Ostfriesisch-kriminelle Weihnachtshow im Theater-Pub „Shakespeare’s“

Völlig falsche und ganz richtige Spuren

Laden zu einer gemeinsamen Wohltätigkeits-Show zugunsten der Stiftung Bremer Herzen ein: Mathias Scharf, Holger Wittschen, René Paul Niemann und Mirjam Phillips (von links nach rechts). Foto: Sigi Schritt

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Das Quartett kennt sich seit mehreren Jahren durch einen Krimi-Stammtisch in Bremen: Holger Wittschen (55) aus Lahausen, René Paul Niemann (58) sowie Mirjam Phillips (61) aus Bremen sind allesamt Autoren, die in ihrer Freizeit Geschichten über Vergehen und Verbrechen schreiben. Gemeinsam haben sie eine Anthologie herausgebracht und wollen am 10. Dezember ausgewählte Geschichten in einer ostfriesisch-kriminellen Weihnachtshow im Kirchweyher Theater-Pub „Shakespeare’s“ vorstellen. Mathias Scharf (55) aus Leeste sorgt an diesem Abend für den musikalischen Rahmen.

Eine Show? Ja, betont Holger Wittschen. Er schlüpft an diesem Abend in die Rolle des Conférenciers. Der Weyher Autor hat ein bestimmtes Vorbild vor seinen Augen: Ältere werden sich sicherlich noch an die ARD-Sendung Einer wird gewinnen mit Hans-Joachim Kuhlenkampf erinnern, so Wittschen. Und tatsächlich wird an diesem Abend auch jemand gewinnen – die Zuhörer werden aufgefordert, sich an der Suche nach Tätern zu beteiligen. Als Preis hat das Quartett ein Bücherpaket zur Verfügung gestellt.

Gefragt nach den Inhalten, bleiben sie vage. Die Autoren möchten nicht zuviel verraten, sie setzen auf den Überraschungseffekt. Und mit Überraschungen müssen die Zuschauer laut Wittschen rechnen. Der 55-Jährige aus Lahausen mag es, wenn Krimis Leser, Zuhörer oder Zuschauer überraschen. Das setzt natürlich voraus, dass die Autoren die Zuhörer schon mal auf eine falsche Spur führen, sodass der Wendepunkt erst zum Schluss deutlich wird, sagt der Krankenpfleger, der in einer Dialysestation arbeitet.

Als Bremer kennt sich René Paul Niemann bestens in der Hansestadt aus und so wundert es nicht, dass er den Schauplatz seiner Geschichten dorthin verlegt. Der 58-Jährige arbeitet als Kulturwissenschaftler in einem Museum der Stadt und liebt Krimis insbesondere, wenn „mysteriöse und düstere Dinge“ in die Geschichte einfließen. Ihm gefällt es, wenn ein Ende offenbleibt. Und sollte es im Theater-Pub an manchen Stellen mucksmäuschenstill werden, dann ist das genau nach seinem Geschmack. In seinen neuesten Werken thematisiert Niemann das Bremen der Nachkriegszeit. „Da beschränkte sich das Leben auf Basisbedürfnisse. Wenige hatten Telefon, nicht jeder hatte einen Fernseher“, so Niemann. Das Leben konnte im Vergleich zu heute „ungeregelter ablaufen“. Die 50er- und 60er-Jahre galten als bieder. Doch unter der Decke habe es geschmort. Der Kulturwissenschaftler habe für jede Geschichte viel recherchiert und nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise in die Wirtschaftswunderjahre.

Von Bremen geht es mit Mirjam Phillips nach Leer. Die Lehrerin an einem Gymnasium in Achim will den Zuhörern am Abend näherbringen, „weshalb ein normaler Mensch zum Verbrecher wird“. Die 61-Jährige mag insbesondere Krimis, die Beziehungstaten oder besondere Umstände im Blick haben – und wie Philipps sagt, die „Gesellschaft widerspiegeln“.

Wie der Conférencier Holger Wittschen betont, soll die Show ein „positives Gefühl“ erzeugen. Der Schwerpunkt liege auf Unterhaltung. Manche Lesungen hätten „etwas Verkorkstes. Das wollen wir nicht.“

Zum Gelingen der Veranstaltung sei die Musik nicht unerheblich, weil sie laut Mathias Scharf den roten Faden zwischen den Geschichten bilden soll. Der Leester will die Stimmungsbilder, die einzelne Szenen erzeugen, auf eine besondere Art und Weise verstärken. Der 55-Jährige hatte sich mit Weihnachtsliedern beschäftigt und hat bekannte Lieder und deren Variationen wie zum Beispiel Stille Nacht „verjazzt und verfremdet“. Man müsse die Musik schon auf sich wirken lassen, um die Songs zu erkennen, so Mathias Scharf.

Die Krimi-Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Eintrittskarten kosten zwölf Euro an der Abendkasse. Karten zum gleichen Preis gibt es außerdem bei Schüttert und im Tee Kontor. Von den Einnahmen spenden die Veranstalter zwei Euro an die Stiftung Bremer Herzen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Kühlschrank und Kühltruhe reinigen

Kühlschrank und Kühltruhe reinigen

Fotostrecke: Werders Pleite gegen den SC Paderborn

Fotostrecke: Werders Pleite gegen den SC Paderborn

Dörflicher Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Dörflicher Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Nikolausspektakel und Zwergenweihnacht in Hoya

Nikolausspektakel und Zwergenweihnacht in Hoya

Meistgelesene Artikel

Bassumer Ehepaar spendet 10. 000 Euro – und erntet Shitstorm

Bassumer Ehepaar spendet 10. 000 Euro – und erntet Shitstorm

Trotz Regenwetters: Syker lassen sich Weihnachtliche Kulturtage nicht vermiesen

Trotz Regenwetters: Syker lassen sich Weihnachtliche Kulturtage nicht vermiesen

Neun Minuten pures Adrenalin: Pastor Kopp klettert Turm der Christuskirche hoch

Neun Minuten pures Adrenalin: Pastor Kopp klettert Turm der Christuskirche hoch

Auto zertrümmert Hauseingang

Auto zertrümmert Hauseingang

Kommentare