DRK-Rettungsdienst bildet die ersten vier Notfallsanitäter aus

Menschen in Not helfen – über ein neues Berufsbild

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Menschen helfen – das ist Beruf und Berufung für (v.l.) Axel Vetter, Oliver Mallüh, Felicitas Bexten, Ralf Wallenßus (er ist seit genau 25 Jahren in der Rettungswache beschäftigt), Tim Siemer, Till Bigalke, Nadine Kastens, Klaus Hische und Ulrike Hirth-Schiller

Weyhe-Leeste - Von Anke Seidel. Der Notfall prägt ihren Alltag: Ganz bewusst haben sich vier junge Menschen für eine Ausbildung entschieden, die es in dieser Form zum ersten Mal im Rettungsdienst des DRK (Deutsches Rotes Kreuz) im Landkreis Diepholz gibt.

Notfallsanitäter wollen Felicitas Bexten, Nadine Kastens, Tim Siemer und Eyke Lankewitz werden. Drei Jahre umfasst ihre Ausbildung, die für den Rettungsdienst ein Novum ist.

Denn dieses Berufsbild war erst im vergangenen Jahr geschaffen worden. „Davor gab es die Ausbildung zum Rettungsassistenten, die zwei Jahre dauerte“, erläutert Axel Vetter als Leiter des DRK-Rettungsdienstes, aber die sei völlig anders strukturiert gewesen. Denn ihr erstes Ausbildungsjahr mussten die angehenden Rettungsassistenten selbst bezahlen: Den Besuch der privaten Rettungsdienstschule, in der ihnen zunächst die Theorie vermittelt wurde. Das zweite, praktische Ausbildungsjahr absolvierten sie in einer Rettungswache. „Das ist jetzt völlig anders. Nun arbeiten die Auszubildenden vom ersten Tag an in der Rettungswache und besuchen blockweise die Rettungsdienstschule“, erklärt Vetter. Wie in anderen Berufen auch, bekommen sie vom ersten Tag an Gehalt – und sind bei Notfall-Einsätzen ab sofort die dritte Kraft im Rettungswagen.

Wie oft müssen die Rettungskräfte solche Einsätze fahren? Im Schnitt rücke etwa alle zwei Stunden ein Fahrzeug aus, antwortet Axel Vetter. Rund 22000 Einsätze pro Jahr leisten die DRK-Rettungswachen in Leeste, Bassum, Sulingen und Diepholz mit ihren Außenstellen in Brinkum, Syke sowie Rehden mit insgesamt 88 hauptamtlichen Mitarbeitern. Hinzu kommen rund 3000 Einsätze der Rettungswachen in Drentwede und Bruchhausen-Vilsen in Trägerschaft des Landkreises Diepholz.

Jedem der neuen Auszubildenden steht ein eigens dafür geschulter „Praxisanleiter“ zur Seite. „Wir haben einen sehr hohen Anspruch an die Ausbildung“, betont Ulrike Hirth-Schiller als Geschäftsführerin des DRK im Landkreis Diepholz. „Und wir sind stolz, dass die Landesschulbehörde unsere Rettungswachen als Lehr-Rettungswachen anerkannt hat“, fügt Axel Vetter hinzu.

Ausbildungsstandort für Eyke Lankewitz und Tim Siemer ist die Rettungswache in Leeste. Für Siemer ist es die zweite Ausbildung. Er hat bisher als Fachinformatiker im Büro gearbeitet – und erkannt: „Das ist es nicht!“ Ganz bewusst entschied sich der 26-jährige, der auch Mitglied der Weyher Feuerwehr ist, für eine Ausbildung im Rettungsdienst: „Hier steht man mitten im Leben und kann Menschen helfen.“ Genau das ist auch der Wunsch von Felicitas Bexten (20) aus Twistringen: „Ich möchte Menschen zur Seite stehen.“ Sie interessiere sich außerdem für den medizinischen Bereich.

Genau den hat Nadine Kastens (24) aus Klein Lessen als Krankenschwester bereits kennengelernt. Außerdem hat sie schon eine abgespeckte Ausbildung im Rettungsbereich absolviert, aber in dieser Funktion noch nicht gearbeitet. Die Notfallsanitäter-Ausbildung hat einen ganz besonderen Reiz für sie: „Das Konzept ist sehr interessant!“

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