführen die Gäste am 28. September in den Sudweyher Kulturbahnhof. Was erwartet die Gäste?

Ein lebendiger Abend, voller Leidenschaft erzählt, begleitet von einem jungen talentierten Musiker an der Gitarre.

Ihr Märchenkosmos ist groß. In Sudweyhe berichten Sie von den ersten Zielen Ihrer längeren Reise – China, Afghanistan, Tibet, Syrien und der Libanon. Weshalb fangen Sie dort an?

Märchen verschaffen uns immer auch einen Zugang zu anderen Kulturen, da es sie überall auf der Welt gibt. Wir haben viele Gäste bei uns aus diesen Ländern und deshalb war es mir wichtig, genau dort zu starten. Auch ist es einfach spannend, die alten Handelsrouten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Geschichtlich ist Asien einfach hoch spannend für mich. Ich liebe Geschichte.

Welches sind die weiteren Ziele?

Ich habe noch einen Russich-Mongolischen Abend und hoffe im nächsten Jahr damit wieder in Weyhe zu sein. Und seit diesem Jahr habe ich noch Skandinavien dazu genommen.

Weshalb sind Sie von den vielen Märchen so fasziniert?

Märchen sind unsere uralten Geschichten. Mich fasziniert es, dass sie noch heute eine Wirkung auf uns haben, was daran liegt, das Märchen immer von dem berichten, was uns Menschen tief im Inneren berührt und bewegt und zwar unabhängig von Kultur und Religion. Sehnsucht, Liebe, Gerechtigkeit, Dankbarkeit, Gier, Hochmut und vieles mehr…Im Märchen siegt immer auch das Gute über das Böse. Sie sind ein Spiegel für das Leben. Jeder ist seines Glückes Schmied und jeder muss im Leben seine Prüfungen bestehen. So ist es auch in den Märchen. Und es gibt aber auch immer wieder sehr witzige Märchen und ich lache so gerne.

Welches Publikum möchten Sie ansprechen?

Ich möchte vor allem für Erwachsen und Jugendliche erzählen. Der Märchenkosmos ist ein wunderbarer Ort um einfach mal für einen Moment dem Alltag zu entrücken.

Welche Botschaft möchten Sie mit den Märchen vermitteln?

Die Botschaft der Märchen. Werte und Moral. Ich finde es wichtig, dass wir uns daran erinnern, wie wichtig das ist, für ein gutes menschliches Miteinander.

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