Landesamt erklärt: Keine Gefahr für Menschen

Zu viel Quecksilber bei Erdgasbohrung

Weyhe - Im Umfeld des Erdgasförderplatzes „Barrien 2T“ in Weyhe haben Forscher bei einer von insgesamt zehn Bodenproben einen zu hohen Quecksilbergehalt festgestellt. Für Menschen besteht laut dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) keine Gefahr.

Die herausstechende Probe weist einen Quecksilberwert von 8,14 Milligramm pro Kilo Trockenmasse auf. Erlaubt sind zwei Milligramm. Dieser in der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung festgesetzte Grenzwert gilt für Grünland, auf dem Nutztiere weiden oder Lebensmittel angebaut werden – und ist zum Schutz des Verbrauchers vergleichsweise niedrig angesetzt. 

Auf Spielplätzen ist mit zehn Milligramm ein deutlich höherer Anteil des giftigen Metalls im Boden zulässig. Für die Fläche in Weyhe gibt Heinke Traeger, Pressesprecherin des LBEG, daher Entwarnung: „Auch ein Kind dürfte dort buddeln.“

Detailliertere Untersuchungen

Das Landesamt hatte die Untersuchungen in Auftrag gegeben. Nun wies es das Unternehmen Wintershall als Betreiber von „Barrien 2T“ an, detailliertere Untersuchungen zu veranlassen. Der Gasproduzent hat bereits Gutachter verpflichtet. Die landwirtschaftliche Nutzung der betroffenen Fläche ist bis auf Weiteres verboten.

Die weiteren Forschungen sollen die Ursache des erhöhten Quecksilbergehaltes aufdecken. Eine Vermutung, die das Unternehmen auf seiner Internetseite äußert: Der Grund könnte ein Unfall in den 60er-Jahren sein, bei dem am Platz Erdgas unkontrolliert ausgetreten war.

Laut der Wintershall ist der Quecksilbergehalt in Weyhe gering. „Das bedeutet, dass Quecksilber für eine weitere Verwertung des Gases nicht herausgefiltert werden muss. Es ist demnach auch möglich, dass die Bodenveränderungen nicht im Zusammenhang mit der Erdgasförderung stehen.“ Erste Vergleichsmessungen nach dem Befund des LBEG lägen auf einem niedrigeren Niveau als 8,14 Milligramm.

Die Bohrung „Barrien 2T“ wurde 1964 abgeteuft. Bis heute hat Wintershall hier rund 850 Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert.

Hohe Krebsrate

Das LBEG untersuchte 200 der 455 Erdgasbohrungen in Niedersachsen. Die Forscher haben neben Quecksilber auch auf Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe und Radioaktivität gemessen. Die Tests erfolgen laut Agenturmeldung, weil Anwohner die Ursache für eine Häufung von Krebsfällen im Umfeld einiger Förderplätze erforscht sehen wollen. In Rotenburg etwa hatte das Krebsregister eine solche Häufung ausgewiesen.

Rubriklistenbild: © dpa

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