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Was braucht Weyhe für Gleichberechtigung?

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Was benötigt Weyhe konkret für mehr Gleichberechtigung? Auf Vorschläge hofft die Gleichstellungsbeauftragte Christina Scheele.
Was benötigt Weyhe konkret für mehr Gleichberechtigung? Auf Vorschläge hofft die Gleichstellungsbeauftragte Christina Scheele. © Gemeinde Weyhe

Zum Weltfrauentag am Dienstag, 8. März, gibt es  es eine Blumen- und Postkarten-Aktion in Weyhe. Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde möchte herausfinden, was es aus Sicht der Bürgerinnen noch zu tun gibt auf dem Weg zur Gleichberechtigung

Weyhe – „Viel erreicht. Und noch einiges zu tun.“ So könnte ein knappes Resümee zum aktuellen Stand der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern lauten, schreibt Christina Scheele, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde. Anlässlich des 111. Jubiläums des Internationalen Frauentags am 8. März hat Scheele Postkarten gestaltet, die genau hier ansetzen.

Gerade in der Pandemie zeigen sich wieder zunehmende Unterschiede zwischen der Eingebundenheit in Erwerbs- und Sorgearbeit – trotz besserer Bildung und Qualifikation der Frauen.

Christina Scheele, Weyher Gleichstellungsbeauftragte

Ihr sei bewusst, dass die Herausforderungen durchaus vielschichtiger sind: „Gesetzlich sind Frauen inzwischen gleichberechtigt. Es erscheint uns kaum vorstellbar, dass Frauen früher nicht wählen oder bis in die späten 1970er-Jahre ohne Zustimmung des Ehepartners keiner Berufstätigkeit nachgehen durften.“ Doch Rollenstereotype und gesellschaftliche Zuschreibungen seien weiter sehr wirkmächtig. „Gerade in der Pandemie zeigen sich wieder zunehmende Unterschiede zwischen der Eingebundenheit in Erwerbs- und Sorgearbeit – trotz besserer Bildung und Qualifikation der Frauen. So übernahmen in 71 Prozent der Familien überwiegend die Mütter die Kinderbetreuung“, weiß Christina Scheele zu berichten.

Dagegen helfen könnten Blumen zwar nicht. Doch als kleines Zeichen der Wertschätzung und um in Kontakt zu bleiben, wird die Gleichstellungsbeauftragte am Dienstag, 8. März, gemeinsam mit Mitstreiterinnen – unter Einhaltung der entsprechenden Corona-Regeln – Rosen verteilen. Unterstützt wird sie von einem kleinen Team ehrenamtlicher Frauen, die sich jeweils in ganz unterschiedlichen interkulturellen Gruppen und Projekten engagieren. Beteiligt sind unter anderem die Kandidatinnen für den Integrationsrat, der am 13. März neu gewählt wird. Neben der Möglichkeit des kurzen Kennenlernens und des Austausches können sich Passantinnen rund um den Weyher Marktplatz am Dienstag ab 11 Uhr auf eine Rose freuen.

Kleine Verlosung unter den Teilnehmerinnen

Und um zu hören, wo genau ihnen der Schuh drückt und was es noch braucht für mehr Gleichberechtigung konkret in Weyhe, kommen auch die Postkarten ins Spiel. Diese werden mit überreicht und ermöglichen es, Vorschläge per Post, E-Mail oder Einwurf in die Losbox am Empfang des Rathauses zu machen. Alle Rückmeldungen bis spätestens Sonntag, 1. Mai, nehmen an einer kleinen Verlosung teil. Der jeweilige Wunschgewinn kann auf der Karte angekreuzt werden – darunter auch ein Wiedereinstiegs-Ratgeber, der aufzeigt, wie die mütterliche Konkurrenz, wer die besten Dinkelkekse backt, in die Altersarmut führt, schreibt Scheele.

Ebenfalls beteiligt an der Postkartenaktion ist die Gemeindebibliothek bei der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Kirchweyhe. Dort sind die Karten nicht nur erhältlich, sondern können ebenso direkt in eine aufgestellte Losbox geworfen werden. Thematische Anregungen biete die Bibliothek dabei in Hülle und Fülle. So hat das Team anlässlich des Internationalen Frauentags wieder einen besonderen Medientisch vorbereitet. Interessierte können wählen zwischen einer breiten Auswahl an Romanen, Sachbüchern oder Biographien. Auch zahlreiche Filme mit starken Frauen laden ein, sich inspirieren und gut unterhalten zu lassen, heißt es in der Mitteilung. Die ausgewählten Medien sind bereits ausleihbar. Der Thementisch steht zum Stöbern bis zum 1. Mai zur Verfügung.

Ursprünglich für den März vorgesehene Veranstaltungen mussten dagegen coronabedingt noch einmal verschoben werden. „Auch wenn der Equal Pay Day dieses Jahr fast zeitgleich mit dem Internationalen Frauentag begangen wird, wird uns das Thema Entgeltungleichheit wohl noch länger beschäftigen und so schnell nichts an Aktualität verloren haben. Leider“, so Scheele.

Eine Veranstaltung zum Thema Frauen und Geld soll zeitnah im Mai stattfinden. Folgen werden ein Info-Nachmittag für Alleinerziehende sowie eine Veranstaltung zum beruflichen Wiedereinstieg. Die Termine werden noch im Einzelnen bekanntgegeben.

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