Verein nimmt weitere Helferinnen auf

Hospiz Weyhe ehrt Trudel Wolff als langjährige Begleiterin

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Stefanie Kania, Angelika Sonntag und Ulrike Flügge (v.l.) verstärken seit Kurzem das Team der Hospizbegleiterinnen in Weyhe. Trudel Wolff (sitzend) ist schon seit fast zwei Jahrzehnten dabei.

Leeste – Damit hatte sie nicht gerechnet. Dass Trudel Wolff (86) bei der jüngsten Feier des Weyher Hospizvereins für ihre langjährige Mitarbeit als Hospiz- und Trauerbegleiterin geehrt wurde, kam für sie völlig überraschend. Umso größer war ihre Freude. „Ich weiß eigentlich gar nicht warum“, sagt sie voller Bescheidenheit.

Trudel Wolff ist bereits seit 18 Jahren als ehrenamtliche Hospiz- und Trauerbegleiterin in Weyhe tätig und inzwischen die älteste Mitarbeiterin. „In all den Jahren war und ist sie unermüdlich als Begleiterin bei Schwerstkranken und Sterbenden im Einsatz“, so Karin Meiners. „Durch ihre positive Lebenseinstellung und ihre empathische Ausstrahlung konnte sie vielen Menschen am Ende ihres Lebens noch etliche helle Stunden schenken.“

Genau so sieht die 86-Jährige ihre Aufgabe, wenn sie Menschen an deren Lebensende begleitet, mit Angehörigen spricht oder einfach nur da ist, in den Zeiten der inneren Not. Bis zu ihrer Pensionierung 1992 war Trudel Wolff als Grundschul- und Sonderschullehrerin in Kirchweyhe und Melchiorshausen tätig. Seit acht Jahren ist sie verwitwet, hat drei Töchter und fünf erwachsene Enkelkinder.

„Ich wohne auf dem Gelände des Pflegeheims Haus Lerchenhof in Leeste, ganz in der Nähe, in einer barrierefreien Wohnung“, erzählt Trudel Wolff. Bereits vor ihrem Renteneintritt hatte sie sich auf die Zeit nach ihrer Pensionierung vorbereitet. So gehörte sie ab 1992 dem Besuchskreis der Leester Kirche an und hatte in dieser Funktion vor allem ältere Mitbürger aufgesucht und Gespräche geführt. Sie habe dabei gemerkt, dass ihr eine Hospizausbildung fehlt. Die hat sie nachgeholt und sich dann dem ambulanten Hospizdienst in Weyhe angeschlossen. Vielen Menschen hat sie mittlerweile bei seelischem Leid Beistand geleistet. „Viele denken, die Hospizarbeit sei sehr belastend“, berichtet Trudel Wolff. „Das stimmt aber nicht. Sie ist eine sehr dankbare Aufgabe. Man bekommt ganz viel für sich selbst zurück.“

Seit eineinhalb Jahren begleitet Trudel Wolff eine 94-jährige Dame im Lerchenhof, deren Tochter ebenfalls hoch betagt ist. „Auch die Angehörigen brauchen mal das Gespräch. Das ist ein ganz wichtiger Teil der Aufgabe“, sagt sie. „Wenn die Betroffenen zu Hause leben, komme ich zu ihnen, damit die Angehörigen entlastet werden.“ Die meisten Besuche macht sie allerdings im benachbarten Pflegeheim. „Ich fahre zwar noch mit dem Auto, aber ungern und wenig.“

Neben ihrer Tätigkeit im Hospizverein, singt Wolff seit zwei Jahren im Kirchweyher Nachmittagschor. Zuvor hatte sie „seit ewigen Zeiten“ dem Leester Kirchenchor angehört. Das Singen macht ihr großen Spaß und sie teilt diese Freude – wenn gewünscht – auch mit den von ihr begleiteten Menschen. „Ich schreibe gerne Briefe und habe auch zu Weihnachten selbst viel Post bekommen, die ich jetzt nach und nach beantworten werde“, erzählt Wolff von einer weiteren Beschäftigung, die ihr Freude bereitet. „Handgeschriebene Briefe sind wie ein Gruß aus dem letzten Jahrhundert“, erzählt die rüstige Seniorin mit einem Schmunzeln. „Es ist ein Geschenk, noch so fit zu sein.

Bei dem Treffen in der Alten Wache hat die Vereinsvorsitzende Karin Meiners drei neue Mitarbeiterinnen begrüßt: Stefanie Kania, Angelika Sonntag und Ulrike Flügge.

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