Vernissage in der Wassermühle

Eiertanz mal ganz anders in Sudweyhe

Ute Eismann mit einer von acht Vitrinen, in denen sie ihre besondere Eierkunst ausstellt.
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Ute Eismann mit einer von acht Vitrinen, in denen sie ihre besondere Eierkunst ausstellt.

Sudweyhe -Von Dagmar Voss. Viele Eier und noch mehr Eierbecher sind seit Sonnabend in der Wassermühle in Sudweyhe ausgestellt. Doch wer da an die schlichten Dinge wie Frühstücksei oder Plastikeierbecher denkt, der irrt, denn dort kommt mehr die künstlerische oder auch manchmal schräge Variante zur Geltung.

Einerseits handelt es sich um mehr als 160 kunstvoll von Ute Eismann bemalte Eier verschiedener Tiere, andererseits um eine bunte und auch skurrile Sammlung von knapp 500 Bechern, zusammengetragen von Angelika Wieduwilt und Carola Goetze.

Gute Laune herrschte bei der Vernissage „Eiertanz“ am Sonnabendnachmittag in der Mühle. Draußen strahlende Sonne, schon ein paar Krokusse und die Ahnung von Ostern, drinnen dazu passend außergewöhnliche Eier. Auf acht Glasvitrinen waren die Produkte der vielen Tiere – von Schildkröten und Schwänen, Möwen und Störchen, Feldfasanen, Straußen und vielen anderen – verteilt. Jedes hat die Zeteler Künstlerin Eismann auf ganz individuelle Weise in den vergangenen 30 Jahren gestaltet.

Zur Begrüßung betonte Bürgermeister Andreas Bovenschulte, dass er es als Verwaltungschef zwar gewohnt sei, Eiertänze zu machen, aber eigentlich gehe es um „eine denkwürdige Ausstellung, bei der große Werke auf kleine Objekte gebracht sind“.

Bovenschulte entschuldigte Carola Goetze, die wegen der 40-Jahr-Feier ihrer Hochzeit nicht kommen könne, aber das sei vielleicht auch besser so, denn frei nach Loriot könnten Eier und Becher als „Ehenbrecher“ gelten.

Der Bürgermeister bewunderte die große Vielfalt an Themen und vor allem die Frauenmotiveier, bei denen häufig Porträts bekannter Künstlerinnen und manchmal auch kleine Auszüge aus ihren Werken zu sehen sind.

Eine Freundin von Ute Eismann berichtete über den Weg der Eiergestalterin in den vergangenen drei Jahrzehnten. In jedem Jahr sei ein Weltgebetstag-Ei entstanden. Dabei ist die Künstlerin auf die verschiedenen Ethnien aufmerksam geworden, von denen manche im Aussterben begriffen sind. Zu diesen Eiern hatte sie kleine Holztiere, Versteinerungen und typische Früchte gelegt, etwa die australische Baumfrucht, aus denen die Einheimischen Eier schnitzen.

Zu den Eierbechern erklärte die ehemalige Kulturbeauftragte Angelika Wieduwilt, dass sie nur als kleine Randerscheinung zur Ausstellung gedacht seien. Tatsächlich hat das eine oder andere Exemplar aber schon für Belustigung gesorgt, etwa der Becher in Form einer Vespa, bei der der abnehmbare Sitz ein Salzstreuer ist. In den sechs hängenden Setzkästen können sich die Porzellanbecher und mitunter sehr skurrilen Schöpfungen –mal friesisch blau, mal mit Goldrand oder Rosen verziert – sehen lassen.

Für die musikalische Umrahmung der Vernissage zeichnete der 17-jährige Hannes Hübel von der Musikschule Tastentiger mit eigenen Kompositionen verantwortlich.

Wer gerne noch zu Ostern ein besonderes Geschenk in Eierform erstehen möchte, kann das am Sonnabend und Sonntag, 28. und 29. März, tun. Dann ist ein Verkaufswochenende in der Mühle geplant.

Ansonsten ist die Ausstellung noch bis Sonntag, 19. April, zu sehen, und zwar sonnabends von 15 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Am Karfreitag ist die Wassermühle allerdings geschlossen.

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