„Ein Bett für vier“ feiert Premiere

Viel Wortwitz sowie ulkige Situationen

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Antje K. Klattenhoff spielt Hostess Martina Bartels.

Kirchweyhe - Von Rainer Jysch. Wer schon immer einmal wissen wollte, was einen braven Familienvater von einem „Womanizer“ unterscheidet, ist bei dem neuesten Stück des Weyher Theaters genau richtig.

Am Freitagabend hatte die Komödie „Ein Bett für vier“ von Nick Walsh und Frank Pinkus vor ausverkauftem Haus Premiere. Ein Hotelzimmer auf der Bühne, vier Darsteller und sechs Akte – mehr braucht das Ensemble des Weyher Theaters nicht, um das Publikum anhand einer turbulenten Geschichte fabelhaft zu unterhalten. Mit nicht enden wollendem Schlussapplaus zollte das dankbare und von den Sitzen erhobene Publikum großen Respekt für hervorragende Leistungen auf und hinter der Bühne.

Alles dreht sich um den in allen Lebenslagen äußerst peniblen, mustergültigen Ehemann und Sargverkäufer Stefan Heymann (gespielt von Frank Pinkus) und seinen außerordentlich lebenslustigen Kollegen Michael Simon (Kay Kruppa). Letzterer hat sich beruflich als pfiffiger Marketingspezialist und privat als Womanizer einen Namen gemacht. Beide sind im Auftrag ihrer Firma, einem Sargbauunternehmen, zu einer Fachmesse gereist, auf der sie Bestattungsmöbel präsentieren und verkaufen sollen. Die Charaktere der beiden Kollegen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die daraus entstehenden Konflikte sind programmiert und nehmen bereits beim ersten Zusammentreffen im gemeinsamen Hotelzimmer ihren Lauf. Dem Leben abgelauschte Dialoge mit viel Wortwitz sowie ulkige Situationen sorgen für herzhafte Lacher.

Pinkus und Kruppa verstehen es dabei ausgezeichnet, mit ihren Rollen die Unterschiedlichkeit der beiden Protagonisten sensibel herauszuarbeiten. Fast jeder kennt solche Typen: der eine, ein stieseliger Spießbürger und Pantoffelheld, der andere, ein selbstsicherer Macho und Frauenheld, vor dem kein Rock sicher zu sein scheint.

Auch wenn allein die Konstellation Heymann / Simon schon reichlich Stoff für Situationskomik bereit hält, geben sich die Autoren damit noch nicht zufrieden. Nach dem ersten Messetag schneit der ebenso hilfsbereite wie schwule Standnachbar Ulf Hamacher (Thorsten Hamer) ins fremde Hotelzimmer. Er versucht, zwischen den beiden streitbaren „Sarg-Heinis“ zu vermitteln, nicht ohne den maskulinen Michael Simon anzubaggern.

Thorsten Hamer scheint ganz in seiner Rolle aufzugehen. Er versteht es mit seiner Spielweise grandios, gesellschaftliche Vorurteile zu bedienen. So wie Pinkus und Kruppa ihre Figuren plakativ überzeichnen, setzt auch Hamer seiner Rolle starke Akzente, die bei vielen Gelegenheiten für Komik auf der Bühne und Heiterkeit im Publikum sorgen.

Ohne es zu ahnen macht Hostess Martina Bartels (überzeugend gespielt von Antje K. Klattenhoff) das Trio zu einem Quartett. Eigentlich vom schwulen Hamacher engagiert, interessieren sich plötzlich auch Heymann und Simon für die attraktive Dame mit Herz, die ganz unverhofft im Doppelzimmer der beiden steht. Hier verlässt Stefan Heymann erstmals seine ausgetretenen Lebenspfade. Die Figur wandelt sich und beginnt sich ganz sachte dem Wesen des lebenslustigen Simon zu nähern. Heymann emanzipiert sich gegenüber seiner dominanten Ehefrau, die gelegentlich als Telefonpartnerin auf der Bühne eine unsichtbare Rolle spielt, ebenso wie Simons Freundin Eva.

Der Titel des Stückes lässt es erahnen: Irgendwann landet das Bühnen-Quartett irgendwie im Bett. Alkoholbedingte Erinnerungslücken machen sich breit. Aber: „Die Sachlage spricht für sich selbst“, sind sich Heymann und Simon zum ersten Mal richtig einig.

Wie genau die Handlung mit Nonstop-Heiterkeit ausgeht, davon können sich die Besucher noch bis Mitte Mai an insgesamt 28 Spieltagen selbst ein Bild machen. Humorvolle Unterhaltung wird garantiert.

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