SPD wählt heute Abend/Interview mit Astrid Schlegel

„Wir wollen Dich!“

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Astrid Schlegel mit den Postkarten für die neue Jugendkampagne „Wir wollen Dich“.

Syke/Weyhe - Eine Vollblutpolitikerin, die Verantwortung übernimmt: Astrid Schlegel (60) aus Weyhe arbeitet nicht nur im Gemeinderat, im Kreistag, im Bezirks- und im Landesvorstand der SPD mit. Seit sechs Jahren ist sie als Vorsitzende des Unterbezirks auch erste Sozialdemokratin im Landkreis Diepholz. Heute Abend will sie ihr Amt bewusst an den Diepholzer Ingo Estermann abgeben. Über ihre Arbeit und wichtige Themen nimmt sie im aktuellen Interview Stellung. Die Fragen stellte Anke Seidel.

Frau Schlegel, was war die prägendste, schönste Erfahrung in ihrer Zeit als Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Diepholz?

Astrid Schlegel: Die schönste in jedem Fall die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der SPD. Das war sehr beeindruckend und hat stolz gemacht auf die Geschichte meiner Partei. Prägend sind immer wieder unsere Wahlkämpfe, weil das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen dabei enorm wichtig ist. Nicht immer waren die Wahlkämpfe von Erfolg gekrönt, aber mit Luzia Moldenhauer haben wir ja wieder eine Landtagsabgeordnete.

Was wünschen Sie Ihrem designierten Nachfolger Ingo Estermann – und was dem Unterbezirk?

Schlegel: Ich wünsche ihm eine gute Hand für die Belange des gesamten Landkreises. Wenn er es möchte, unterstütze ich ihn gern bei den Herausforderungen, die auf ihn zukommen, wenn es um die inhaltliche Arbeit geht. Aber er ist sehr fleißig und sehr engagiert. Er bekommt das hin!

Jugendliche für Parteien zu gewinnen ist schwer – mittlerweile gelten nur noch 30 Prozent der jungen Menschen bis 25 Jahre als politisch interessiert. Wie gegensteuern?

Schlegel: Das ist so. Nichtsdestotrotz kann man junge Menschen gewinnen. Das sieht man bei unseren Vorstandswahlen heute Abend in Diepholz. Der designierte neue Vorsitzende ist 30 Jahre alt, der designierte Finanzverantwortliche Tevfik Özkan ist 26 Jahre alt – beide also im Juso-Alter.

Wenn junge Leute sich engagieren wollen, muss man sie auch arbeiten lassen. Wir haben in der SPD schon seit Jahren ein partei-internes Mentoring: Wir sprechen gezielt junge Menschen an und stellen ihnen erfahrene Politiker an die Seite, bis sie selbst mitarbeiten können und wollen. Damit haben wir guten Erfolg.

Gibt es konkrete Projekte?

Schlegel: Es gibt immer wieder mal Projekte. Heute Abend stellen wir gezielt ein neues vor: Mit Postkarten und Plakaten, mit Internet und App werben Isabel aus Syke, Tevfik aus Weyhe und Mintje aus Wagenfeld für uns als SPD.

Facebook, Twitter und WhatsApp haben auch die politische Diskussionskultur verändert. Menschen, hinter Nicknames verborgen, verunglimpfen Politiker. Es gibt Bürgermeister, die sich in solchen Foren rechtfertigen. Sinnvoll oder Zeitverschwendung?

Schlegel: Natürlich nutzen auch wir als SPD die neuen Medien. Denn Facebook, Twitter und WhatsApp sind die Medien unserer Zeit, und damit muss man umgehen. Leider gibt es auch Erfahrungen mit Shitstorms, also mit Verunglimpfungen. Es ist schwierig, weil man ja nicht Auge in Auge mit einem Gegenüber kommunizieren kann.

Brauchen wir eine andere politische Kultur?

Schlegel: Für mich ist das politische System mit den Parteienlandschaften, die viele Menschen und viele Gruppen erreichen, noch immer das beste System. Gesamtgesellschaftlich gesehen sind die politischen Parteien immer noch die besten Vertreter, alle Altersstufen, alle Interessen und alle Lebenssituationen abzudecken und darzustellen.

Sie wollen Ihre Arbeit als SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag intensivieren. Welches ist für sie das wichtigste Thema im Augenblick?

Schlegel: (Lacht). Die Arbeit ist schon intensiv genug. Erst einmal war es wichtig, den Vorsitz im Unterbezirksvorstand und den der Kreistagsfraktion auf vier Schultern zu verteilen. Natürlich arbeite ich weiterhin im Bezirks- und im Landesvorstand mit. Das wichtigste in unserer Fraktion sind zurzeit die Krankenhäuser im Landkreis. An dem Thema arbeiten wir intensiv.

Krankenhaus-Mitarbeiter sorgen sich um ihre Arbeitsplätze, Bürger um ihre Versorgung, und das unter Verschluss gehaltene Gutachten sorgt für Verunsicherung. Schließt das Sulinger Krankenhaus? Oder das Diepholzer? Oder entsteht ein Neubau auf der grünen Wiese? Im Mai will der Kreistag eine Entscheidung treffen. Worauf müssen sich die Menschen einstellen?

Schlegel: Auf diese Frage kann und will ich jetzt nicht antworten. Ich bitte um Verständnis darum, dass wir erst intensiv arbeiten müssen, bevor wir das Ergebnis am 11. Mai im Kreistag vorstellen. Gerade weil wir die Sorgen der Mitarbeiter und der Bürger so ernst nehmen, setzen wir uns so intensiv mit dem Thema auseinander.

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