Wie stirbt man gut?

Weyher Hospiz fragt Bevölkerung nach Ansichten über den Tod

Logo des Hospizvereins.
+
Alte Wache in Kirchweyhe: Das Büro des Hospizvereins befindet sich am Henry-Wetjen-Platz 4.

Wie möchten Sie am liebsten sterben? Das Leben ist endlich und die Thematik schwierig. Damit sich mehr Menschen damit auseinandersetzen, will der Hospizverein Weyhe mit Fragen über Leben und Tod wachrütteln.

Kirchweyhe – Die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen Jutta Gudde und Karin Meiners planen diverse Veranstaltungen in Kirchweyhe bis zum anstehenden Welthospiztag am 9. Oktober. Am Donnerstag, 14. Oktober, soll dann eine Podiumsdiskussion in der Tanzschule Reiners, Im Bruch 48, ab 19 Uhr stattfinden. Die Teilnahme ist kostenlos. Da der Platz begrenzt ist, bittet der Verein per E-Mail an info@hospiz-weyhe.de um Anmeldung.

Was denken die Weyherinnen und Weyher über den Tod? Die Hospiz-Frauen fragen nun die Bevölkerung: „Was ist gutes Sterben? Wie wünschen sich die Leute gutes Sterben? Wie stellen Sie sich gutes Sterben vor?“, so Jutta Gudde. Der Verein fordert die Bevölkerung zum Mitmachen auf. Die Antworten dazu kann jeder ab sofort per Post oder E-Mail als Text oder auch als Bild an den Hospizverein schicken. Die Antworten sollen auf der Podiumsdiskussion behandelt werden. Als Teilnehmer an der Diskussion kündigt der Hospizverein Weyhe Vertreter von Pro Dem, vom Palliativstützpunkt des Landkreises Diepholz, vom Stationären Hospiz Zugvogel, von der Palliativstation Links der Weser sowie vom Hospizverein Weyhe selbst an.

Viele machen sich nämlich keine Gedanken darüber, was nach dem eigenen Tod mit den eigenen Angehörigen und Angelegenheiten passiere, so Karin Meiners. Der Tod könne jederzeit auf natürliche Art oder durch einen spontanen Unfall an Aktualität gewinnen.

Wie wünschen sich die Leute gutes Sterben?

Jutta Gudde, Hospizverein Weyhe

Sterben betreffe nicht nur Ältere, unterstreicht Karin Meiners. Was passiert beispielsweise, wenn eine junge Familie verreist und währenddessen tödlich verunglückt? Einzig das Kind überlebe und die eigenen Großeltern seien von Gesetzeswegen zu alt, um sich um den Nachwuchs zu kümmern, nennt sie als Beispiel. Gibt es eine Patientenverfügung? So eine Situation komme öfter vor als man denkt, sagt Karin Meiners. Bereits ihre Eltern waren für diesen Fall der Fälle sensibilisiert, erinnert sie sich. „Als ich noch ein Kind war, hatten meine Eltern einen Wohnwagen und wir sind oft verreist“, sagt Karin Meiners. Vorsorglich hatten ihre Mutter und ihr Vater vorab immer eine Patientenverfügung ausgefüllt, um vorbereitet zu sein. Das habe sie für ihr eigenes Leben geprägt.

Jutta Gudde und Karin Meiners planen zusätzlich zur Podiumsdiskussion weitere Aktionen am 2. und 9. Oktober um den Kirchweyher Marktplatz. „Mehr wollen wir noch nicht verraten“, sagt Jutta Gudde.

Sich Gedanken um die eigene Vorsorge zu machen, dazu rät auch das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV). Die drei wichtigsten Instrumente sind laut BMJV die Vorsorgevollmacht, die Betreuungs- sowie die Patientenverfügung:

Patientenverfügung

Die Patientenverfügung legt vorab fest, ob ein Arzt im Fall einer späteren Entscheidungsunfähigkeit medizinische Maßnahmen umsetzen darf oder nicht. Es ist keine Einwilligung eines Betreuers erforderlich, da die Verfügung alle Beteiligte unmittelbar bindet. Dem Betreuer obliegt es dann nur noch, den niedergelegten Willen des Betroffenen Ausdruck und Geltung zu verschaffen.

Vorsorgevollmacht

Mit der Vorsorgevollmacht können Sie einer anderen Person das Recht einräumen, in Ihrem Namen stellvertretend zu handeln. Sie können vereinbaren, dass von der Vorsorgevollmacht erst Gebrauch gemacht werden darf, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, über ihre Angelegenheiten zu entscheiden. Die Vorsorgevollmacht gibt Ihnen die Möglichkeit, die Bestellung eines Betreuers durch das Betreuungsgericht zu vermeiden.

Betreuungsverfügung

Mit der Betreuungsverfügung kann jeder im Voraus festlegen, wen das Gericht als rechtlichen Betreuer bestellen soll. Das Gericht ist an diese Wahl gebunden, wenn sie dem Wohl der zu betreuenden Person nicht zuwiderläuft. Genauso kann bestimmt werden, wer auf keinen Fall als Betreuer infrage kommt. Möglich sind auch inhaltliche Vorgaben für den Betreuer, etwa welche Wünsche und Gewohnheiten respektiert werden sollen.

Zum Mitmachen

Was ist gutes Sterben? Gibt es gutes Sterben? Diese Fragen stellt das Hospiz Weyhe. Die Antwort darauf kann jeder per Post (Henry-Wetjen-Platz 4, 28844 Weyhe), Telefon (0421 / 808074) oder E-Mail (info@hospiz-weyhe.de) an den Kirchweyher Verein übermitteln. Nach dem Welthospiztag, 9. Oktober, soll dann am 14. Oktober ein Podium über die Fragen diskutieren.

Bei den Planungen: Karin Meiners (l.) und Angelika Sonntag vom Hospiz Weyhe.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Leckeres Essen zu einem Rabatt: Sparen Sie 50 Prozent auf Ihre Bestellung bei Bofrost

Leckeres Essen zu einem Rabatt: Sparen Sie 50 Prozent auf Ihre Bestellung bei Bofrost

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

Meistgelesene Artikel

Daniel Nickel eröffnet neue Orthopädie-Praxis an der Syker Hauptstraße

Daniel Nickel eröffnet neue Orthopädie-Praxis an der Syker Hauptstraße

Daniel Nickel eröffnet neue Orthopädie-Praxis an der Syker Hauptstraße
Famila-Neubau in Leeste: Eröffnung im November realistisch

Famila-Neubau in Leeste: Eröffnung im November realistisch

Famila-Neubau in Leeste: Eröffnung im November realistisch
Mutwillige Verschmutzung im Freibad Bruchhausen-Vilsen sorgt für 30000 Euro Schaden

Mutwillige Verschmutzung im Freibad Bruchhausen-Vilsen sorgt für 30000 Euro Schaden

Mutwillige Verschmutzung im Freibad Bruchhausen-Vilsen sorgt für 30000 Euro Schaden
Lebenshilfe Diepholz: Vorstand setzt auf PLSW und Annette Lüneburg

Lebenshilfe Diepholz: Vorstand setzt auf PLSW und Annette Lüneburg

Lebenshilfe Diepholz: Vorstand setzt auf PLSW und Annette Lüneburg

Kommentare