Letzte Aktionswoche von Josef Jung im Gehölz endet

Im Wald zählt Teamarbeit

Die Achtklässler zäunen unter professioneller Anleitung eine Waldfläche zu Forschungszwecken ein. - Foto: Husmann

Weyhe - Von Katharina Schmidt. Josef Jung hat Generationen von Achtklässlern den Wald nähegebracht. Seit mehr als 20 Jahren fährt der Biologie- und Chemielehrer vor den Osterferien mit Schülern der KGS Leeste für mehrere Tage ins Syker Gehölz, um forstwirtschaftlich zu arbeiten. Am heutigen Freitag endet seine letzte Waldwoche.

Im Jahr 1993 ist Jung zum ersten Mal mit Achtklässlern zu einer Woche im Grünen aufgebrochen. Nun sei es an der Zeit, die Leitung der Aktion in jüngere Hände zu übergeben, findet der 62-Jährige. Sein Nachfolger ist Jens Schwartzkopff. Ihm will Jung im kommenden Jahr bei der Planung zwar zur Seite stehen, in den Wald mitkommen wird er aber nicht mehr.

Mischwald soll eine höhere Holzqualität bewirken

In diesem Jahr haben 21 Schüler der Klasse G8c von Montag bis heute im Syker Westflügel übernachtet. Mit dem Fahrrad fuhren sie zu ihren Einsatzorten. Nahe der Seniorenresidenz Deutsche Eiche umzäunten sie zum Beispiel eine Versuchsfläche für die Landwirtschaftliche Untersuchungsanstalt Braunschweig. In dem Areal soll die Naturverjüngung beobachtet werden – also das Wachstum Waldes. Der Zaun hält Rehe, die gerne Pflanzen anknabbern, fern.

Außerdem schnitten die Achtklässler Wege frei, rissen verrottete Zäune ab und pflanzten Bäume. Sie setzten unter anderem junge Buchen zwischen einen Eichenbestand. Die neuen Bäume sollen die Eichen in ein paar Jahren überschatten, damit diese keine Äste mehr bilden. Das trage zu hochwertigerem Holz bei, weiß Josef Jung.

Mehrere Stunden körperlicher Arbeit - manche kennen das nicht

In seiner Kindheit und Jugend hat der Lehrer viel Zeit im Wald verbracht, sei es mit Freunden oder mit seinem Vater zum Holz holen. Laut Jung legen Jugendlichen ihren Schwerpunkt heute auf andere Dinge, zum Beispiel das Handy. „Manche kennen den Wald nur noch virtuell“, überspitzt er. Auch handwerkliche Arbeiten würden nicht mehr so gelehrt wie früher. „In der Waldwoche lernen die Schüler Dinge, mit denen sie sonst nicht konfrontiert werden“, erzählt er. Für viele sei es eine neue Erfahrung, mehrere Stunden körperlich zu arbeiten.

Eine wichtige Rolle spiele die Teamarbeit. „In der Schule erzielen wir Einzelkämpfer“, so Jung. Bei Klausuren sei jeder auf sich alleine gestellt. Im Wald sehe das anders aus. „Wir müssen zusammenarbeiten“, betont er. „In dieser Woche lernt jeder Schüler mehr, als er es in der Schule tun würde“, ist er überzeugt.

Jung dankt dem Förster Heinz-Dieter Tegtmeier, den Forstwirten sowie dem Team im Westflügel, das die Schülgergruppen stets gut betreue. Nicht zuletzt der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure ist es wohl zu verdanken, dass die meisten Rückmeldungen zu der Waldwoche Jung zufolge gut sind – auch wenn sie noch Jahre später geäußert werden. Er treffe manchmal 25- bis 30-Jährige im Ort, die immer noch gerne an die Tage im Gehölz denken würden. „Wenn man sich an seine Schulzeit zurückerinnert, gibt es Höhepunkte“, meint Jung. „So eine Waldwoche gehört dazu.“

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