An die Ochtum auf 50 Meter heranbauen

Dreye West-III: Vögel müssen sich eine neue Bleibe suchen

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Vögel kreisen über das Gewerbegebiet.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Lebensraum von geschützten Vögeln, die auf der Roten Liste stehen, wird zerstört, wenn sich das Gewerbegebiet Dreye-West-III ausdehnt. Diese Befürchtung hat der Nabu auf der Sitzung des Bauausschusses erneut vorgebracht, doch die Kritik am Projekt verhallte in den Reihen der Politik. Schließlich benötigen die Betriebe Flächen für ihre Expansion und die Gemeinde Steuereinnahmen für ihre Millionenprojekte.

Mehrheitlich empfahl das Gremium dem Rat, aus einstigen Ausgleichflächen Bauland für Gewerbe zu entwickeln. Dabei sollen die Gewerbeflächen später bis auf 50 Meter an die Ochtum heranreichen. Der Ausschuss empfahl dem Rat, die Planung öffentlich auszulegen.

Wegen der Bremer Wohnbebauung und der möglichen Lärmemissionen wurde außerdem eine ins Auge gefasste Fläche aus dem Plan herausgenommen - das begrüßten unter den 80 Zuschauern die Bremer Bürger. Sie hatten kritisiert, dass es keine Bürgerbeteiligung gegeben hatte, zumal sich das Gewerbeareal auf 85 Meter an ihr Wohngebiet nähern würde.

Bei einer Stippvisite entdeckt unser Fotograf Heinfried Husmann diverse Vögel. Als er sich der Ochtum nähert, scheucht er sie auf.

Die Verwaltung hatte Ulrike Schneider vom Planungsbüro P3 aus Oldenburg in Sachen 16. Änderung des Flächennutzungsplans und Änderung des B-Plans das Wort überlassen. Nach ihrem Vortrag zeigten sich Bernd Daneke vom Nabu irritiert, dass Jäger von einem zurückgegangenen Tierbestand gesprochen hatten. Das Gegenteil sei der Fall. Auf die Diskussion, was dort alles brütet, wollte die Planerin nicht eingehen. 

Auch sie findet unterm Strich, dass die Flächen „sehr wertvoll“ sind und gab dem Nabu damit recht. Mehrfach betonte Schneider aber, dass die geplante Geländeerweiterung keine Verbotstatbestände nach dem Bundesnaturschutzgesetz auslösen würde. Ja, der einzelne Vogel würde vertrieben, so Schneider. 

Der Entwurf sieht Ausgleichsflächen vor.

Damit sterbe allerdings nicht die Population der geschützten Art, erklärte sie. Annika Bruck von den Grünen monierte, dass lärmempfindliche Vögel künftig das Gebiet meiden würden. Die 11,5 Hektar große Kompensationsfläche im Westen würde für die Arten, die auf den Gewässerrandstreifen angewiesen sind, keinen richtigen Ersatz bieten.

Fachbereichsleiter Matthias Lindhorst sagte, dass es für einzelne Flächen schon Interessenten gebe und diese versprochen seien. Unter anderem will sich ein Kranverleih ansiedeln. Die SPD hält den Eingriff in die Natur grundsätzlich für vertretbar. „Wir stimmen so zu“, kündigte Jürgen Borchers an, denn es gebe die Ausgleichsfläche. Zustimmung kam auch von der FDP und der CDU. „Wir stimmen zu, aber nicht mit einem guten Gefühl“, so die Liberale Antje Sengstake. Es sei richtig, dass der Bereich in der Nähe der Wohnbebauung herausfällt, findet die Christdemokratin Ingrid Söfty.

Einen Wunsch konnte Bruck am Ende doch anbringen: Die Fraktionsvorsitzende plädierte erfolgreich dafür, eine Ausgrenzung von wassergefährdenden Stoffen festzusetzen.

Der SPD-Vorsitzende Berthold Groeneveld merkte an, einen Plan zu machen, wo grundsätzlich künftige Gewerbeareale entstehen und erweitert werden könnten. Das gefiel auch der CDU, weil laut Söfty die Christdemokraten dies schon lange gefordert hätten.

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