Waldkindergarten in den Jeebeler Fuhren geht am 1. September an den Start

Bauwagen, Biotoilette und ganz viel frische Luft

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Um sich ein Bild von einem Waldkindergarten und einem geeigneten Bauwagen zu machen, haben sich die Weyher Verantwortlichen in Bruchhausen-Vilsen umgesehen. Archivfoto: Reinhard

Weyhe - Von Philipp Köster. Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Am 1. September geht der erste Waldkindergarten der Gemeinde im Jeebel an Start.

Laut der Fachbereichsleiterin Bildung und Freizeit, Astrid Friedmann, geht es zunächst mit sieben Kindern los. Im Laufe des Kindergartenjahres stoßen vier Sprösslinge dazu, die drei Jahre alt geworden sind. Sie wohnen übrigens in verschiedenen Weyher Ortsteilen. Für vier weitere Kinder ist noch Platz.

„Als ich das erste Mal davon hörte und dass die Toilette mit geschredderter Baumrinde funktionieren soll, habe ich gedacht, die wollen mich veräppeln“, erinnert sich Friedmann an ihre erste gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Doch inzwischen ist sie ganz begeistert von der Idee.

Rathausmitarbeiterin Laura Willemer und die künftige Leiterin Gitta Weseloh haben sich verschiedene Bauwagen angeschaut, unter anderem in Bruchhausen-Vilsen. Inzwischen haben sie eine solche Unterkunft bestellt, sie soll voraussichtlich eine Woche nach dem Start angeliefert werden. Es gibt also eine kurze Übergangszeit.

Der gut isolierte beheizbare Bauwagen enthält Willemer zufolge eine Küche mit Gaskochfeld, Fächer und Sitzbänke. Neben dem Wagen wird ein Häuschen gebaut, in dem die Biotoilette untergebracht ist.

Tatsächlich gibt es darin einen mit Rindenmulch gefüllten Bottich. Nachdem die Lütten ihr Geschäft verrichtet haben, werfen sie Torf darauf. Zu gegebener Zeit wir der gesamte Inhalt im Wald vergraben. Die Kinder haben keine Berührungsangst vor der Reinigung. „Sie streiten sich darum, wer es wegmachen darf“, hat Willemer in Bruchhausen-Vilsen gesehen.

Die Biotoilette ist nur ein Beispiel für die Naturverbundenheit der Waldkita. „Sie spielen im Freien, lernen die Natur lieben und gehen fortan achtsam mit ihr um“, sagt Friedmann. Außerdem seien die Sprösslinge weniger krank, weil sie ja fast immer an der frischen Luft sind. Nur bei angekündigten extremen Wetterereignissen wie Sturm oder Schneebruch würden die Kleinen rechtzeitig auf die Kita Dreye ausweichen. „Durch Regen müssen sie aber durch.“

Die Gemeinde stellt den Bauwagen an der Straße „In den Fuhren“ im „tiefen Wald weit weg von den Siedlungen“ auf. Das Areal ist bereits vom Fachbereich Bau, Planung und Umwelt vorbereitet, sagt die Ressortleiterin.

Das Angebot beginnt um 7.30 Uhr und endet um 12.30 Uhr. „Die Kinder sind dann alle und haben Hunger.“ Von einem ganzen Tag in der Waldkita rieten Experten ab.

Nach einem ersten Versuch im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde das Projekt erneut angeschoben. Beim ersten Mal hatte es nicht genügend Anmeldungen gegeben. „Nach einer Infoveranstaltung im Rathaus gab es bei den Eltern aber kein Halten mehr“, erinnert sich Astrid Friedmann.

Wer sein Kind noch anmelden will, kann sich für weitere Informationen an Laura Willemer, Telefon 04203/71230, oder Gitta Weseloh, Telefon 04203/ 804052 wenden.

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