Verwaltung gibt Sachstandsbericht zum Fontänenfeld auf dem Marktplatz

„20000 Euro plus x“

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Die „Ruine“ Maskenbrunnen soll 2016 einem Fontänenfeld weichen. Foto Ehlers

Weyhe - Von Philipp Köster. Der Rat hatte sich im Herbst dafür ausgesprochen, den maroden Brunnen auf dem Marktzplatz durch ein Fontänenfeld zu ersetzen. Im Bauausschuss hat die Verwaltung am Mittwochabend einen Sachstandsbericht gegeben, was das mögliche Aussehen des Feldes und dessen Finanzierung betrifft.

Zur Verdeutlichung zeigte Baudirektor Steffen Nadrowski Fotos von Objekten in Bad Salzuflen, Gronau und seiner Heimatstadt Bielefeld. Demnach gibt es Modelle mit Schaumquelldüsen, speziellen Ablaufsteuerungen und beleuchteten Wasserstrahlen. „Die sehen harmlos aus, da steckt aber jede Menge Technik drin.“

Zwei Angebote für beleuchtete Felder mit neun Fontänen hat der Baufachbereich eingeholt: ein Modell mit Einzelstrahldüsen für knapp 110000 Euro und eines mit Schaumquelldüsen für etwa 122500 Euro. Jede der neun Düsen steht für einen der neun Ortsteile. Das Feld soll am geraden Rand des Markplatzes entstehen, eine neue Pflasterung in dem Bereich soll einen sanften Übergang zur Rundbogenpflasterung des übrigen Areals gewährleisten. Nadrowski hofft auf die Installation im ersten Quartal und die Inbetriebnahme im Frühjahr des kommenden Jahres.

Die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith informierte über die bei der Gewerbeschau Ende April angelaufene Spendenaktion, an der sich alle Werbegemeinschaften beteiligen. Ein Plakat bewirbt die Sammlung. Die Spendenkontonummer wird auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht. In Spendenbüchsen hätten Besucher auf der Gewerbeschau insgesamt 500 Euro hineingesteckt. Ohnehin sei „das Feedback großartig“, sagte Pundsack. Die Bürger identifizierten sich, nicht nur die aus Kirchweyhe.

Bei Jan Karbowiak von den Grünen ist das Maß der Identifikation nicht sonderlich groß. Er erneuerte die Kritik seiner Partei an dem Projekt. „Das Geld ist überall sinnvoller angelegt als für so ein Fontänenfeld“. Schon die in den Haushalt eingestellten 90000 Euro seien zu viel gewesen, jetzt sei sogar von 122000 Euro die Rede.

Die anderen Fraktionen betonten hingegen die Notwendigkeit für die „Visitenkarte und das Aushängeschild“ (FDP-Chef Günther Borchers) beziehungsweise die „gute Stube“ (CDU-Ratsfrau Ingrid Söfty) der Gemeinde. „Zurzeit toben die Kinder auf der Ruine des Maskenbrunnens, ich hoffe, dass da nichts passiert“, sagte Söfty.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte sagte, es müsse in jedem Fall etwas getan werden, auch die Sanierung oder der Abriss des Maskenbrunnens kosteten Geld. „Die Situation ist die, dass wir einen kaputten Brunnen haben. Wir wollen ja nicht aus Schingschangdudel etwas Neues haben.“ Private Sponsoren hätten ihm ihre Unterstützung zugesagt, er rechne mit einer Summe von 20000 Euro plus x. Diese Zahl erfreute SPD-Fraktionschef Frank Seidel, der sich als Sieger einer Wette mit einem skeptischen Kirchweyher Gastronom sieht. Ihm stieß aber sauer auf, dass sich „hier im Publikum wieder keiner von den Nörglern an der Diskussion beteiligt, die sich immer bei Facebook auskotzen“, wetterte er über Kritiker im sozialen Netzwerk, die sich über das Feld mokiert hatten.

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