Weiter mit langem Atem

20 Jahre „Gemeinsam“: Feierstunde im Kirchweyher Hof

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Anne Hiebler, Vorsitzende des Stuhr-Weyher-Vereins „Gemeinsam“, begrüßt im Kirchweyher Hof mehr als 50 Gäste.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Mehr als 50 Gäste – darunter Vertreter aus Politik und Verwaltung der Gemeinden Stuhr und Weyhe – waren der Einladung des Vereins „Gemeinsam“ gefolgt, um seinen 20. Geburtstag zu feiern. Vorsitzende Anne Hiebler erinnerte gestern Nachmittag im Kirchweyher Hof daran, dass der Zusammenschluss von Angehörigen geistig-behinderter Menschen damals aus der Not heraus erfolgt war.

Von Anfang an habe sich der Verein dafür eingesetzt, Barrieren abzuschaffen, selbstbestimmtes Leben sowie das Recht auf Bildung und Erziehung in einer Schule für Kinder mit und ohne Behinderung zu ermöglichen. Weiterhin sollten die Menschen mit eingeschränkten Alltagskompetenzen in die Lage versetzt werden, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen – in einem offenen, inklusiven ersten Arbeitsmarkt.

Die UN-Behindertenrechtskonvention, die das Recht auf Inklusion festschreibt, hatte es vor zwei Jahrzehnten im damaligen Hotel Koch bei der Gründungsversammlung noch nicht gegeben, blickte Hiebler zurück.

Zwar klappte damals die Inklusion in den Kindergärten, aber nicht in den Schulen. Um gegen Widerstände anzukämpfen, hatten die Angehörigen zuvor eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Für den damaligen Vorstand um den Vize-Vorsitzenden Wolfgang Schmidt war das zu wenig. „Mir war es wichtig, dass wir eine juristische Person ins Leben rufen, um unseren Forderungen mehr Gewicht zu verleihen.“ Ihm wäre es lieber gewesen – sagte er gestern – der Verein wäre nicht notwendig. Doch dann müsste eine gleichberechtigte Gesellschaft Wirklichkeit sein.

Derzeit 72 Mitglieder

Wolfgang Schmidt, Anne Hiebler und später auch das Mitglied Katrin Kurtz glauben, dass der Verein „Gemeinsam“ noch lange bestehen wird – solange es Mitglieder gibt (derzeit sind es 72). Es gebe aber auch gute Erfolge, so Hiebler. 28 Helfer kümmern sich in der Region um 32 Menschen mit Handicap im Alter zwischen sechs und 34 Jahren.

In seiner Ansprache lobte der Stuhrer Bürgermeister Niels Thomsen die Hartnäckigkeit des Vereins, die ihre Wirkung nicht verfehlte: Erst in seiner Gemeinde, dann auch in der Wesergemeinde wurden Integrationsklassen eingeführt. Er besuche gerne den Verein, weil das Klima sehr wertschätzend sei.

Der Weyher Bürgermeister Andreas Bovenschulte dankte dem Verein für das langjährige Engagement und forderte die Mitglieder auf, bis zur Verwirklichung des Menschenrechts einen langen Atem zu haben.

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