Was die Freunde der Kirchweyher Dampflok planen / Ausstellungsstücke gesucht

Waggon wird neues Eisenbahnmuseum

Halten ein von ihnen restauriertes Kolbenstück aus der Kirchweyher Dampflok: Ingolf Griebel (links) und Steffen Dollinger. Foto: Heiner Büntemeyer
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Halten ein von ihnen restauriertes Kolbenstück aus der Kirchweyher Dampflok: Ingolf Griebel (links) und Steffen Dollinger.

Kirchweyhe - Von Heiner Büntemeyer. Auf dem Gelände der ehemaligen Bahnmeisterei in Kirchweyhe herrscht an jedem Wochenende reger Betrieb, weil die Freunde der Kirchweyher Dampflok dort werkeln und eine alte Lok restaurieren – zumindest vor Corona. Und jetzt? Sie werkeln immer noch, wenn auch in leicht dezimierter Form, wie der erste Vorsitzende Karl-Heinz Stickan berichtet: „Wir arbeiten jetzt mit ausreichend Abstand und deswegen auch mit weniger Leuten. Ein paar draußen und andere wieder drinnen. Dann haben wir auf jeden Fall genug Platz.“

Gegenwärtig wird einer der Waggons saniert. Der neue Fußboden aus Klicklaminat ist bereits verlegt, jetzt werden noch Teile der Seitenwände isoliert und die rund 110 Jahre alte Tür aus der ehemaligen Bahnmeisterei eingesetzt. Dann kann Steffen Dollinger, zweiter Vorsitzender, endlich damit beginnen, den Waggon in ein weiteres kleines Eisenbahnmuseum zu verwandeln. Exponate dafür hat er schon ausgewählt, aber es bleibt noch genügend Platz für weitere Ausstellungsstücke, so Dollinger. Daher bittet er alle, die noch über alte Geräte, Unterlagen, Urkunden, Schilder, Lampen und ähnliche Teile verfügen, diese dem Dampflokverein zur Verfügung zu stellen.

Diese Baureihe wurde in den 40er-Jahren entwickelt und in verschiedenen Versionen in Dienst gestellt. Die 5052 war eine Kondenslok, bei der der Abdampf wieder abgefangen wurde und neu verwendet werden konnte. Diese Bauform war für den Russlandfeldzug entwickelt worden. In Kirchweyhe steht die 5035, die als „Reko-Lok“ bekannt wurde. Bei dieser Lok wurden Mitte der 50er-Jahre in der DDR die Kessel rekonstruiert (Reko), um den Wirkungsgrad zu erhöhen. Einen höheren Wirkungsgrad versprach man sich auch von der 5040, der „Franco-Crosti“, erklärt Dollinger den technischen Hintergrund und ergänzt: In dieser Bauform erhielt die Lok einen speziellen Vorwärmkessel, der sich äußerlich durch einen seitlich am Langkessel angebrachten Schornstein bemerkbar machte.

Diese unterschiedlichen Lokomotiven werden als Modelle in dem neuen kleinen Eisenbahnmuseum ausgestellt. Außerdem soll in dem Raum eine weitere alte Eisenbahntechnik gezeigt werden: Ausgemusterte Telefone, Signalanlagen, Arbeitsanweisungen und Büroeinrichtung wie der nostalgische Telefonschrank.

Dollinger plant auch eine Wechselausstellung mit Portraits über Kirchweyher Eisenbahner. Welche Bahn-Mitarbeiter er dort zeigen wird, möchte er noch nicht verraten. „Aber ich habe Unterlagen und Daten von mehreren ehemaligen Mitarbeitern der Bahn aus Weyhe, die ich wechselweise präsentieren möchte“, so Dollinger, der sich darüber hinaus intensiv mit der Historie der „Hamburg-Venloer-Eisenbahn“ beschäftigt.

Darüber hinaus sind Mitglieder des Vereins damit beschäftigt, einige Teile der Lok so herzurichten, dass die Besucher im Führerstand Hebel bedienen können, um die Wirkungsweise der Schieber, Ventile und Kolben erkennen zu können. „Auch dadurch werden wir die Attraktivität unserer jetzt fast 80 Jahre alten Lok erhöhen, die im Juni 1941 in Pommern auf das Gleis gestellt und am 16. Juni 1983 ausgemustert worden ist“, berichtet der zweite Vorsitzende und ergänzt: „In diesen 42 Betriebsjahren legte die fast 23 Meter lange und 4,50 Meter hohe Lokomotive nachweisbar rund 2 300 000 Kilometer zurück. Jetzt steht sie schön herausgeputzt am Kirchweyher Bahnhof und hinter ihr eine Reihe von alten Reichs- und Bundesbahnwaggons, die teilweise noch aufgerüstet werden müssen.“

Infos und Kontakt

www.lok-weyhe.de

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