„Pokémon“-Jagd auf dem Marktplatz

Virtuelle Safari ist am Sonntag um 18 Uhr eröffnet

Wer an dieser virtuellen Jagd teilnehmen möchte, benötigt ein Smartphone auf dem das Spiel „Pokémon Go“ geladen ist. - Foto: Schritt

Weyhe - Von Siard Schulz. Mit dem Trend gehen: Diese Redewendung ist durchaus wörtlich zu verstehen. Jugendliche und junge Erwachsene laufen derzeit durch Weyhe und schauen noch häufiger als sonst auf ihre Mobiltelefone. Grund dafür ist das in dieser Woche in Deutschland veröffentliche Spiel „Pokémon Go“.

Dabei handelt es sich um eine Jagd auf Fantasiefiguren, die nur mit Hilfe des Handys geortet werden können. Einige Spieler wollen sich am Sonntag um 18 Uhr auf dem Marktplatz treffen, um gemeinsam auf Safari zu gehen. Organisator der Veranstaltung ist unter anderem Philipp Stach aus Leeste.

Es habe viele Mitteilungen zu diesem Thema in einer Facebook-Gruppe gegeben, berichtet der 21-Jährige. Das habe ihn dazu veranlasst, eine eigene Seite zu erstellen. Diese nennt sich „Pokémon Go – Weyhe“. Deren Mitglieder haben dort die Möglichkeit, ausführlich über das Thema zu diskutieren.

Dass diese angesagte Freizeitbeschäftigung auch in der Wesergemeinde zahlreiche Anhänger findet, lässt sich an der stetig wachsenden Gruppenmitgliederanzahl erkennen: In den ersten Tagen haben sich dort über 200 Leute zusammengefunden. Einige von ihnen wollen nun an der von Philipp Stach organisierten Suche nach Pokémons teilnehmen.

Vom Marktplatz ausgehend, soll es morgen Richtung Rathaus gehen. „Dort gibt es wie am Marktplatz eine Arena“, verrät der Bankkaufmann. An bekannten Lokalitäten und Sehenswürdigkeiten hat der Spieleentwickler sogenannte Pokéstops und Arenen eingerichtet, an denen Nutzer brauchbare Dinge für den weiteren Spielverlauf erhalten oder ihre bereits gefangenen Tiere weiterentwickeln können.

Ein weiterer Kampfort, den das Spiel anbietet, soll der Friedhof in Leeste sein. Doch dahin wird die Tour wohl gar nicht erst gehen: „Ich finde das geschmacklos. Auch in Alt-Stuhr soll es beim Kriegerdenkmal einen Pokéstop geben. An Ruhe- und Gedenkstätten geht das gar nicht“, urteilt Philipp Stach.

Trotzdem ist er sich sicher, dass das neue Spiel ein Dauerbrenner wird. Die Leute seien nostalgisch und wähnten sich gern in Kindheitserinnerungen, sagt er. Das sei der Hauptgrund für den massiven Erfolg. Im Jahr 1996 wurde das Spiel erstmals veröffentlicht. In verschiedenen Editionen konnte auf dem Gameboy die Suche nach den Wesen wie Bisasam, Glumanda und Co. beginnen. Es gab sogar eine Anime-Fernsehserie, die auch Philipp Stach gerne gesehen hat: „Ich hab damals weniger gespielt und dafür viel mehr die Episoden verfolgt“.

Die Besonderheit bei dem neuen Spiel ist, dass sich die virtuelle Welt mit der realen vermischt. Dabei werden auf dem mit Google Maps verbundenen Handy die Fantasietiere in die Umgebung projiziert. Ziel ist es, möglichst viele Pokémon zu fangen, was nur möglich ist, indem der Nutzer sich bewegt und verschiedene Orte besucht. Im Netz kursieren bereits Witze darüber, dass nun Leute im Freien zu sehen sind, die zuvor als Stubenhocker bekannt waren.

Und so war das Treffen...

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