Verwahrloste Häuser, Verkehr und Straßenpflege Themen bei Bürgergespräch

„Schrottimmobilien“ sind Dreyern ein Dorn im Auge

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Bürgermeister Andreas Bovenschulte begrüßt in der Dreyer Sporthalle 120 Teilnehmer zum dritten Bürgerdialog.

Dreye - Von Uwe Goldschmidt. Zum dritten von insgesamt neun Bürgergesprächen hatte Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte für Donnerstagabend nach Dreye eingeladen. Aus Platzgründen musste der ursprüngliche Veranstaltungsort jedoch vom schwimmenden Restaurant „Smokey Island“ in die Dreyer Sporthalle verlegt werden. Denn rund ein Zehntel der rund 1200 Dreyer wollte an der Veranstaltung teilnehmen.

Anhand der Rückmeldungen der Bürger aus den verteilten Postwurfsendungen hatten die Gemeindevertreter Themenschwerpunkte erstellt, zu denen die Anwesenden Fragen stellen konnten. Die erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith übernahm die Diskussionsleitung und sammelte die Fragen, die der Bürgermeister beantwortete.

Als Schwerpunkte erwiesen sich die Themen Gebäudeverwahrlosung entlang der Dreyer Straße und Verkehrsführung durch den östlichen Teil.

Viele Anwohner äußerten sich empört über den Zustand der seit über zehn Jahren leerstehenden Immobilie des ehemaligen Traditionsgasthauses „Im Krug zum Grünen Kranze“. Eindringlich wiesen sie die Gemeindevertreter neben der optischen Wirkung der „Schrottimmobilien“ auch auf die Gefahren hin, die für spielende Kinder durch das zerfallende Gebäude bestünden. Bovenschulte nahm diese Sorgen zur Kenntnis und schilderte die Bemühungen der Fachbereiche die Situation zu ändern. So seien bereits mehrere Gespräche mit dem Eigentümer, dem auch andere Grundstücke in Dreye gehören, geführt worden, die aber aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen darüber, „was sich in den Ortskern einfügt“, ergebnislos verlaufen waren. Mit Applaus honorierten die Bürger das Versprechen Bovenschultes, dass die Gemeinde tätig werde und mittels geltenden Baurechts die Möglichkeit habe, auf die vorherrschenden Missstände zu reagieren, falls keine Einigung mit dem Besitzer möglich sei.

Weiter ging es mit den Themen Verkehrsführung, öffentliche Ordnung und Infrastruktur. Dazu meldete sich der Unternehmer Ralf Hartwig zu Wort. Er wünschte sich eine Begradigung der Einfahrt zum Löwenhof, dessen Kurven für große Laster nur schwer zu befahren seien, und kritisierte den schlechten Zustand der Zuwegung zum Wieltsee, dessen Pächter er ist. Bovenschulte sprach von der „Erfolgsstory Wieltsee“ und stimmte damit überein, dass sich bei mehr Besuchern und mehr Infrastruktur etwas tun müsse. „Allerdings muss auch die Finanzierung stimmen.“

Eine klare Absage erteilte der Verwaltungschef der Forderung nach einer neuen Umgehungsstraße aufgrund der zunehmenden Verkehrsdichte. Vielmehr verwies er auf die Möglichkeiten des Öffentlichen Personennahverkehrs. Er machte auf zu erwartende Verkehrsbeeinträchtigungen im Zuge des geplanten Baus zweier Einfädelungsspuren im Bereich der Kirchweyher Straße und Südumgehung L331 aufmerksam, die einen besseren Verkehrsfluss ermöglichen sollen.

Einfädelungsspur für

besseren Verkehrsfluss

Ein Meinungsbild in Form einer Abstimmung verschafften sich die Gemeindevertreter zu dem möglichen Umbau der Kreuzung Kirchweyher Straße/Dreyer Straße zu einer Kreuzung mit Bedarfsampel, um dort die Wartezeiten zu minimieren. Bei einem Abstimmungsergebnis von 60 zu 40 gab es aber kein eindeutiges Votum.

Viele Einwohner kritisierten die Straßenreinigung und die Pflege der Straßenränder in ihrem Ort, so lägen lange Zeit Scherben auf den Straßen. Grünflächen seien ungepflegt. Hierzu verwies Bovenschulte auf die Pflicht der Grundstückseigentümer, sich um diese Angelegenheiten zu kümmern. Er stellte aber in Aussicht, dem Rat den Vorschlag zu machen, gestrichene Stellen im Bauhof teilweise wiederzubesetzen.

Anwohner Axel Röpke wies auf den schwelenden Konflikt zwischen einigen Hundehaltern und den Anwohnern im Bereich der Alten Weser hin. Immer wieder entstünden gefährliche Situationen, insbesondere für Kinder, durch freilaufende Hunde und deren Hinterlassenschaften. Für Argumente seien solche Hundebesitzer nicht offen. Bei dieser bereits bekannten Problematik setze die Gemeinde zunächst auf die Einsicht und Lernfähigkeit der Hundehalter, sollte sich die Situation aber nicht bessern, solle eine Nutzungsordnung mit entsprechenden Sanktionsmöglichkeiten durch den Rat beschlossen werden, erklärte Bovenschulte zu diesem emotional vorgetragenen Thema.

Zum Abschluss der knapp zweistündigen Versammlung sprach Bürgermeister Bovenschulte seinen Dank für die kritische und sachliche Diskussion aus, er freue sich über die gute Beteiligung und habe viel mitgenommen.

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