Vorstoß von Dietrich Struthoff zur Kompaktsanierung ruft Kritik hervor

KGS Leeste: CDU denkt über Teilabriss und Anbau nach

+
Die Parteien und die Verwaltung wollen die KGS in einem Rutsch zu sanieren.

Leeste - Von Sigi Schritt. Ist es ein ernst gemeinter Vorschlag der CDU oder bereits Wahlkampfgetöse, wie die SPD herauszuhören glaubt, was der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Dietrich Struthoff, am Mittwochabend im Schulausschuss vorgeschlagen hat? Nach dem Sachstandsbericht zur avisierten Kompaktsanierung der KGS Leeste äußerte der CDU-Chef die Bitte, darüber nachzudenken, ob nicht eher ein Teilabriss und ein Anbau den Bedürfnissen der Pädagogik und der Inklusion Rechnung tragen.

Seine Idee rief Kritik hervor: Günther Borchers von der FDP äußerte Skepsis: „Wir wissen noch nicht, was besser ist.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Seidel bemerkte, dass in den vergangenen Jahren bereits über acht Millionen in die KGS investiert worden sind. Ihm pflichtete Bürgermeister Andreas Bovenschulte bei: „Ich warne davor, das kleinzureden, was wir bislang geschaffen haben.“

Dem Verwaltungschef hätte außerdem der KGS-Hausmeister bestätigt, dass sich die Gebäudequalität verbessert habe. „Ich habe nicht den Eindruck, dass wir in den vergangenen Jahren acht Millionen Euro in der KGS Leeste versenkt haben“, so Bovenschulte.

Als Oberstufenschülerin hatte Janin Hornburg, Ratsfrau der Grünen und KGS-Ehemalige, die Bauarbeiten zwischen 2007 und 2010 wahrgenommen. „Die 210er-Räume waren der pure Luxus.“ Allerdings sei das eine oder andere Fenster nicht völlig dicht gewesen, und es habe auch mal von der Decke getropft. Aufgrund von Vandalismusschäden und Toiletten, die über die ganze Schule verstreut sind, wird über eine zentrale Anlage nachgedacht. „Die gab es schon“, kommentierte Hornburg diese Idee. „Die Schule hatte damals nur drei Toiletten aufgeschlossen.“

Der Bürgermeister wolle einen gemeinsamen Diskussionsprozess anstoßen, sei aber für einen Schnellschuss nicht zu haben. Es sollte aber keine Denkverbote geben, mahnte der CDU-Ratsherr Claus-Peter Wessel. „Wir haben nur gebeten, über einen Teilabriss und Neubau nachzudenken.“

Drei Planungsbüros stehen indes bereit, die Sanierung der KGS anzugehen. Sie hatten bereits ein Angebot abgegeben, berichtete Rathausmitarbeiter Fabian von Weyhe. Nach einer intensiven Prüfung will die Gemeinde Anfang November das Büro in der eingerichteten Lenkungsgruppe vorstellen. Dem Ausschuss und den drei Zuhörerinnen berichtete von Weyhe, dass für die Verwaltung die Phase Null angelaufen sei: Es gehe jetzt um die Auslotung der Chancen und Grenzen bei der Verzahnung der Schnittstelle von Pädagogik und Architektur und um die Erstellung einer groben Kostenschätzung.

Grundlage der Bedarfsplanung ist eine Studie, die davon ausgeht, dass sich die Schülerzahlen bis 2030 leicht nach oben bewegen und sich bei rund 1160 Schülern einpendeln. Ohne die Zuzüge von Familien würde es im ungünstigsten Fall immerhin noch 900 in allen Schulzweigen geben.

Für die Projektgruppen, die aus Vertretern der Gemeinde, Politik, Schulleitung, Lehrerschaft, Schülern und Eltern sowie der Planungsgruppe bestehen, gibt es jede Menge Arbeit. Denn es gilt, den Raumbedarf zu klären und dabei ebenso über Zentraltoiletten, den Standort der Lehrküchen sowie über den Umzug der Gemeindebibliothek nachzudenken.

Mehr zum Thema:

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Meistgelesene Artikel

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Kommentare