Diesmal ist Dreye Ziel unbekannter Täter

Sprengung von Geldautomaten im Landkreis Diepholz: Vier Taten in vierzig Tagen

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Unbrauchbar: der Geldautomat in dem Dreyer SB-Pavillon.

Dreye - Von Sigi Schritt und Jan Dirk Wiewelhove. Es ist erst zwei Wochen her, dass Bewohner des Kirchweyher Bankenviertels durch die Explosion zweier Geldautomaten aus dem Schlaf gerissen wurden. Am Donnerstagmorgen, 3.45 Uhr, hat es nun Dreye getroffen – den Geldautomaten eines Selbstbedienungspavillons vor einem ehemaligen Gebäude der Kreissparkasse.

Es ist bereits die vierte Sprengung durch Unbekannte innerhalb von vierzig Tagen im Nordkreis. „Das ist schon etwas besorgniserregend“, sagte Thomas Gissing, Sprecher der Polizeiinspektion Diepholz, auf Anfrage. „Die Täter sind halsbrecherisch abgehauen. Außerdem nehmen diese Leute keine Rücksicht und nehmen es mit dem Verbrechen in Kauf, andere Menschen zu gefährden.“

Bei der Sprengung wieder Gasgemisch im Einsatz

Dem ersten Anschein nach, sind die Täter laut Gissing ähnlich vorgegangen wie in der Volksbank und der Commerzbank in Kirchweyhe und Tage zuvor in Brinkum (Volksbank): Sie leiteten Gas ein und zündeten das Gemisch.

Auch diesmal erbeuteten die Täter eine unbekannte Summe an Bargeld. Ein Teil des Geldes verbrannte durch das entstandene Feuer, ein weiterer Teil flog durch die Luft. „Die Täter werden ganz sicher keinen Spaß gehabt haben“, kommentierte Ralf Warneke, Marketingleiter der Kreissparkasse. Er ließ die Höhe des erbeuteten Betrages allerdings offen.

Die Grafik zeigt, wo die unbekannten Täter in letzter Zeit zugeschlagen haben.

Die Wucht der Explosion hatte nicht nur den Geldautomaten aus der Verankerung gerissen, sondern auch die rückwärtige Tür des Pavillons. Außerdem fingen Bauteile Feuer. 

Auch auf der Rückseite hat der SB-Pavillon der Sparkasse enormen Schaden genommen.

Der etwa 25 Quadratmeter große Pavillon wurde dabei so beschädigt, dass er abgerissen werden muss. Das sagte auf Anfrage Burghard Ziegeroski, Leiter des Immobilienservice der Sparkasse. Er hatte sich zusammen mit Reiner Franz von der Firma Lübber den Schaden angesehen. Das Gebäude werde in den nächsten Tagen in seine Bestandteile zerlegt.

Nachbar hört Knall in unmittelbarer Nähe

Der Geldautomat selbst hat enormen Schaden genommen.

Ob Nachbar Ulrich Korte keine Angst hatte? Die Distanz zwischen dem Eingang seines Hauses und der rückwärtigen Tür des SB-Pavillons beträgt nur drei Meter. „Nein“, sagte Korte gegenüber dieser Zeitung. Er und seine Frau hatten am Morgen Krach gehört und eilten nach eigenen Angaben zum Fenster. Beide wohnen in jenem Gebäude, das einmal als Filiale der Kreissparkasse gedient hatte. Das Paar steht morgens früh auf, weil beide zur Arbeit müssen.

Der Griff zum Geld müsse sehr schnell abgelaufen sein, weil aus Sicht des Paares der Knall im Pavillon und sein Gang zum Fenster zeitlich eng beieinanderlagen. Die Augenzeugen berichteten, dass ein Täter zum Auto rannte, ein anderer brauste als Fahrer mit dem Wagen davon – mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Autobahn.

Geldautomat in Dreye von Unbekannten gesprengt

 © Sigi Schritt
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Fahndung nach Tätern verläuft erfolglos

Die Polizei leitete mit allen Streifen eine Fahndung nach den Tätern ein. Die Suche blieb erfolglos. Währenddessen löschten die Feuerwehren aus Dreye und Sudweyhe den Brand. Ein Mitglied der Feuerwehr verletzte sich während des Einsatzes. Nach einer Behandlung durch den Rettungsdienst setzte er den Einsatz fort.

Noch in der Nacht sicherte die Polizei die Spuren und begannen mit den Ermittlungen. In diesem Zusammenhang suchen die Beamten Zeugen unter Ruf 0421/80 660, die etwas gesehen haben. Möglicherweise haben andere Frühaufsteher oder ein Zeitungszusteller etwas Auffälliges bemerkt.

Lesen Sie auch: Bargeld für Dreye - Bürger wollen Ersatzautomaten

LKA: Audi-Bande mögliche Täter

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hält es laut einem Sprecher für möglich, dass Mitglieder der sogenannten Audi-Bande, die in Norddeutschland ihr Unwesen treibt, die Sprengung herbeigeführt haben. Allein 54 Taten hat das LKA 2018 registriert.

Als Täter kommen eine rund 350 Personen starke Gruppe aus den Niederlanden, eine aus Polen sowie Gruppierungen, bei denen es sich um Nachahmer und örtliche Täter handelt, in Betracht.

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