Viele Apfelsorten vom Aussterben bedroht

Fünftes Obstbaum-Patentreffen auf der Wiese am Weidufer

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Die Baumpaten freuen sich über jeden Apfel, den sie in diesem schlechten Jahr ernten.

Leeste - „Schon als selbstständiger Edeka-Kaufmann habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie man ein Aussterben zahlreicher Apfelsorten verhindern kann“, erzählte Jürgen Heyn am Sonntag beim fünften Patentreffen auf der Obstwiese „Am Weidufer“ in Leeste.

Er habe damals beobachtet, wie sich das Interesse der Vermarkter auf immer weniger Apfelsorten konzentrierte. Da sei die Idee entstanden, eine Wiese mit den seltenen Apfelsorten zu bepflanzen.

2012 ging es los: Auf einem 400 Meter langen und 18 Meter breiten Grundstück pflanzten Heyn und seine Mitstreiter die ersten 41 Apfelbäume. Ein Jahr später kamen noch einmal 47 Bäume hinzu, sodass heute auf dem Areal 88 Obstbäume stehen, hauptsächlich Äpfel, aber auch Pflaumen und Zwetschen. Sie wachsen alle ohne Spritzmittel auf, versichert Heyn. Es handelt sich dabei um einen EU-zertifizierten Bio-Anbau. Da könne es schon mal vorkommen, dass einige Früchte von Wurmstichen befallen seien. Es gehe aber bei der Anpflanzung auch nicht um die Ernte, sondern ausschließlich um die Arterhaltung.

Sechs Bäume suchten noch einen Paten. Die Patenschaft eigne sich als Weihnachtsgeschenk. Ein Interessent habe bereits sechs für seine Enkelkinder übernommen.

Dankwart Seipp zu Gast

Als Gast war Dankwart Seipp dabei, Autor des Buches „Norddeutschlands Apfelsorten“. Er stellte fest, dass die Ernte in diesem Jahr relativ schlecht ausgefallen sei, Schuld daran sei der Frost am 20. April, an dem die Temperaturen bis auf minus acht Grad gefallen seien. Eine Apfelblüte sei aber bereits ab minus eineinhalb Grad gefährdet. In diesem Jahr gebe es auch so gut wie keinen Apfelsaft. Die 80 Sorten auf der Wiese seien noch lange nicht alles, was möglich sei, in Norddeutschland gebe es an die 400 verschiedene Äpfel.

Helmut Zinter hat die Patenschaft für die Sorte Alant-apfel übernommen, die in diesem Jahr auch so gut wie keine Früchte trägt. Die Schuld trage ein unbekannter Obstliebhaber, war sein nicht ganz ernst gemeinter Kommentar.

Die Patenschaft hatte er aus Begeisterung für das Thema alte Apfelsorten übernommen, Ziel sei es auch, Kinder an das Thema heranzuführen.

Später richteten die rund 40 Paten noch schiefstehende Bäume mit Pfählen und Rammen auf. Auch die Schutzverkleidung der Stämme erneuerten sie da, wo nötig. Schließlich entfernten sie noch wilde Triebe. 

bos

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